Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Alpo Suhonens Sturz bei der Eröffnungsfeier. Video: Youtube/USWorldNews

Der STolperi von Sotschi

«Es gehört zu einem wahren Finnen, dass er stolpert»

Alpo Suhonen (65) ist seit 2012 Sportdirektor des österreichischen Eishockey-Verbandes. Beim Einmarsch der Nationen bei der Eröffnungsfeier in Sotschi stürzte er vor laufenden TV-Kameras und einem weltweiten Milliarden-Publikum.



Alpo Suhonen, wie geht es Ihnen?
Alpo Suhonen: Gut, gut, ich fühle mich wie 41 Jahre alt.

Was war da los während der Eröffnungsfeier?
Ich weiss schon, was Sie denken …

… was denn?
Schon wieder ein komischer Finne, der betrunken gestolpert ist.

Niemals würde ich so etwas zu denken wagen. Aber wenn Sie es schon ansprechen: Hatten Sie zuviel getrunken?
Nein, nein, sicher nicht. Ich habe mit dem Handy Fotos gemacht und nicht auf meine Schritte geachtet und deshalb bin über irgendetwas gestolpert. Nun bin ich wirklich ein richtiger Finne.

Ein richtiger Finne? Das verstehe ich nicht ganz.
Wissen Sie, es gehört zu einem wahren Finnen, dass er stolpert. Das ist irgendwie so etwas wie unser Schicksal. Wir sind an der WM im Viertelfinale gegen Schweden schon nach einer 5:1-Führung noch gestolpert und ausgeschieden (2003 in Finnland – Schlussresultat 5:6), unser Staatspräsident ist bei einem Staatsbesuch in Schweden gestolpert und umgefallen und nach unserem WM-Titel von 2011 ist bei der Heimkehr aus Bratislava einer unserer Helden vor laufenden Fernsehkameras gestolpert …

… und nun ist mit Alpo Suhonen erstmals ein Finne während der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele gestolpert. Wie waren die Reaktionen?
Positiv. Ich habe offenbar viele Leute zum Lachen gebracht. Aus Österreich habe ich so viele Anrufe bekommen, dass ich jetzt hinterher eigentlich sagen sollte, dass ich es absichtlich getan habe. Damit mal bei einem so durchorganisierten Ereignis was Unerwartetes passiert.

New finnish headcoach for the Swiss National League A hockey club SC Bern, Alpo Suhonen, shows his new players his tactical ideas, in his first training in the Bern Arena, November 15, 2004 in Bern Switzerland. Suhonen signed a contract to coach the team until the end of the season. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

2004 stand Alpo Suhonen beim SC Bern an der Bande Bild: KEYSTONE

Sie sind in der Schweiz fast eine Hockeykultfigur. Sie kamen schon 1970 als Trainer, arbeiteten bei den ZSC Lions, wurden mit Kloten Meister, trainierten den SC Bern. Was sagen Sie zum Scheitern Ihres Landsmannes Antti Törmänen in Bern?
Ich weigere mich, dazu etwas zu sagen. Gerade Sie sind einer der Ewiggestrigen, die immer diese Mär von Disziplin und Autorität verbreiten und den Klubmanager helfen, uns Trainer zu destabilisieren. Denken Sie denn, Hockeyspieler müssen behandelt werden wie Kinder? Nein, Hockeyspieler sind erwachsene Männer.

Das sehe ich nicht so. Es sind Männer, die gut bezahlt werden um zu spielen. Nicht um zu arbeiten. Darum sind sie wie Kinder …
… da haben wir sie wieder Ihre ewiggestrigen Ansichten. Ich sage Ihnen: Antti Törmänen ist nur an seiner mangelnden Erfahrung als Coach gescheitert. Heute weiss ich: Selbst nach zehn Jahren weiss man immer noch nicht, wie es eigentlich geht. Aber es kann in einer Hockeykarriere nicht immer alles gut gehen. Hin und wieder muss man halt auch stolpern.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Heute wird in Olten die neue Swiss League gegründet

Heute wird nach der National League auch die Swiss League in eine unabhängige Aktiengesellschaft umgewandelt. Die aktuellen Strukturen und Regelungen gelten nur noch für diese und nächste Saison. Ab dem Frühjahr 2022 wird so ziemlich alles neu.

Die «Swiss League» wird ab der Saison 2022/23 eine eigenständige Aktiengesellschaft sein. Heute Dienstag wird in Olten diese AG mit einem Aktienkapital von 100'000 Franken gegründet. Zehn Klubs – ausser den Ticino Rockets und der EVZ Academy alle …

Artikel lesen
Link zum Artikel