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ARCHIV - Davos' Head coach Arno Del Curto speaks to his players, during the game of National League A (NLA) Swiss Championship between Geneve-Servette HC and HC Davos, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Friday, October 3, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Welche Taktik wählt Arno Del Curto im Duell mit KHL-Vertreter Salawat Ufa? Bild: KEYSTONE

Nicht zu viel und nicht zu wenig Taktik

Eismeister Zaugg

Der HC Davos kommt ins Finale – wenn Arno Del Curto die richtige Mischung findet

Der Nörgeler sagt: Der Spengler Cup 2014 ist langweilig. Zuviel Taktik. Der Kenner sagt: Viel Taktik spricht für die Qualität des Turniers – und der NLA. Davos gegen Team Canada wäre das logische Finale.



Davos und Servette haben sich direkt für die Halbfinals qualifiziert. Der Gastgeber spielt heute Nachmittag gegen Salawat Ufa um den Finaleinzug. Servettes Gegner ist im Abendspiel das Team Canada.

Der Nörgeler ist enttäuscht und sagt: Wir haben bisher zu viele glanzlose Spiele und Siege gesehen. Gerade vom HC Davos. Der HCD hat sich unspektakulär mit 2:1 gegen das Team Canada und mit 1:0 gegen Zagreb fürs Halbfinale gegen Ufa qualifiziert. Der Kenner hingegen lobt: Triumphe der perfekten Organisation und schlauen Taktik.

Davos Trainer Arno Del Curto, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos am Sonntag, 14. Dezember 2014 im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Arno Del Curto hat seine Mannen zweimal hervorragend eingestellt. Bild: KEYSTONE

Tatsächlich fällt auf, dass beim Spengler Cup Taktik wichtiger geworden ist. Taktik begeistert Trainer und frustriert den Zuschauer. Denn gute Organisation und Disziplin machen die Räume eng und entziehen den Künstlern Zeit, Tanzfläche und Sauerstoff.

Kein «Firewagon Hockey» mehr möglich

Aber wer heute dieses Turnier gewinnen will, muss mehr denn je auf eine gute Taktik achten, um bei so vielen Spielen in so kurzer Zeit auf so hohem Niveau und auf 1600 Meter über Meer die Kräfte einteilen zu können.

Die Zeiten, als mit wildem «Firewagon Hockey» («Feuerwehr-Hockey») die Gegner in jedem Spiel vom Eis gefegt und die Zuschauer begeistert werden konnten, sind längst vorbei. Das Turnier ist viel zu ausgeglichen geworden und das Niveau ist für Unterhaltungs-Hockey zu hoch.

Sold out stadium during the game between Switzerland’s HC Davos and Team Canada at the 88th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, Friday, December 26, 2014. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Noch haben die Fans am Spengler Cup kein Spektakel-Hockey gesehen. Bild: KEYSTONE

So gesehen hat der HC Davos also bisher brillant gespielt. Für einmal hat Arno Del Curto Hockey-Schach gespielt und kein Spektakel zelebriert. Die Rechnung ist zum Auftakt gegen ein noch nicht eingespieltes Team Canada (2:1) und gegen das schwächste Team des Turniers (1:0 gegen Zagreb) aufgegangen. Und in beiden Partien brauchte es mit Leonardo Genoni einen Weltklasse-Torhüter.

Die grosse Frage ist nun, ob der HCD mit taktischem Hockey im Halbfinal auch das KHL-Spitzenteam Ufa in Schach halten und ins Endspiel einziehen kann. Oder besser gesagt: Ob der HC Davos die richtige Balance im Spiel findet. Zu viel Taktik ist so verhängnisvoll wie zu wenig Taktik. Zu viel Vorwärtsdrang ist so gefährlich wie zu grosse Passivität.

NLA vs. KHL 3:1

Servette steht gegen Team Canada vor der gleichen Herausforderung. Auch die Genfer verdanken ihre Halbfinal-Qualifikation – 3:2 gegen Ufa, 3:1 Jokerit – mehr ihrer Taktik als purem Talent und mitreissendem Spektakel. Nun wartet im Halbfinale Team Canada, das im Viertelfinal Jokerit Helsinki 5:2 besiegt hat.

Es war das bisher beste, intensivste Spiel des Turniers. Die Kanadier haben mit der richtigen Mischung aus Offensive, Defensive, Tempo und Taktik überzeugt, eine hohe Spielintensität entwickelt und die harschen Kritiken zu Beginn des Turniers Lügen gestraft.

epa04540629 Geneva's Jonathan Mercier, right, fights for the puck against Ufa's Teemu Hartikainen during the game between Switzerland’s Geneve Servette HC and Russia’s HC Salavat Yulaev Ufa at the 88th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, Friday, December 26, 2014.  EPA/PETER SCHNEIDER

Wer behält am Schluss die Oberhand? Der KHL-Vertreter Ufa oder ein Team mit NLA-Cracks? Bild: EPA/KEYSTONE

Der logische Final wäre nun Davos gegen das Team Canada und auch wenn es nicht zu diesem logischen Final kommt – eines steht fest: Die höchste Liga der Schweiz hat den Vergleich mit der KHL mit 3:1 gewonnen. Im Halbfinal stehen drei Teams mit Spielern aus der NLA (Servette, Davos, Team Canada) und nur noch eines (Ufa) aus der KHL.

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