Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ostrava, 13.5.2015, Ice Hockey IIHF World Championships, Swiss team Training, Headcoach Glen Henlon with goalies Leonardo Genoni and Reto Berra (Robert Hradil/EQ Images)

Reto Berra (l.) steht im Tor. Leonardo Genoni (r.) muss trotz besten Werten das Törchen auf und zu machen.  Bild: EQ Images

Eismeister Zaugg

Reto Berra ist die riskanteste Torhüterwahl dieses Jahrhunderts

Nationaltrainer Glen Hanlon stellt gegen die USA Reto Berra (28) ins Tor. Blinder NHL-Glaube oder das feine Gespür eines grossen Bandengenerals? Auf jeden Fall ganz schön mutig. 

Klaus Zaugg, ostrava



Die Hockeygötter haben ihre Meinung geändert. Reto Berra bekommt 2015 in Prag nun doch eine Heldenrolle. Er spielt im Viertelfinale gegen die USA. Die riskanteste Torhüterwahl dieses Jahrhunderts. 

Die Statistik sagt: Leonardo Genoni (27) muss gegen die USA spielen. Er ist nach drei Einsätzen (gegen Frankreich, Deutschland und Schweden) mit einer Fangquote von 95,52 Prozent die Nummer 1 der gesamten WM. Reto Berra hat nach vier Partien (Österreich, Lettland, Kanada, Tschechien) lediglich eine Abwehrquote von 87,60 Prozent. Er ist die Nummer 18 der WM-Statistik. 

Statistik hin oder her: Gegen die USA spielt Reto Berra. 

Switzerland's goaltender Reto Berra pauses during their Ice Hockey World Championship game against Czech Republic at the O2 arena in Prague, Czech Republic May 12, 2015.  REUTERS/David W Cerny

Reto Berra: Auf seinen Schultern lastet viel Verantwortung. Bild: DAVID W CERNY/REUTERS

Mit Leonardo Genoni hat die Schweiz zweimal gewonnen (3:1 Frankreich, 1:0 Deutschland) und einen Punkt gegen Schweden geholt. Mit Reto Berra haben die Schweizer alle Partien verloren.  

Siege hin oder her: Gegen die USA spielt Reto Berra. 

Leonardo Genoni hat die beste Saison seiner Karriere gespielt und mit dem HCD die Meisterschaft gewonnen. Reto Berra hat bei Colorado in der NHL erst in den letzten fünf Saisonpartien wieder sein bestes Hockey gespielt, keinen Titel geholt und war bei Colorado nie die Nummer 1, aber manchmal nur die Nummer 3. 

Beste Saison und Titel hin oder her – gegen die USA spielt Reto Berra. 

Torhueter Leonardo Genoni, an der Meisterfeier des HC Davos, am Samstag, 18. April 2015, in Davos. Der HC Davos war am Freitag, 10. April 2015 zum 31. Mal Schweizer Eishockey Meister geworden. Sie hatten die Finalserie gegen die ZSC Lions mit 4:1 gewonnenen Spielen fuer sich entschieden. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Da nützt auch der Meistertitel nichts für Leonardo Genoni. Bild: KEYSTONE

Diese fünf Gründe sprechen für Berra

Warum nominiert Nationaltrainer Glen Hanlon gegen alle vernünftigen Argumente für das alles entscheidende Spiel Reto Berra? 

Switzerland's goaltender Reto Berra saves a shot of Canada's Claude Giroux (R) during their Ice Hockey World Championship game at the O2 arena in Prague, Czech Republic May 10, 2015. REUTERS/David W Cerny

Hext Reto Berra uns in den Halbfinal wie 2013 in den Final? Bild: DAVID W CERNY/REUTERS

Die Hintertür für billige Ausreden ist zu

Es gibt also gute Gründe für die Nomination von Reto Berra gegen die USA. Trotzdem: Die klassische Lösung Leonardo Genoni hätte Nationaltrainer Glen Hanlon die Hintertüren der billigen Ausreden offen gelassen. Niemand hätte ihn kritisiert, wenn er den statistisch klar besten WM-Torhüter nominiert hätte. Und erst noch den Goalie, mit dem die Schweizer ihre einzigen zwei Siege in den Gruppenspielen erreicht hatten.  

epa04746823 Glen Hanlon, head coach of Switzerland's national ice hockey team, looks on his players during a training session, one day before the quarterfinal against the USA at the IIHF 2015 World Championship, at the CEZ Arena, in Ostrava, Czech Republic, 13 May 2015.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

Glen Hanlon hat sich die Hintertüre für billige Ausreden selbst verschlossen. Bild: EPA/KEYSTONE

So gesehen ist die Nomination von Reto Berra die riskanteste Torhüterwahl seit Ralph Krueger bei der WM 1998 für die alles entscheidende Partie gegen Russland auf Reto Pavoni verzichtet und alles auf die Karte des 20-jährigen WM-Neulings David Aebischer gesetzt hat. Die Schweiz besiegte dank David Aebischer zum ersten Mal an einer WM die Russen (4:2) und rückte schliesslich ins Halbfinale vor. Ralph Krueger hatte das feine Gespür für die richtige Goaliewahl. 

Der Karriereabschnitt Hanlons auf ein Spiel reduziert

Gewinnen die Schweizer das WM-Viertelfinale gegen die USA (Donnerstag, 15.15 Uhr im Liveticker), dann ist Glen Hanlon ein Held und fortan gilt er als grosser Bandengeneral mit einem feinen Gespür für die richtige Goalie-Wahl.  

Verlieren die Schweizer diese Partie mit einer durchschnittlichen Leistung von Reto Berra, dann kehrt Glen Hanlon nicht als neuer Ralph Krueger oder Sean Simpson aus Prag zurück. Sondern als Eishockeyantwort auf den braven Soldaten Schwejk. Ein ganzer Karriereabschnitt, ja manchmal eine ganze Karriere reduziert auf ein einziges Spiel. So unfair kann der Sport sein. Aber wie sagte schon der Dichterfürst Friedrich Schiller: «Wer nichts wagt, der darf nichts hoffen.»

Alle Eishockey-Weltmeister

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Das könnte dich auch interessieren:

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • länzu 14.05.2015 14:21
    Highlight Highlight Es ist vor allem eine Geringschätzung des Schweizer Eishockeys, was da Hanlon veranstaltet. Aber, er wird hoffentlich die Quittung von den Clubs erhalten, wenn er dann wieder mit seinen Anliegen kommt.
    Wobei, am liebsten wäre es mir, wenn er gar keine Anliegen mehr formulieren dürften und nach der WM entlassen würde. Platzierung hin oder her. Das Theater, welches er da aufgeührt hat und das unattraktive Hockey, welches unser Team spielt, ist Grund genug.
  • Rico Holzer 14.05.2015 13:52
    Highlight Highlight hätte 2013 der Simpson auf Berra gesetzt wären wir eventuell WM.
    hätte, wäre, wenn.

    wir sollten eher über die Wahl zum grössten Chancentod diskutieren. Brunner, Suri, Ambühl, Hollenstein usw. sind alle noch einige Tore schuldig.

    Wir hoffen heute auf die Überraschung im Powerply und warten dann auf die neuste Zaugg'sche Einschätzung.
  • mcnukem 14.05.2015 12:32
    Highlight Highlight langsam langsam herr zaugg. die nla ist in sachen schussqualität nicht mit der nhl zu vergleichen. berra ist ein weltklasse torhüter. gegen die kanadier wurde er von seinen vorderleuten im stich gelassen und hat trotzdem einen gib save nach dem anderen hingelegt. keine frage, genoni hätte es genau so verdient zu spielen, aber von einer jahrhundert entscheidung zu sprechen scheint mir übertrieben. schlussendlich müssen wir beginnen tore zu schiessen um den amerikanern wirklich auf die pelle zu rücken!
  • Clark Kent 14.05.2015 11:31
    Highlight Highlight die polemik des herrn zaugg in der vorrunde hat sich als lauwarme luft erwiesen. hanlon und die sui nati haben die antwort(en) auf dem eis gegeben. auf ein neues, herr zaugg! man kann es auch jetzt wieder versuchen, klar. erinnert mich stark an die monatelange medienhetze gegen die lakers.
  • JJ17 14.05.2015 11:26
    Highlight Highlight Naja aber ehrlichgesagt kann man die NHL auch nicht mit der NLA vergleichen, desswegen sind einige Vergleiche wirklich recht überflüssig!
    • Topoisomerase 14.05.2015 12:05
      Highlight Highlight Stimmt, in der NLA gibt es immerhin Stimmung und Billette under 40 Dollars.
    • JJ17 14.05.2015 12:54
      Highlight Highlight @alessawardo: Schau dir doch bitte einmal ein Video von dieser Nacht aus dem Maddison Square Garden der New Yorker Rangers an, dann siehst du dass es auch dort richtig abgeht!
      Und in Buffalo kriegt man sogar Tickets unter 10$
    • Gantii 16.05.2015 16:20
      Highlight Highlight im Maddisson Square Garden kostet das günstigste Ticket auch 316$

Die «Alpen-Russen», ein verpasster Weltrekord und ein neues Traumpaar

Ein WM-Start, wie es sich für einen Grossen gehört. Die Schweizer zauberten gegen die Italiener wie die Russen in alten Zeiten und feierten mit 9:0 den höchsten WM-Sieg seit 1952. Aus diesem Partyspiel ergeben sich sieben positive Erkenntnisse für diese WM.

Das Trauma «WM-Start» ist überwunden. Viermal hintereinander hatten die Schweizer im Startspiel gegen den Aufsteiger Punkte abgegeben. Und nun war die Ouvertüre gegen Aufsteiger Italien ein Spektakel sondergleichen. Traum statt Trauma. Wie ist das möglich?

In erster Linie ist es eine Kopfsache. Die Zuversicht war also kein Irrtum. Die Schweizer haben diese Partie nicht nur mit der kontrollierten Arroganz der Grossen hinter sich gebracht. Sie haben sie mit einer erfrischenden Spielfreude geradezu …

Artikel lesen
Link zum Artikel