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Blick ins Stadtion beim Eishockey Champions Hockey League Gruppenspiel zwischen dem SC Bern und IFK Helsinki aus Finnland am Freitag, 28. August 2015, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Der Kampf um die Playoffs geht in die entscheidende Phase. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Hochspannung im Playoff-Kampf – geht dem SCB der Schnauf aus?

Theoretisch können Ambri, Langnau und der SCB noch über den Strich klettern und die Playoffs erreichen. Aber eigentlich hat nur noch der SCB eine realistische Chance.



71 Punkte könnten reichen, unter allergünstigsten Umständen vielleicht sogar 68. Am «billigsten» war der letzte Playoffplatz 2011 zu haben. Damals genügten 60 Punkte. Am «teuersten» war es im letzten Frühjahr: Servette brauchte 75 Punkte für den 8. Rang.

Rang 7: HC Lugano

Restprogramm:

Lugano hat sieben der letzten elf Partien gewonnen und ist dem Ziel von allen «Zitterteams» am nächsten. Im allerbesten theoretischen Fall braucht Lugano nur noch zwei Punkte und fünf sollten sicher reichen. Zwei Massnahmen haben die Mannschaft stabilisiert und wieder «über den Strich» gebracht:

  1. Die Entlassung des finnischen Verlierers Sami Kapanen am 18. Dezember. Als er endlich gehen musste, hatte Lugano auf dem zweitletzten Platz nur noch zwei Punkte Reserve auf Schlusslicht Rapperswil-Jona.
  2. Am 10. Dezember die Verpflichtung eines zweiten ligafähigen Torhüters (Niklas Schlegel), um dem genügsamen Sandro Zurkirchen Beine bzw. Paraden zu machen. So hat Lugano dank dem SC Bern sein Goalieproblem gelöst. Als Niklas Schlegel kam, war Lugano einen Punkt hinter dem SCB auf dem 10. Rang klassiert. Nun hat Lugano auf dem 7. Platz sechs Punkte Vorsprung auf Bern.
Torhueter Sandro Zurkirchen, rechts, und Elia Riva, links, von Lugano beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Lugano vom Freitag, 24. Januar 2020 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

Zurkirchen hält dank Konkurrent Schlegel wieder mehr Pucks. Bild: KEYSTONE

Wenn die Tessiner auf Kosten des Meisters die Playoffs erreichen sollten, so können wir sagen, dass der SCB die Playoffs um ein paar Silberlinge verkauft hat: die Berner liessen Niklas Schlegel nach dem Transfer von Tomi Karhunen ohne jede Not aus einem laufenden Vertrag heraus nach Lugano ziehen um ein wenig Geld, ein paar Silberlinge zu sparen.

Rang 8: Fribourg-Gottéron

Restprogramm:

Von allen «Zitterteams» ist Gottéron am besten in Form und hat sieben der letzten neun Partien gewonnen. Ein Trainerwechsel hat die Wende gebracht: Als Trainer Mark French am 5. Oktober gehen musste, war Fribourg mit fünf Punkten Rückstand auf Ambri Schlusslicht. Inzwischen haben Sportchef Christian Dubé und sein Berater Sean Simpson die launischen Schillerfalter einerseits taktisch stabilisiert und andererseits auch «emotionalisiert», Eishockey wird wieder gespielt und nicht nur gearbeitet.

HC Fribourg Gotteron Spieler jubeln nach dem Sieg (5-3), beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den HC Fribourg Gotteron und dem SC Rapperswil-Jona Lakers, am Freitag, 14. Februar 2020, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Gottéron triff im Playoff-Kampf als Einheit auf. Bild: KEYSTONE

Gottéron kann im stürmischen Vorwärtsgang gewinnen (6:5 n.P. in Biel), beherrscht aber auch das coole taktische Schablonenspiel wie beim Sieg in Zürich (2:1 n.V.) oder zuletzt in Lausanne (3:2). Von zehn Partien, die in die Verlängerung oder in die Penalty-Entscheidung gingen, hat Gottéron neun gewonnen. Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: Wenn Fribourg fürs zweitletzte Spiel mit vier Punkten Vorsprung nach Bern reist, dann sind die Playoffs nahe. Aber Torhüter Reto Berra muss sein bestes Hockey spielen.

Rang 9: SC Bern

Restprogramm:

Ohne die überragenden Leistungen ihres finnischen Torhüters Tomi Karhunen hätten die Berner die Playoffs bereits verspielt. Es gibt noch eine Chance: wenn der Meister mindestens drei der ausstehenden fünf Partien nach 60 Minuten gewinnt (und darunter jene gegen Gottéron) – dann sind die Playoffs bei allergünstigster Konstellation möglich und mit vier Siegen nach 60 Minuten müsste es eigentlich reichen. Das müsste doch zu machen sein, oder?

Aber der SCB hat diese Saison gegen Lugano die drei bisherigen Spiele und einmal auch auf eigenem Eis gegen Gottéron verloren. Der Trainerwechsel – Hans Kossmann für Kari Jalonen – hat nichts bewirkt. Weil er nicht nötig war. Willen und Leidenschaft haben nie gefehlt. Die bange Frage ist bei der ältesten Mannschaft der Liga vielmehr: Haben die ständig stark forcierten Titanen (Simon Moser, Marc Arcobello) noch genug Schnauf für einen Schlussspurt?

La joie du top scorer bernois Mark Arcobello, gauche, et de l'attaquant bernois Simon Moser, droite, lors de la rencontre du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le HC Fribourg-Gotteron et le SC Bern, ce samedi, 18 janvier 2020 a la patinoire de la BCF Arena a Fribourg. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Ohne Moser und Arcobello in Topform muss der SCB wohl in die Platzierungsrunde. Bild: KEYSTONE

Arcobello hat in den letzten 15 Partien nur noch zwei Tore erzielt und in den letzten sieben Spielen gar nicht mehr getroffen. Selbst Simon Moser kann nicht in jeder Partie rocken. Die grosse Chance ist die Direktbegegnung in der zweitletzten Runde gegen Gottéron – aber bis dahin sollte der Rückstand nicht mehr vier Punkte betragen.

Rang 10: SCL Tigers

Restprogramm:

Dass die SCL Tigers mit dieser Mannschaft überhaupt noch eine Playoff-Chance haben, ist ein Wunder. Aber nun sind sie statistisch das formschwächste «Zitterteam». Die Langnauer haben lediglich zwei der letzten acht Partien gewonnen. Durch hausgemachte Unstimmigkeiten – sie haben dazu geführt, dass Chris DiDomenico Ende Saison zu Gottéron wechselt – ist eine formidable Ausgangslage (fünf Punkte Vorsprung auf Platz 9) verspielt worden.

Wenigstens ist die Fähigkeit, auf Rückschläge reagieren zu können, noch nicht ganz verloren gegangen. In Genf gelang nach drei Niederlagen hintereinander endlich wieder ein Sieg (3:2 n.P). Die Ausgangslage ist ähnlich wie in Bern: ein überragender Goalie (Ivars Punnenovs) gibt der Mannschaft in jedem Spiel eine Chance auf den Sieg. Aber wer macht die Tore? Chris DiDomenico hat in den letzten 14 Partien nur noch zwei Tore erzielt.

Tigers, Chris DiDomenico, geschlagen, nach dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und den ZSC Lions, am Samstag 15. Februar 2020 im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

DiDomenico trifft einfach nicht mehr. Bild: KEYSTONE

Ob es reicht, dürfte sich schon am Samstag im Heimspiel gegen Gottéron zeigen. Durchaus möglich, dass am Ende die drei Punkte fehlen werden, die am 11. Februar beim 3:7 gegen die Lakers verloren gegangen sind. So bös es tönt, so richtig es ist: Wer die Lakers in der entscheidenden Schlussphase nicht schlägt, ist die Playoffs nicht wert.

Rang 11: Ambri-Piotta

Restprogramm:

Nur wenn Ambri alle vier ausstehenden Partien nach 60 Minuten gewinnt, sind die Playoffs bei einer günstigen Konstellation noch möglich. Das ist allerdings höchst unwahrscheinlich. Die Tapferen der Leventina zahlen nach ihrer grandiosen letzten Saison (Platz 5 in der Qualifikation) den erwartet hohen Preis für den Tanz auf zu vielen Hochzeiten (Champions League, Qualifikation, Spengler Cup).

Aber nach der Qualifikation ist noch nicht Schluss. Nach der Platzierungsrunde müssen der 11. und 12. zu den Playouts antreten und der Verlierer muss in die Liga-Qualifikation gegen den Meister der Swiss League – sofern der aufstiegsberechtigt und aufstiegsfähig ist. Gefährlich sind eigentlich nur Kloten und Olten und die haben schon mal die erste Viertelfinalpartie verloren.

Ambri's fan, during the preliminary round game of National League A (NLA) Swiss Championship 2019/20 between HC Lugano and HC Ambri Piotta at the ice stadium Corner Arena in Lugano, Switzerland, Tuesday,  February 11, 2020. (KEYSTONE-ATS / Ti-Press / Pablo Gianinazzi)

Der Playoff-Zug ist wohl abgefahren, aber absteigen wird Ambri kaum. Bild: KEYSTONE

Ambri hat reiche Erfahrung im sportlichen Überlebenskampf – eine Erfahrung, die dem SCB völlig fehlt und auch die Langnauer haben den Pulverdampf des Abstiegskampfes seit vier Jahren nicht mehr in der Nase gehabt. Ambri mag im Kampf um den letzten Playoffplatz praktisch chancenlos sein – aber Ambri dürfte von allen «Zitterteams» auf die Fortsetzung in der Platzierungsrunde am besten vorbereitet sein.

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Buceador 21.02.2020 10:11
    Highlight Highlight Logisch hofft die ganze Schweiz, dass Bern die Playoffs verpasst. Neid muss man sich zuerst erarbeiten aber wir SCB Fans können gut damit umgehen ;-) Es kommt, wie es kommt aber sollte Bern die Playoffs plötzlich doch noch erreichen (was ich nicht annehme), wäre plötzlich wieder alles möglich...
    • crocoo 21.02.2020 11:36
      Highlight Highlight Persönlich hoffe ich sogar dass ihr absteigt!
    • Buceador 21.02.2020 12:46
      Highlight Highlight Gratuliere, dann kannst du weiterhoffen.
      Ganz ehrlich: Ich mag auch viele Clubs nicht, trotzdem hoffe ich nicht, dass sie absteigen. Ganz einfach weil sie für die Würze sorgen und es ohne sie langweilig wäre. Wer der Ansicht ist, dass Bern nicht wichtig ist für diese Liga, hat ganz einfach keine Ahnung von Eishockey.
  • humpalumpa 20.02.2020 21:01
    Highlight Highlight Playout sind gebucht. Na und. Passiert halt mal. Hoffe einfach die mutzen ziehen die lehren daraus.
    • CaptainObvious 21.02.2020 12:20
      Highlight Highlight Nein, da kann ich nicht zustimmen.

      Der Anspruch eines Teams wie Bern, ZSC, Zug muss Play-Off Teilnahme bzw weiterkommen sein!
      Ein „jä nu, passiert halt mal“ ist die falsche Einstellung und verwässert meiner Meinung nach die daraus gezogenen Lehren.

      Der SCB ist falsch beraten diese Saison mit Ausreden (zB „sehr ausgeglichene Liga“, oder „es war knapp, viel hat nicht gefehlt“) zu beschönigen.
      Man muss knallhart über die Bücher!
  • Gondeli 20.02.2020 20:42
    Highlight Highlight In die Play-Offs wirds den Tigern auf Kosten von Fribourg locker reichen!

    Grün wird das Emmental!
    • magnet1c 20.02.2020 21:25
      Highlight Highlight Im Frühling wirds im Emmental bestimmt wieder Grün. 😉
    • Mia_san_mia 21.02.2020 05:04
      Highlight Highlight Ja genau locker 😂
    • Dynamischer-Muzzi 21.02.2020 06:53
      Highlight Highlight Die Pleeeeee outs warten schon Gondeli. Kannst die roten Blacheli schon mal putzen.
  • Bruno Wüthrich 20.02.2020 18:56
    Highlight Highlight Nur ein paar Anmerkungen zu Ambri und Langnau:
    1. Ambri: Die schwerste Partie ist die nächste. Diese findet bei den ZSC Lions statt. Verliert Ambri, ist die letzte Playoff-Chance dahin. Aber gewinnen die Leventiner, sind vier Siege nicht sooo unrealistisch. Ob es dann reichen würde, ist trotzdem alles andere als sicher.
    2.) Langnau: Nehmen die SCL Tigers den Schwung aus Genf mit und gewinnen auch in Davos, so können sie tags darauf im Heimspiel gegen Gottéron nochmals kräftig an die Playoff-Türe klopfen. Dies wird jedoch alles andere als leicht. Ganz unrealistisch ist es aber nicht.
  • Merida 20.02.2020 18:41
    Highlight Highlight Allez 🐲🐉!
  • Solti 20.02.2020 18:06
    Highlight Highlight Geht dem SCB der Schnauf aus? Über die ganze Saison hatten die gar nie richtig Schnauf. Ganze Saison grottenschlecht, während z.b. langnau erst jetzt am einbrechen ist. Bern muss ins playout. Tut denen aber vielleicht grad gut,um mal the big picture zu sehen und alles und jeden posten zu hinterfragen.
  • Dr no 20.02.2020 17:50
    Highlight Highlight Der SCB ist ja nicht nur Arcobello und Moser. Und das ist ja genau das grosse Problem. Wo sind all die anderen ? Wo ist Praplan ? Andersson ? Scherwey ? Rüfenacht ? Blum ? Ebett ? Viel zu viele bringen ihre Leistung nicht, deshalb ist der MEister im Elend.
  • Scrj1945 20.02.2020 17:46
    Highlight Highlight Wehe wenn bern morgen gegen rappi verliert. Dann ist es ende mit den mutzen träumen😈
    • #schwizer12 20.02.2020 20:26
      Highlight Highlight Hopp Rappi!!
  • magnet1c 20.02.2020 17:42
    Highlight Highlight Achja, die Langnauer verpassen die Playoffs natürlich bloss wegen einer einzigen Niederlage gegen den SCRJ, wo der SCB sogar zwei Niederlagen kassiert hat. Falls, dann hat Langnau die Playoffs im Zeitraum Januar bis Februar verspielt.
    • Bruno Wüthrich 20.02.2020 19:00
      Highlight Highlight Die Partie, welche die SCL Tigers gegen die Lakers ablieferten, war unterirdisch. So gesehen kann man durchaus auf dieses Spiel zeigen. Doch zwei Runden zuvor im Spiel gegen Ambri, riss der Faden bei den Langnauern (ab dem 2. Drittel) ebenfalls vollends. Diese Leistung war ebenfalls nicht besser. Es waren einfach zwei miserable Leistungen zur Unzeit gegen einen jeweils nicht einmal besonders stark aufspielenden Gegner.
  • crocoo 20.02.2020 16:34
    Highlight Highlight Hoffen wir einfach das die Davoser und Lakers nicht zum GRATIS Punktelieferant für den SCB werden.
  • gedankensimulant 20.02.2020 16:11
    Highlight Highlight Hihi

    (a) und (h) 's von oben nach unten der jeweiligen teams durchzulesen, macht spass 😄 kopfkino*
  • Amboss 20.02.2020 16:00
    Highlight Highlight Zwei Dinge muss man da schon noch anmerken:
    - Was hätte denn der SCB mit Schlegel machen sollen? Im Clubhaus Getränke servieren lassen? Dass er nochmals im Tor steht war undenkbar und ihm einfach beschäftigungslos den Lohn bezahlen, obwohl ein Angebot da wäre - DAS wäre wirklich unsportlich, unfair gewesen. Transfers gehören einfach zum Sport dazu...

    - Waren die Leistungen von Karhunen wirklich so überragend? durchaus okay, mehr aber auch nicht. Da scheint sich Herr Zaugg wohl rechtfertigen müssen, weil er den Karhunen mal als "bester Spieler der laufenden Saison" aufgeführt hat.
    • besserwisser#99 20.02.2020 17:30
      Highlight Highlight Zu ergänzen gibts da einzig noch folgende Aussagen eines Chronisten, dessen Namen mir soeben entfallen ist:
      „Niklas Schlegel ist ein Lottergoalie“ und „der SCB hat ein Torhüterproblem“
      Beides irgendwann im letzten Dezember
    • feuseltier 20.02.2020 18:06
      Highlight Highlight Umso schöner, wenn Schlegel lugaNO in die playoffs het und bern das nachsehen hat :))

Eismeister Zaugg

Der tiefere Grund für die SCB-Krise: Marc Lüthi ist zu mächtig geworden

SCB-Manager Marc Lüthi (59) sieht seit zwei Jahren tatenlos zu, wie sein Sportchef Alex Chatelain Sven Leuenbergers meisterliches Erbe ruiniert. Deshalb trägt er die Verantwortung für die missglückte Saison. Handelt er nicht, geht die sportliche Talfahrt ungebremst weiter.

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