DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland`s Sven Andrighetto during the quarter final game between Canada and Switzerland, at the IIHF 2019 World Ice Hockey Championships, at the Steel Arena in Kosice, Slovakia, on Thursday, May 23, 2019. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Sven Andrighetto schliesst sich den ZSC Lions an. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Zugs schwere Transfer-Niederlage – Sven Andrighetto zu den ZSC Lions

Zugs Sportchef Reto Kläy hat sich um Sven Andrighetto so intensiv bemüht wie zuvor um Leonardo Genoni und Grégory Hofmann. Aber Sven Andrighetto wechselt zu den ZSC Lions.



Die Zuger hatten noch einmal alles mobilisiert. Zur entscheidenden Verhandlungsrunde rückte das «Trio Grande» des Zuger Hockeys an: Präsident Hans-Peter Strebel, General Manager Patrick Lengwiler und Sportchef Reto Kläy. Alles sass am Tisch, was in Zugs Hockey Macht, Einfluss, Sachverstand und Geld hat. Zug nahm am Verhandlungstisch sozusagen den Torhüter raus und ersetzte ihn durch einen sechsten Feldspieler.

Sven Andrighetto schwankte und wankte, überlegte hin und her – und hat sich für die ZSC Lions entschieden. Sein Agent Dani Giger hat mit den Zürchern einen Vertrag über fünf Jahre ausgehandelt. Und für Zug gilt: Wie im richtigen Hockey auf dem Eis fällt der Treffer auch am Verhandlungstisch nicht immer auf der richtigen Seite, wenn der Goalie rausgenommen wird.

Der Sportchef des EV Zug, Reto Klaey vor dem Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem SC Bern vom Samstag, 28. September 2019 in Zug. (PPR/Urs Flueeler).

Zugs Sportchef Reto Kläy behauptete, an Andrighetto nicht interessiert zu sein. Bild: KEYSTONE

Der «Andrighetto-Handel» ist auch deshalb interessant, weil sich Zug so intensiv bemühte – und vorsichtshalber betonte, man sei am Nationalstürmer gar nicht interessiert. Sportchef Reto Kläy betonte gegenüber «Zentralplus» sogar, er habe kein Angebot gemacht. Wörtlich: «Der EVZ hat Andrighetto kein Vertragsangebot gemacht.» Was insofern stimmt: Nicht der EVZ macht eine Offerte. Sondern ein EVZ-Vertreter. Aber wir wollen nicht zu sehr ins Detail gehen.

Wie er zu dieser lässlichen Lüge kam (Transferlügen gelten nicht als Sünde, deshalb ist es eine lässliche Sünde), mochte er nicht verraten. Er war ausnahmsweise für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er wird zwei Gründe haben.

Erstens: Das Management war sich seiner Sache nicht so sicher wie bei den Bemühungen um Leonardo Genoni und Grégory Hofmann und wollte eine allfällige «Transferniederlage» vor Sponsoren und Fans verheimlichen.

Zweitens: Reto Kläy ist entmachtet. Nicht mehr er entscheidet, wem eine Offerte gemacht wird. Sondern Präsident Hans-Peter Strebel und Manager Patrick Lengwiler. Um ehrlich zu sein: Das ist eine boshafte Interpretation.

Die Frage ist nun: Wer soll die ZSC Lions stoppen, wenn denn die Meisterschaft gespielt werden kann? Sven Andrighetto ist ein «Königstransfer» für die ZSC Lions und wäre sogar ein «Kaisertransfer» für die Zuger gewesen. Er ist der Spieler, der eine Meisterschaft entscheidend zu beeinflussen vermag. Der Stürmer, der in den letzten, alles entscheidenden Spielen die Differenz kann.

Den Verlust von Liga-Topskorer Pius Suter (in die NHL) können die Zürcher gut verkraften: Sie dürfen ihn nach den Buchstaben des neu gültigen NHL-Transferabkommens durch einen fünften Ausländer ersetzen. Und nun kommt zusätzlich Sven Andrighetto, ein kompletter, schlauer Stürmer, der sich in der NHL und in der KHL nicht unterkriegen liess und bei uns keine Mühe haben wird, den direkten Weg zum Tor zu finden. Er ist bei den ZSC Lions ausgebildet worden, wechselte bereits im Juniorenalter nach Nordamerika und steht nun vor seiner ersten Partie in der National League.

Wer böse ist, sagt: Eishockey in der Schweiz ist, wenn Zug verliert, sobald es zu den Entscheidungen kommt, die eine Meisterschaft entscheiden. Die Zuger haben nun dreimal in vier Jahren das letzte Spiel um einen Titel verloren – zweimal im Final gegen den SC Bern und im letzten Frühjahr im Hallenstadion die Partie um den Qualifikationssieg gegen die ZSC Lions.

Entscheidend wird sein, wie nun die Zuger intern ihre Transferniederlage umsetzen. Entweder mit einem Zusammenrücken im Sinne «wir sind eine Mannschaft, wir spielen ehrliches Hockey, jetzt zeigen wir es den Geldsäcken in Zürich, die ihre Titel nur kaufen». Ein Zusammenrücken, aus dem sie meisterliche «Trotzenergie» schöpfen. Oder aber sie resignieren und denken tief in der Hockeyseele «ach, uns reicht es halt nie zum Titel, wir sind arme Kerle mit viel Geld.»

watson Eishockey auf Instagram

Selfies an den schönsten Stränden von Lombok bis Honolulu, Fotos von Quinoa-Avocado-Salaten und vegane Randen-Lauch-Smoothies – das alles findest du bei uns garantiert nicht. Dafür haben wir die besten Videos, spannendsten News und witzigsten Sprüche rund ums Eishockey.

Folge uns hier auf Instagram.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

Despacito mit Eishockey-Spielern

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Eismeister Zaugg erklärt einen Mythos – 75 Jahre Hockey in Langnau

Die SCL Tigers spielten gestern gegen Zug. Das Resultat (4:9) ist unerheblich. Es war nämlich das Spiel zum 75-jährigen Jubiläum. Wie ist es möglich, dass sich im oberen Emmental ein Dorfklub heute noch im Hockey-Business zu behaupten vermag? Weil Langnau zum Mythos geworden ist.

Mythos Langnau. Das Wort steht für Dinge oder Personen von hoher symbolischer Bedeutung. Wie zeigt sich der Mythos Langnau?

Ich möchte dazu einleitend eine Episode erzählen. Sie sagt uns, was der Mythos Langnau bewirkt. Es ist eine Begebenheit, die nur in Langnau möglich ist.

Im Sommer 2009 stehen die SCL Tigers am Rande des Abgrundes. Der SCL Tigers AG droht der Konkurs und das Stadion genügt den Ansprüchen des modernen Sportes bei Weitem nicht mehr.

Präsident Hans Grunder präsentiert im Rahmen …

Artikel lesen
Link zum Artikel