Sport
Eishockey

All you need is Lööv – Biel steht im Playoff-Final, der ZSC hat Ferien

Biels Viktor Loeoev, links, jubelt nach seinem 4:3 Tor im vierten Eishockey Playoff Halbfinalspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EHC Biel am Mittwoch, 5. April 2023 in der Swiss L ...
Viktor Lööv bejubelt das Tor, das Biel in den Playoff-Final bringt.Bild: keystone

All you need is Lööv – Biel steht im Playoff-Final, der ZSC hat Ferien

Die ZSC Lions, im Herbst der meistgenannte Titelfavorit, müssen weiter auf den ersten Meistertitel seit 2018 warten. Im Halbfinal gegen Biel scheitern die Lions sang- und klanglos. Die Seeländer stehen erstmals im Playoff-Final.
05.04.2023, 19:3006.04.2023, 02:45

Im vierten Spiel führten die ZSC Lions 2:0 und 3:1, verloren letztlich aber 3:5. Kein einziges Spiel in dieser Serie vermochte das Team des Kanadiers Marc Crawford siegreich zu gestalten. Viktor Lööv gelang in der 52. Minute das siegbringende 4:3 für die Seeländer. Er bezwang Goalie Simon Hrubec mit einem wohl haltbaren Weitschuss. 74 Sekunden vor Schluss setzte Toni Rajala mit einem Schuss ins leere Tor für den Schlusspunkt.

So bleibt als Fazit: Die Bieler erwiesen sich gegenüber den ZSC Lions in allen Belangen überlegen. Sie verfügten mit Harri Säteri (und Joren van Pottelberghe in Spiel 2) über die besseren Keeper. Biel spielte besser Powerplay. Biel spielte besser mit gleich vielen Spielern auf dem Eis. Biel spielte disziplinierter – und vor allem auch viel cleverer.

«Wir gehen noch nicht ‹id Möscht›. Es steht noch eine grosse Aufgabe vor uns. Aber es ist eine tolle Sache, es waren vier unglaubliche Spiele von uns. Es war viermal eine unglaublich gute Teamleistung von uns. Wir legten Laufleistung, Kampf und Loyalität an den Tag. Wir haben nichts zugelassen.»
Martin Steinegger, Sportchef EHC Biel

Drei Spiele lang hatten sich die ZSC Lions nach einer Führung in einem Spiel gesehnt. Aber als sie im ausverkauften Heimstadion nach einer starken Startphase endlich führten, und sogar mit zwei Längen Vorsprung, nützte das gerade gar nichts.

Denn die ZSC Lions verspielten diesen Vorsprung fahrlässig. Und deshalb verloren sie im zweiten Abschnitt die Kontrolle über das Spiel komplett. Der ZSC führte nach neun Minuten 2:0 und bis zur 34. Minute 3:1. Aber die zwei Zweitore-Führungen verleiteten das Heimteam zu Übermut.

«Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir haben es uns verdient, blieben immer dran, gaben immer Gas. Dafür wurden wir belohnt.»
Tino Kessler, Stürmer EHC Biel

Kurz nach dem 2:0 durch Sven Andrighetto leistete sich Garrett Roe eine Strafe. Biel verkürzte durch Fabio Hofer im Powerplay auf 1:2. Und weniger als zwei Minuten nach Mikko Lehtonens 3:1 kassierte Justin Azevedo eine Zweiminutenstrafe. Wieder schlug Biels Powerplay zu (2:3 durch Jesper Olofsson). Weitere drei Minuten später glich Jere Sallinen mit dem dritten Überzahltor aus der dritten Powerplay-Chance zum 3:3 aus.

Enttaeuschte Zuercher nach dem vierten Eishockey Playoff Halbfinalspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EHC Biel am Mittwoch, 5. April 2023 in der Swiss Life Arena in Zuerich. (KEYS ...
Den ZSC Lions bleibt nur die Enttäuschung.Bild: keystone

Biels Powerplay! 5 Tore markierten die Bieler diese Woche aus sieben Überzahlgelegenheiten. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass auch die ZSC Lions in Spiel 4 endlich wieder ihre Powerplay-Stärke fanden. Die ZSC Lions skorten zwei ihrer ersten drei Tore in Überzahl, nachdem sie zuvor aus den letzten 27 Powerplay-Chancen (inklusive zweier fünfminütiger Powerplays) bloss einen einzigen Treffer erzielt hatten.

«Wir sind enttäuscht, aber wir möchten Biel und Antti Törmänen gratulieren. Sie spielen mit viel Elan und Motivation. Sie haben sehr gut gespielt. Eigentlich ist unser Unterzahlspiel sehr gut, aber heute haben wir es nicht geschafft, den Puck aus dem Drittel zu bringen.»
Marc Crawford, Trainer ZSC Lions

Es ist damit zu rechnen, dass man in Zürich nach dem neuerlichen Scheitern nicht einfach so zur Tagesordnung übergeht. Nicht zur Diskussion steht Trainer Marc Crawford, der erst spät in der Saison den Schweden Rikard Grönborg ersetzte. Aber andere Entscheidungsträger, wie Sportchef Sven Leuenberger, werden sich wohl unangenehme Fragen stellen lassen müssen. (abu/sda)

ZSC Lions - Biel 3:5 (2:1, 1:2, 0:2)
12'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Wiegand/Borga, Obwegeser/Schlegel.
Tore: 6. Lammikko (Roe, Kukan/Powerplaytor) 1:0. 10. Andrighetto (Azevedo, Texier) 2:0. 12. Hofer (Rathgeb, Haas/Powerplaytor) 2:1. 30. Lehtonen (Azevedo, Andrighetto/Powerplaytor) 3:1. 34. Olofsson (Haas, Rathgeb/Powerplaytor) 3:2. 37. Sallinen (Rajala, Jakowenko/Powerplaytor) 3:3. 52. Lööv (Haas) 3:4. 59. Rajala 3:5 (ins leere Tor).
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 4mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Azevedo; Rajala.
ZSC Lions: Hrubec; Kukan, Marti; Weber, Lehtonen; Trutmann, Geering; Phil Baltisberger; Texier, Azevedo, Andrighetto; Chris Baltisberger, Lammikko, Roe; Bodenmann, Sigrist, Truog; Riedi, Schäppi, Baechler; Leone.
Biel: Säteri; Rathgeb, Lööv; Grossmann, Jakowenko; Schneeberger, Forster; Delémont; Hofer, Haas, Olofsson; Kessler, Sallinen, Rajala; Künzle, Cunti, Hischier; Brunner, Froidevaux, Tanner; Stampfli.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Bachofner, Hollenstein und Wallmark (alle verletzt), Biel ohne Sheahan (überzähliger Ausländer). ZSC Lions von 57:40 bis 58:46 und ab 58:57 ohne Torhüter. (abu/sda)

Alle Highlights um 22.15 Uhr gratis auf TV24

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese Eishockey-Legenden sind im Triple-Gold-Club
1 / 32
Diese Eishockey-Legenden sind im Triple-Gold-Club
Valtteri Filppula (Finnland): Aufnahmedatum 29. Mai 2022. WM: 2022. Olympia: 2022. Stanley Cup: Detroit Red Wings 2008.
quelle: keystone / kimmo brandt
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Despacito mit Eishockey-Spielern
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ambri schlägt Lugano, ZSC gewinnt Zürcher Derby, Davos beendet Negativserie
Ambri-Piotta ist das bisherige Überraschungsteam in der National League. Die Leventiner gewinnen in Lugano 5:3 und bleiben Tabellenzweiter. Die Fakten der Spiele vom Samstag.
Der erfahrene, frühere NHL-Stürmer Kevin Labanc schoss die Rapperswil-Jona Lakers auswärts gegen Ajoie nach 70 Sekunden der Verlängerung zum 5:4-Sieg. Nicklas Jensen hatte die Gäste in der 52. Minute in die Verlängerung gerettet, nachdem die Lakers nach einer 2:0-Führung zur ersten Pause mit 2:3 (32.) und 3:4 (48.) in Rückstand geraten waren. Beim «ewigen» Tabellenletzten Ajoie, der im sechsten Saisonspiel zum fünften Mal punktete (drei Siege), zeichnete sich der neu verpflichtete Finne Kristian Tanus als Doppeltorschütze aus. Die Rapperswiler bezwangen Ajoie zum siebenten Mal in Folge.
Zur Story