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Eismeister Zaugg: SCB, Tigers, Biel – einer schafft es nicht ins Play-In

Berns Fabian Ritzmann, links, kaempft um den Puck, gegen Tigers Joel Salzgeber, rechts, im Qualifikations - Spiel der National League zwischen dem SC Bern und den SCL Tigers, am Samstag, 6. Dezember 2 ...
Berner gegen Langnauer: Das wäre die Variante Gotthelf.Bild: keystone
Eismeister Zaugg

Gotthelf, Rolex und Hollywood – drei Varianten für den Schlussspurt

Einer ist zu viel: Langnau, Biel oder der SCB werden das Play-In verpassen. Die «Variante Rolex» ist die wahrscheinlichste.
05.03.2026, 04:4105.03.2026, 07:19

Vor 50 Jahren beherrschten die drei Klubs aus dem Bernbiet die nationale Bühne. Im Frühjahr 1976 holte der SC Langnau (so hiessen die SCL Tigers damals) mit einem 6:3 gegen den EHC Biel im letzten Spiel der Saison den Titel (noch kein Playoff-Modus). Auch 1977, 1978 und 1979 belegten Langnau, der SCB und Biel die ersten drei Plätze. Damals war das Bernbiet das Epizentrum unserer Hockeywelt.

Inzwischen ist Bescheidenheit eingekehrt. Aus dem Ringen um den höchsten nationalen Ruhm ist ein Gedränge um die Trostpreise geworden. Statt um den Meister-Pokal geht es um die letzten Lose im Meisterlotto – genannt Play-In.

Zwei der drei Teams aus dem Bernbiet werden mit ziemlicher Sicherheit das Play-In erreichen. Verzichten wir auf das Durchrechnen aller theoretischen Möglichkeiten. Reduzieren wir das Spektakel auf drei leicht verständliche Varianten.

Variante Gotthelf

Die SCL Tigers und der SC Bern, die zwei traditionsreichsten NL-Klubs im Kanton, retten sich ins Play-In. Für den EHC Biel endet die Saison am Montag.

Variante Rolex

Biel aus der Uhrenstadt und der reiche SC Bern schaffen das Play-In. In Langnau gehen am Montag die Lichter aus und die Spieler in die Ferien.

Gaetan Haas (EHCB) (links) kaempft um den Puck mit Marc Marchon (SCB) (rechts) im Eishockey Spiel der National League zwischen dem SC Bern und EHC Biel, am Samstag 28. Februar 2026 in der PostFinance  ...
Biel und Bern: die Variante Rolex. Bild: keystone

Variante Hollywood

Langnau und Biel schaffen es. Der SC Bern bleibt auf der Strecke. Die spektakulärste der drei Möglichkeiten.

Torhueter Harri Saeteri (EHCB) und Oskars Lapinskis (SCL) in Aktion im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und den SCL Tigers, am Freitag, 21. November 2025, in der ...
Und Biel mit den Tigers: die Variante Hollywood.Bild: keystone

Der Verstand sagt: Vieles spricht für die Variante Rolex. Der Romantiker im Herzen bevorzugt natürlich die Variante Gotthelf. Aber die Variante Hollywood wäre die mit dem grössten Unterhaltungswert und würde Marc Lüthi die Gelegenheit bieten, seine Mission beim SCB nach mehr als 25 Jahren mit einem verbalen Donnerwetter zu beenden.

Weil Hockey unberechenbar ist, gibt es noch eine vierte Möglichkeit: die Variante Schluefweg. Der EHC Kloten erreicht doch noch das Play-In auf Kosten von gleich zwei Berner Teams. Diese Variante ist mehr theoretischer Natur und wird deshalb hier nicht mehr weiter erörtert.

Vieles deutet darauf hin, dass die Entscheidung – wie damals im Frühjahr 1976 – im direkten Duell zwischen Biel und Langnau fällt. Wenn die Bieler am Samstag im zweitletzten Spiel auf eigenem Eis die SCL Tigers bodigen, dann sind sie mit grosser Wahrscheinlichkeit im Play-In. Und Langnau nicht. Weil im Hockey nicht nur Tore, sondern wegen der intensiven medialen Begleitung auch Worte vorbereitet werden müssen, gilt es für die Sportchefs, für alle Fälle vorsorglich die rhetorischen Rettungsboote klarzumachen.

Variante Gotthelf (Biel scheitert):

Sportchef Martin Steinegger:

«Wir haben das Play-In nicht erst in den drei letzten Spielen verpasst. Wir haben den Trainer ein paar Spiele zu spät gewechselt. Aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Wir dürfen nicht zufrieden sein, schauen aber vorwärts und müssen nun erst einmal alles analysieren. Der Trainer ist kein Thema. Schade, dass wir Dominic Zwerger noch nicht im Team hatten.»

Variante Rolex (Langnau scheitert):

Sportchef Pascal Müller:

«Wir haben das Play-In nicht erst in den drei letzten Spielen verpasst. Die Olympiapause hat uns aus dem Rhythmus gebracht. Aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Wir dürfen nicht zufrieden sein, schauen aber vorwärts und müssen nun erst einmal alles analysieren. Der Trainer ist kein Thema. Schade, dass Dario Rohrbach in seinem letzten Spiel nicht getroffen hat.»

Variante Hollywood (der SCB scheitert):

Untersportchef Martin Plüss nach Rücksprache mit dem neuen Obersportchef Pascal Signer, Manager Marc Lüthi und Präsident Carlo Bommes:

«Wir haben das Play-In nicht erst in den drei letzten Spielen verpasst. Zu viele wichtige Spieler waren verletzt. Aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Wir dürfen nicht zufrieden sein, schauen aber vorwärts und müssen nun erst einmal alles analysieren. Auch mit Jussi Tapola hätte es nicht gereicht. Der Trainer ist ein Thema. Schade, dass wir Dario Rohrbach noch nicht im Team hatten.»

Doch auch für den Fall des Erfolges müssen die richtigen Sätze fürs spontane TV-Interview gleich nach dem Spiel auswendig gelernt werden. Es geht darum, etwas zu sagen, das den Gegner weder motiviert noch provoziert. Unabhängig davon, wer der Gegner im Play-In sein wird.

Martin Pluess, Sportdirektor, spricht an der Saison Medienkonferenz des SC Bern am Montag, 25. August 2025 in der Postfinance Arena in Bern. Am 9. September spielt der SCB sein erstes Spiel der Saison ...
Eismeister Zaugg leistet Medienhilfe für SCB-Sportdirektor (oder eben «Untersportchef») Martin Plüss und seine Amtskollegen.Bild: keystone

Untersportchef Martin Plüss nach Rücksprache mit dem neuen Obersportchef Pascal Signer, Manager Marc Lüthi und Präsident Carlo Bommes (SCB im Play-In):

«Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Nun ist alles möglich. Wir nehmen Spiel für Spiel.»

Sportchef Martin Steinegger (Biel im Play-In):

«Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Nun ist alles möglich. Wir nehmen Spiel für Spiel.»

Sportchef Pascal Müller (Langnau im Play-In):

«Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Nun ist alles möglich. Wir nehmen Spiel für Spiel.»

Wenn später im Falle eines Falles die Manager gefragt werden, welche Folgen das Verpassen des Play-In habe, so hilft eine gute Vorbereitung, die richtigen Worte zu finden. Biels Daniel Villard:

«Wir sind natürlich enttäuscht. Wir müssen erst einmal alles in aller Ruhe analysieren. Aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt.»

Langnaus Dieter Aeschimann:

«Wir sind natürlich enttäuscht. Wir müssen erst einmal alles in aller Ruhe analysieren. Aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt.»

Berns Marc Lüthi, ohne Rücksprache mit Untersportchef Martin Plüss, Obersportchef Pascal Singer und Präsident Carlo Bommes:

«Es ist besser, wenn ich jetzt nichts sage.»
Marc Luethi, CEO SCB, gibt seinen Ruecktritt waehrend einer Medienkonferenz des SC Bern bekannt, am Montag, 19. Januar 2026 in der PostFinance Arena in Bern. Der Unternehmer Juerg Fuhrer wird sein Nac ...
Gibt es zum Ende der Lüthi-Ära beim SCB nochmals ein Donnerwetter?Bild: keystone

Die bedeutungsschwersten Worte gehören zum Abschluss der Qualifikation Liga-General Denis Vaucher:

«Alle Mannschaften haben Charakter gezeigt. Nun ist alles möglich. Alle nehmen nun Spiel für Spiel.»
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