Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A Switzerland supporter jubilates after Switzerland's player scored a goal, during the 2014 IIHF Ice Hockey World Championships preliminary round game Switzerland vs Kazakhstan, at the Minsk Arena, in Minsk, Belarus, Saturday, May 17, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Die Schweizer Fans werden nicht ewig auf die nächste Medaille warten müssen. Bild: KEYSTONE

Eishockey

Eismeister Zaugg

Trotz missglückter WM 2014 – die nächste Medaille für die Schweiz ist nur eine Frage der Zeit

Wir stehen in Minsk vor einer historischen Pleite. Aber die Geschichte lehrt uns: Der nächste WM-Final kommt bestimmt. 



Die Viertelfinalchancen sind nur noch minim: Kasachstan müsste Finnland besiegen, dann könnten wir in der letzten Partie gegen Lettland (Dienstag, 15.30 Uhr, live SRF2) das Viertelfinale schaffen. Aber das ist so unwahrscheinlich wie ein Übertritt von Christoph Blocher zur SP. Wir werden voraussichtlich zum ersten Mal seit 2011 bereits vor dem letzten Gruppenspiel keine Chance mehr auf die Viertelfinals haben. 

17.05.2014; Minsk; Eishockey World Championship - Schweiz - Kasachstan;
Schweiz und Kasachstan Fans (Andy Mueller/freshfocus)

Ohne Kasachstans Hilfe wird das letzte Schweizer Gruppenspiel zur Kehrauspartie. Bild: freshfocus

Simpsons Bilanz zwischen schäbig und grandios

Am Ende ist es so, wie es schon immer war: Nach der ersten Niederlage war unter Sean Simpson an einer WM jedes Mal Lichterlöschen. Der Nationaltrainer wird sich mit einer spektakulären Bilanz verabschieden: Bei sechs Titelturnieren (WM 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014, Olympia 2014) viermal das Viertelfinale verpasst. Schäbig. Aber der Jahrhunderterfolg von Stockholm 2013 (WM-Silber) und der 5. Platz von 2010. Grandios.

11.05.2014; Minsk; Eishockey World Championship - Training Schweiz;
Trainer Sean Simpson (SUI) (Andy Mueller/freshfocus)

Keine halben Sachen. Mit Sean Simpson ist die Schweiz entweder himmelhoch jauchzend, oder zu Tode betrübt. Bild: freshfocus

Sean Simpsons geht damit als einer der grössten Nationaltrainer aller Zeiten in unsere Hockeygeschichte ein. Lieber einer, der uns zwar zutiefst verärgert aber dafür auch mal himmelhoch jauchzen lässt, als ein Langweiler, der mittelmässige Resultate als Heldentaten verkauft.

Die nächste historische WM-Pleite für die Schweiz

Wir werden in Minsk der erste WM-Finalist sein, der das Viertelfinale verpasst. Es droht uns also eine weitere Ohrfeige, die in die Geschichte eingehen wird. Zuvor schrieben wir Pleite-Geschichte als erste Nation, die aus der A-Gruppe in einem Zug in die C-WM abstieg (zwischen 1972 und 1973). Und 1993 waren wir in München der erste und bis heute einzige WM-Halbfinalist, der absteigen musste. Ungefähr alle 20 Jahre eine historische WM-Pleite.

Aber blicken wir in die Zukunft. Müssen wir nun wieder 60 Jahre auf eine Medaille warten wie nach 1953? Nein, die nächste Medaille ist nur eine Frage der Zeit. Nicht eine Frage von Generationen.

16.05.2014; Minsk; Eishockey World Championship - Finnland - Schweiz;
Torhueter Reto Berra (SUI) enttaeuscht (Andy Mueller/freshfocus)

Das Schweizer Kader hat so viel Qualität, dass bei jeder WM alles möglich ist. Bild: freshfocus

Triumphieren und Scheitern liegen auf in der inzwischen globalisierten Hockeywelt so nahe zusammen wie nie zuvor. Für uns ist inzwischen bei jeder WM alles möglich geworden. Ein WM-Titel oder das Verpassen der Viertelfinals. Es wäre fatal, künftig WM-Misserfolge mit der Begründung «wir sind halt nicht gut genug» oder «Stockholm 2013 bleibt einmalig» zu entschuldigen.

Die Schweiz ist die bessere Slowakei

Es gibt für diese These ein gutes Beispiel, das uns Hoffnung macht und das wir hier noch einmal ausführlich hervorkramen wollen. Die Slowakei, die von allen Grossen unseren Stärken und Schwächen wohl am nächsten kommt.

1994 hat Tschechien den Platz der CSSR in der Weltrangliste übernommen und die Slowaken mussten ganz unten in der C-WM neu beginnen. Sie kamen 1996 in der A-WM an, wir zwei Jahre später. Um eine Ahnung von unserem künftigen Schicksal zu bekommen, lohnt es sich, die Ränge der Slowaken nach dem ersten WM-Finale von 2000 (3:5-Niederlage gegen Tschechien) noch einmal zu betrachten.

Platzierungen der Slowakei seit 2000

2000: WM-Silber
2001: 7.
2002: Olympia 13. und Weltmeister
2003: WM-Bronze
2004: 4.
2005: 5.
2006: Olympia 5., WM-8.
2007: 6.
2008: 13.
2009: 10.
2010: Olympia 4., WM-12.
2011: 10.
2012: WM-Silber
2013: 8.

Wir sehen also, dass im 21. Jahrhundert tatsächlich alles möglich ist. Die Slowaken verpassten einmal sogar viermal hintereinander die WM-Viertelfinals (2008, 2009, 2010 und 2011), stürzten bis auf Platz 13 ab und kamen 2012 trotzdem wieder ins Finale. Wir haben seit der Rückkehr in die Weltklasse 1998 noch nie viermal hintereinander die WM-Viertelfinals verpasst und sind seit dem Wiederaufstieg noch nie auf Rang 13 abgestürzt.

The Slovakian hockey team pose for a team picture  after defeating Russia 4-3  in the gold medal game at the World Hockey Championships in Goteborg, Sweden Saturday, May 11, 2002. (AP PHOTO/Ryan Remiorz, CP)

2002 wurde die Slovakei bei der WM in Göteborg zum Weltmeister gekürt. Bild: AP CP

Weil wir rund dreimal so viele lizenzierte Spieler wie die Slowaken haben und unsere nationale Meisterschaft besser ist, dürfte unser Potenzial grösser sein. Unsere Zukunftsaussichten sind also eher besser als jene der Slowaken. Das Auf und Ab der Slowaken bei WM-Turnieren ist ungefähr das, was uns in den kommenden Jahren erwartet.

Die Frage ist also nicht, ob wir wieder eine Medaille gewinnen. Sondern nur wann. Allerdings dürfen wir uns nicht wieder so viele Fehler im Umfeld leisten wie vor Minsk 2014. Aber das ist wiederum eine andere Geschichte.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Eismeister Zaugg

Joe Thornton kann nächste Saison mit Davos spielen – wenn er will

Am Samstag ist NHL-Star Joe Thornton (41) in Davos eingetroffen. Er kann nächste Saison für den HC Davos spielen. Sofern er das wünscht. Er hat den Schweizer Pass und würde keine Ausländerlizenz beanspruchen.

Seit der Saison 2004/05 ist Joe Thornton ein Teil der HCD-Kultur. Er verbrachte damals die verlorene NHL Saison («Lockout») zusammen mit Rick Nash und Niklas Hagmann bei Davos, feierte den Meistertitel und den Spengler Cup-Triumph. In 40 Partien produzierte er 54 Punkte und in den Playoffs schwebte er über dem Eis: 29 Punkte in 14 Partien. Beim zweiten Lockout (2012/13) kehrte er erneut zum HCD zurück (33 Spiele/36 Punkte).

Seither gehört Joe Thornton sozusagen zum HCD. Jedes Jahr «pilgert» er …

Artikel lesen
Link zum Artikel