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Leere Ränge im Eisstadion Davos, wo der Spengler Cup hätte stattfinden sollen, aber aufgrund Coronafällen beim HC Davos einen Tag vor Beginn des Turniers abgesagt wurde.
Leere Ränge im Eisstadion Davos, wo der Spengler Cup hätte stattfinden sollen, aber aufgrund Coronafällen beim HC Davos einen Tag vor Beginn des Turniers abgesagt wurde.Bild: keystone
Eismeister Zaugg

Corona-Chaos im Hockey – oder wenn die Guten die Dummen sind

Das grosse Chaos in der Eishockey-Meisterschaft ist da. Die Frage, die niemand öffentlich zu stellen wagt: Ist ein Grund für dieses Chaos, dass bei den Klubs zu viel getestet wird? Wie geht es mit der Eishockey-Meisterschaft weiter? Die Antwort ist ganz einfach: nach Spielplan.
03.01.2022, 06:5704.01.2022, 05:39

Inzwischen ist klar: Der Spielplan kann nicht mehr eingehalten werden. Am Sonntagnachmittag waren nur noch Gottéron, Biel, die ZSC Lions und Langnau offiziell spielfähig und lediglich die Partie ZSC Lions gegen Gottéron konnte ausgetragen werden. Alle übrigen Teams der National League – mit Ausnahme von Ambri, das sich im sogenannten «Return to Play»-Programm befindet, plus alle Mannschaften der Swiss League ausser Visp – waren am Sonntag in Quarantäne oder aufgrund zu wenig verfügbarer gesunder Spieler (15 Feldspieler plus ein Torhüter) nicht spielfähig.

Spielplan-General Willi Vögtlin bringt es auf den Punkt: «Das Chaos ist total.» Er wisse nicht, wie lange die Teams in Quarantäne bleiben müssen und wann er wieder Spiele ansetzen könne. Und er wisse auch nicht, wann die Teams in Quarantäne müssen. Am Sonntag kam die Meldung, dass die Partie Biel gegen den SC Bern nicht ausgetragen werden kann, erst im Laufe des Vormittags.

Spielplan-General Willi Vögtlin mit dem Meisterpokal im Mai 2021.
Spielplan-General Willi Vögtlin mit dem Meisterpokal im Mai 2021. Bild: imago images

Das Problem ist also, dass immer wieder Teams in Quarantäne gesteckt werden, weil einzelne Spieler positiv getestet werden. Die Quarantänefrist wird zwar voraussichtlich von zehn Tagen auf sieben verkürzt. Aber alle, die engen Kontakt zu einem positiv Getesteten hatten und nicht weniger als vier Monate genesen oder geimpft sind, müssen in Quarantäne.

Das ist auch der Grund, warum aktuell so viele Teams nicht spielfähig sind. Was uns zur Absurdität der Situation führt: Es gibt keine Testpflicht für Spieler, Trainer oder Funktionäre. Die Liga hat in Absprache mit den Klubs, anders als ausländische Ligen, ausdrücklich auf ein Testreglement bzw. eine Testpflicht verzichtet – ausser, ein Spieler oder Staff-Mitglied zeigt Symptome.

Wer verantwortungsvoll regelmässig testet, geht das Risiko ein, vom Kantonsarzt in Quarantäne geschickt zu werden. Oder polemisch auf den Punkt gebracht: Die Guten, die Verantwortungsvollen sind die Dummen. Kein Wunder, regt sich immer grösserer Unmut. Die Forderung, nur noch bei Krankheitsanzeichen zu testen, wird unter dem Siegel hundertfacher Verschwiegenheit immer wieder gestellt. Zumal die überwiegende Zahl der positiv Getesteten keine oder nur milde Symptome aufweist.

Liga-Manager Denis Vaucher sagt in der hochheiklen Sache lediglich: «Es ist richtig, dass wir keine generelle Testpflicht haben und grundsätzlich jeder Club verantwortlich ist, die gesetzlichen Bestimmungen konform umzusetzen.» Und Spielplan-General Willi Vögtlin merkt ohne jeden Hintergedanken an: «Es ist schon auffällig, dass in der MySports League bisher keine Mannschaften in Quarantäne mussten.» Er sagt nicht, dass er vermute, dass in der höchsten Amateurliga halt weniger getestet werde. Aber kein Schelm, wer vermutet, dass er verklausuliert genau das sagen will. Die MySports League hat vor den Behörden in Sachen Corona den gleichen Status wie die National League und die Swiss League.

Bei den ansteigenden Infektionszahlen ist abzusehen, dass bei der Beibehaltung des bisherigen «Testfleisses» in der National League und in der Swiss League der Meisterschaftsbetrieb immer mehr zum Erliegen kommt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es nicht mehr möglich ist, alle Partien der Qualifikation auszutragen.

Die Olympia-Pause (28. Januar bis 22. Februar) kann, Stand heute, nicht für Nachtragspartien genutzt werden. Spielplan-Chef Willi Vögtlin sagt: «Wir haben es schriftlich: Das Schweizer Fernsehen kann die Spiele nicht produzieren, weil zu viele Techniker bei den Olympischen Spielen in Peking sind und sich dort um die Produktion der alpinen Ski-Wettbewerbe kümmern.» Helfen würde also lediglich eine Verschiebung der Olympischen Spiele.

Falls nicht alle Teams alle Spiele bestritten haben, wird am Ende der Qualifikation die Tabelle nach dem Punkteschnitt pro Partie errechnet. Wenn in der National League mindestens 39 und in der Swiss League mindestens 37 Partien gespielt werden können, ist der Qualifikationssieger Meister bzw. Aufsteiger, wenn die Playoffs nicht ausgetragen werden können. Müssen die Playoffs abgebrochen werden, ist der Qualifikationssieger Meister oder Aufsteiger, wenn er zum Zeitpunkt des Abbruchs noch nicht ausgeschieden ist.

Das Ziel ist es, die Playoffs so wie geplant durchführen zu können, also die Playoffs nicht zu verkürzen. Sie sind vor allem für die TV-Partner das «Filetstück». Die Playoffs beginnen Mitte März. Bis dahin wird sich die Lage wohl beruhigt haben, zumal eine Vielzahl der Spieler dann als genesen gilt und der Rest voraussichtlich geboostert sein wird. Oder – aber das sagt niemand, wirklich niemand – nicht mehr so viel getestet wird.

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