Ein Berg für die Rad-WM? Jetzt ist klar, was in Abu Dhabi wirklich geplant ist
«Sie bauen einen künstlichen Berg.» Im November sorgte Radprofi Tim Merlier mit dieser Aussage für Furore, als er über Abu Dhabi sprach, den Austragungsort der Rad-WM 2028. Die Scheichs würden damit einen härteren Kurs möglich machen, was Merlier und seinen Sprinterkollegen nicht in den Kram passt.
Tatsächlich gibt es einen künstlichen Hügel. Der Wathba Artificial Hill wird als Ausflugsziel angepriesen, von dessen Gipfel man eine atemberaubende Aussicht auf die Wüste habe. Aktuell existiert laut der spanischen Zeitung «Marca» ein 1,4 Kilometer langer und durchschnittlich 6 Prozent steiler Anstieg, aber der Hügel soll weiter wachsen.
Die Furcht der Sprinter: Anstatt eines auf sie zugeschnittenen, topfebenen Kurses würden 2028 in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein weiteres Mal andere Fahrertypen die Chance erhalten, das begehrte Regenbogentrikot des Weltmeisters zu ergattern. Solche wie der amtierende Champion Tadej Pogacar, der im UAE Team Emirates fürstlich bezahlt wird und den die Scheichs wohl liebend gerne bei sich im Land siegen sähen.
«Der Wunsch war ein Sprinterfestival»
Doch daraus wird wohl nichts. «Es wird eine Sprinter-WM», sagte Peter Van den Abeele. Gegenüber dem belgischen Portal «Sporza» erklärte der Sportdirektor des Weltverbands UCI, es werde ein flaches Rennen geben. «Der Wunsch von UCI-Präsident David Lappartient war ein Sprinterfestival. Es ist schon eine Weile her, seit die Sprinter letztmals ihre Chance erhielten.»
Bis Ende dieses Jahres soll die Strecke der Rad-WM 2028 stehen. «Es wird im WM-Kurs vielleicht einen hundert Meter hohen Hügel geben, aber mehr auch nicht. Die Sprinter können beruhigt schlafen», versprach Van den Abeele.
Pogacar im Frühling in der Schweiz
In Abu Dhabi waren Radprofis bereits dieser Tage unterwegs. Pogacars mexikanischer Teamkollege Isaac del Toro gewann am Sonntag die Gesamtwertung der UAE Tour.
Am Wochenende beginnt mit Omloop Nieuwsblad die Saison der belgischen Frühjahrsklassiker. Pogacar greift am 7. März bei Strade Bianche ins Geschehen ein – das er in den beiden letzten Jahren gewinnen konnte.
Später im Frühling wird Pogacar auch in der Schweiz zu sehen sein. Ende April nimmt er an der Tour de Romandie teil. Im Juni steht die Tour de Suisse auf dem Programm, bei der er sich den letzten Schliff für die Tour de France holen will.
