DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Entschlossenheit von Jonas Hiller wird bei Biel einen Grossteil des Erfolgs ausmachen.
Die Entschlossenheit von Jonas Hiller wird bei Biel einen Grossteil des Erfolgs ausmachen.Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

Trainer Kevin Schläpfer ist nicht mehr der wichtigste Mann bei Biel – das ist nun Jonas Hiller

«Hockeygott» Kevin Schläpfer ist in Biel nicht mehr unumstritten. Zum ersten Mal seit der Rückkehr in die NLA im Frühjahr 2008. Nach acht Jahren in der höchsten Liga und nach einer Saison im neuen Hockey-Tempel steht Biel sportlich nach wie vor auf dünnem Eis.
04.09.2016, 11:06

Biel ist aus dem Traum erwacht, in der NLA eine feste Grösse zu sein. Im Sommer 2015, nach dem spektakulär im 7. Spiel verlorenen Viertelfinal gegen die ZSC Lions, stand Kevin Schläpfer (fast) auf Augenhöhe mit Arno Del Curto. Er galt nicht nur im Seeland als «Hockey-Gott». Nun spekulieren wir ein Jahr später über eine mögliche Entlassung. Was ist passiert?

Feurig ging's zu und her im Playoff-Duell von Biel gegen den ZSC 2015.
Feurig ging's zu und her im Playoff-Duell von Biel gegen den ZSC 2015.Bild: KEYSTONE

Kevin Schläpfer ist das Opfer seines eigenen Erfolges geworden. Durch die Playoffs von 2015 hat er vor dem Einzug in den neuen Bieler Hockeytempel zu hohe Erwartungen geweckt und sogar die Verbandsgeneräle auf den Gedanken gebracht, ihn als Nationaltrainer zu engagieren. Ausgerechnet in dieser kritischen Situation ist mit Jonas Hiller zum ersten Mal in Biel ein Spieler wichtiger als der Trainer.

Wenn es nicht läuft, wird nicht Jonas Hiller in Frage gestellt. Sondern sein Trainer Kevin Schläpfer. Zumal es genug gute Coaches gibt, die keinen Job haben und nur auf einen Telefonanruf aus Biel warten. Lars Leuenberger kann bereits eine Stunde nach einem Anruf von Sportchef Martin Steinegger auf dem Eis stehen und übernehmen.

Sportlicher Aussenseiter

Kevin Schläpfer ist sich seiner kritischen Situation sehr wohl bewusst. Er hat mit Dino Stecher seinen Wunschassistenten durchgesetzt. Auf dessen bedingungslose Loyalität kann er sich verlassen. Und die wird er brauchen. Wir dürfen in dieser schwierigen Situation den besten Kevin Schläpfer aller Zeiten erwarten. Sein Kampfgeist («ich gegen die ganze Welt») ist grösser denn je – und deshalb kann er sich durchsetzen.

Schläpfers Assistent Dino Stecher.
Schläpfers Assistent Dino Stecher.Bild: freshfocus

Einfach wird es allerdings nicht. Die Bieler haben die erste Saison im neuen Stadion so beendet wie die erste Saison nach dem Wiederaufstieg im Frühjahr 2009: auf dem letzten Platz. Sie verloren die Playouts gegen Langnau und waren froh, dass die Liga-Qualifikation nicht gespielt werden musste, weil NLB-Meister Ajoie nicht aufsteigen konnte. Biel war im letzten Frühjahr hochgradig abstiegsgefährdet.

Was ist schief gelaufen? Wer hat versagt? Es gibt keinen Sündenbock. Es hat sich bloss gezeigt, auf welch dünnem Eis Biel nach wie vor steht. Ein paar Episoden, jede für sich alleine ohne grosse Wirkung, reichen aus, um ein gut geführtes Hockeyunternehmen zu erschüttern. Der dilettantische Versuch des Verbandes Kevin Schläpfer zum Nationaltrainer zu machen, miserable Leistungen einzelner ausländischer Spieler, teure Schweizer Transfers, die sich als Flop erwiesen haben (Daniel Steiner, Fabian Sutter), Verletzungspech – und schon geht es um die Existenz. Biel ist in der höchsten Liga nach wie vor ein sportlicher Aussenseiter.

NHL-Goalie hinter NLB-Abwehr

Oder ändert sich mit Jonas Hiller alles? Nein. Er ist zwar Biels wichtigster Transfer in diesem Jahrhundert. Er weckt himmelhohe Erwartungen – so wie einst Montréals NHL-Superstar und Stanley Cup-Sieger Jacques Lemaire in den 1970er Jahren als Spielertrainer beim NLB-Team Sierre. Er stieg in zwei Anläufen nicht in die NLA auf.

Sind die Erwartungen hoch? Ja. Jonas Hiller gehört immer noch zu den grossen Torhütern, die eine Mannschaft besser machen können. Aber selbst ein Jonas Hiller, der sein bestes Hockey spielt, kann Biel in dieser ausgeglichenen Liga nicht im Alleingang in die Playoffs hexen. Viel besser als Reto Berra in seinen besten Bieler Tagen kann auch er nicht sein.

Reto Berra war in Biel ein starker Rückhalt.
Reto Berra war in Biel ein starker Rückhalt.Bild: PHOTOPRESS

Nie seit Einführung der Playoffs war das Leistungsgefälle zwischen dem Torhüter (Jonas Hiller) und seinen Vorderleuten (den Verteidigern) so gross wie nun bei Biel. Etwas polemisch formuliert: Ein NHL-Goalie steht hinter einer NLB-Abwehr und daran ändert auch der ausländische Verteidiger Mike Lundin nicht viel.

Was ist neu?

  • Torhüter Jonas Hiller
  • Alle vier ausländischen Spieler waren vor einem Jahr noch nicht in Biel. Robbie Earl kam im Laufe der letzten Saison, Mike Ludin, Toni Rajala und Rückkehrer Jacob Micflikier sind neu.

Die Schlüsselspieler beim EHC Biel

1 / 12
Die Schlüsselspieler beim EHC Biel
quelle: freshfocus / christian pfander/freshfocus
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Transferbilanz:

Dank dem Transfer von Jonas Hiller gut gehalten

Jobsicherheit des Trainers:

So gering wie nie seit 2010

Die bange Frage:

Ist Kevin Schläpfer nach wie vor ein Hockey-Gott?

Prognose: Platz 11
Wie schneidet Biel in der Regular Season ab?

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86

1 / 38
Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86
quelle: keystone / ennio leanza
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Milan taucht gegen Liverpool ++ Atlético im Achtelfinal ++ Haaland trifft doppelt
In den Gruppen A bis D war am letzten Spieltag nur noch ein Platz in den Achtelfinals der Champions League zu vergeben. Den schnappte sich Atlético Madrid mit einem 3:1-Sieg beim FC Porto.

Milan scheidet nach einer 1:2-Heimniederlage gegen Liverpool als Gruppenletzter aus den Wettbewerben aus. Die «Rossoneri» wussten den für sie günstigen Umstand nicht zu nutzen, dass Liverpools Trainer Jürgen Klopp den meisten Stammkräften eine Pause gönnte, sie grösstenteils gar nicht mitreisen liess.

Zur Story