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epa07594616 Switzerland's coach Patrick Fischer during the IIHF World Championship quarter final ice hockey match between Canada and Switzerland at the Steel Arena in Kosice, Slovakia, 23 May 2019.  EPA/MELANIE DUCHENE

Der «Poster Boy» der Schweizer Nationalmannschaft: Patrick Fischer. Bild: EPA/KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Vertragspoker – bekommt Patrick Fischer die halbe Million, die er verdient?

Das grosse Pokerspiel um die vorzeitige Vertragsverlängerung von Nationaltrainer Patrick Fischer hat begonnen. Verbandspräsident Michael Rindlisbacher bestätigt offiziell den Beginn der Verhandlungen. Muss er das bisherige Gehalt verdoppeln?



Darin sind sich eigentlich alle einig: Nationaltrainer Patrick Fischer (43) müsste mindestens 600 000 Franken brutto verdienen. Sein Wert als «Poster Boy» unseres Hockeys kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Patrick Fischer hat der Nationalmannschaft die Wertschätzung zurückgegeben, die sie verdient. Die NHL-Stars eilen nach einer langen Saison herbei, um bei der WM zu helfen. Es gibt kein Absagen-Theater mehr. Und inzwischen stimmen die Resultate wieder: WM-Final 2018, WM-Viertelfinal-Drama 2019.

Aber Patrick Fischer dürfte der meistunterbezahlte Eishockey-Trainer der Welt sein. Das hat mit seiner Vergangenheit zu tun.

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Die Highlights der Silber-WM 2018 in Kopenhagen. Video: YouTube/Stiffmaster

Im Herbst 2015 erlöste ihn der Verband nach der Entlassung in Lugano aus der Arbeitslosigkeit. Und im Dezember 2017 verlängerte Raeto Raffainer den per Saisonende auslaufenden Kontrakt vorzeitig um zwei Jahre bis 2020.

Der kluge Verband-Sportdirektor Raeto Raffainer (inzwischen in Davos tätig) hatte trotz einer missglückten WM (Moskau 2016) und einem mässigen Turnier (Paris 2017) das enorme Potenzial Patrick Fischers erkannt. Sonst niemand. Und so gelang es ihm, den Vertrag praktisch zu den gleichen Konditionen bis 2020 zu prolongieren. Patrick Fischer war froh um den Vertrauensbeweis und die Stärkung seiner Position.

«Wir haben grosses Interesse an einer vorzeitigen Vertragsverlängerung mit Patrick Fischer.»

Michael Rindlisbacher

Unser Nationaltrainer verdient nicht ganz 300'000 Franken brutto. Und auch die Prämien halten sich im Rahmen: Die Finalqualifikation von 2018 hat ihm weniger als 100'000 Franken eingebracht. Jeder Trainer in der National League verdient mehr und Arno Del Curtos Gehalt in Davos war zuletzt dreimal so hoch wie das von Patrick Fischer.

Logisch also, dass Verbandspräsident Michael Rindlisbacher und sein neuer Sportdirektor Lars Weibel den nun Ende Saison auslaufenden Vertrag gerne zu den bisherigen Konditionen vorzeitig bis und mit zur Olympia-Saison 2021/22 verlängern möchten. Sie wollen richtigerweise verhindern, dass im Vorfeld oder während der WM 2020 im Mai jeden zweiten Tag spekuliert wird, ob der Nationaltrainer bleiben wird.

Patrick Fischer, head coach of Switzerland national ice hockey team, speaks to the media, during a Swiss team training optional session of the IIHF 2018 World Championship, at the Royal Arena, in Copenhagen, Denmark, Friday, May 18, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

An der Heim-WM in Zürich und Lausanne nächsten Frühling sollen nicht die Gespräche über Patrick Fischers Vertragsverlängerung im Fokus stehen. Bild: KEYSTONE

Tatsächlich bestätigt der grosse Verbands-Vorsitzende Michael Rindlisbacher das Vertrag-Pokerspiel. Er sagt: «Kontinuität ist uns sehr wichtig und wir haben grosses Interesse an einer vorzeitigen Vertragsverlängerung mit Patrick Fischer. Die Verhandlungen und Gespräche mit Patrick Fischer sind zurzeit im Gange und wir werden, sobald diese abgeschlossen sind, entsprechend informieren.»

«Wir werden einen Weg finden.»

Daniel Giger, Patrick Fischers Agent

Auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzt Patrick Fischers Agent und Freund Daniel Giger. Er ist ein kluger Verhandler. Er weiss, dass er mit himmelhohen Forderungen nicht durchkommen wird und sagt auf Anfrage: «Wir werden einen Weg finden.»

Aber als Grundsatz gilt in der Branche: der Marktwert von Patrick Fischer liegt bei mindestens 500 000 Franken. Das entspricht ziemlich genau einer Verdoppelung des bisherigen Gehaltes.

Die etwas naive Hoffnung von Michael Rindlisbacher und seinem Sportchef-Zauberlehrling Lars Weibel: Patrick Fischer hat kaum Alternativen.

Richtig ist: Patrick Fischer ist kein Trainer für die Niederungen des Klub-Alltages in unserer höchsten Liga.

Aber die National League ist ohnehin nicht das nächste Ziel unseres charismatischen Nationaltrainers. Er hat gute Chancen auf einen Job in der NHL. Dort kann er als Assistent zwar nur etwa 200'000 Dollar verdienen und davon kassiert der Staat in den USA und in Kanada gleich die Hälfte wieder ein.

Aber bekommt er diese Chance, dann wird er sie packen. Gibt es einen neuen Vertrag mit dem Nationaltrainer, wird mit ziemlicher Sicherheit eine Ausstiegsklausel für die NHL drinstehen. Ein Abstecher in die wichtigste Liga der Welt ist zwar kurzfristig finanziell nicht lukrativ, mehrt aber langfristig den Marktwert enorm und bei einer Rückkehr stehen später alle Türen offen.

Und dann gibt es noch eine Option, die bisher weder Michael Rindlisbacher noch Lars Weibel auf der Rechnung haben. Zugs Präsident Hans-Peter Strebel baut für rund 100 Millionen das modernste Leistungssportzentrum des Landes. Der Multimillionär hält sehr, sehr grosse Stücke auf Patrick Fischer. Der Nationaltrainer würde als «Poster Boy» dieses «Versailles des Eishockeys» sehr gute Figur machen. Und mit dem Salär würde nicht geknausert.

ZUR NICHT-VERLAENGERUNG DES VERTRAGES ALS EISHOCKEY-NATIONALTRAINER DURCH SEAN SIMPSON AM MONTAG, 3. MÄRZ 2014, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Sean Simpson, head coach of Switzerland's national ice hockey team and players are desapointed after they loose the men's preliminary group C game between Switzerland and Sweden at the XXII Winter Olympics 2014 Sochi in Sochi, Russia, on Friday, February 14, 2014. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Sean Simpson wollte als Nationaltrainer zu viel Geld und ist seither immer gescheitert. Bild: KEYSTONE

Die Zusammenarbeit mit Sean Simpson, dem Silberschmied von 2013, scheiterte einst im Sommer 2014 an der Geldgier des Nationaltrainers und seines Assistenten Colin Muller und so wechselte die beiden in die KHL. Es folgte Scheitern in der KHL, Scheitern in der DEL und nun geniesst Sean Simpson Beschäftigungslosigkeit im Wohlstand. Und Colin Muller trainiert derzeit die Frauen-Nationalmannschaft.

Sean Simpson Fehler wird Patrick Fischer nicht machen. Geld treibt ihn nicht um. Es ist die Leidenschaft. Die Leidenschaft fürs Eishockey. Aber eben auch die Suche nach neuen Herausforderungen. Deshalb sollten Michael Rindlisbacher und Lars Weibel nicht zu sehr pokern.

Kommt es zur erhofften vorzeitigen Verlängerung mit dem Nationaltrainer, so wird der Chronist getreulich berichten, ob er die halbe Million im neuen Vertrag bekommt, die er wahrlich wert ist.

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    Alle Leser-Kommentare
  • mukeleven 01.09.2019 03:12
    Highlight Highlight 2 mal zensur. anständig geschrieben. harte aber faire kritik an klaus zaugg‘s gesinnungswandel zur person patrick fischer. das ihm desshalb fischi die teilnahme an den PK‘s verwehrt hat, kann ich gut nachvollziehen und war berechtigt. nun lobt klaus den ehemaligen ‚versager-zauberlehrling im ballerina-röcklein‚ (kz‘s worte) in höchsten tönen. das darf hier doch bei allem anstand und respekt erwähnt und zitiert werden.
    aber nein: 2x abgelehnt?
    warum? meine nähe zu fischi? wer autorisiert hier die beiträge? du klaus? wenn ja: ganz schwach! austeilen wie ein grosser aber sensibel beim einstecken.
  • Dan Rifter 31.08.2019 18:54
    Highlight Highlight So viele Alternativen hat Fischer auch nicht.
    Als Klubtrainer ist er grandios gescheitert. Auf Ebene Nati kommst du mit verkaufen und motovieren relativ weit - im Klub ist akribisches Schaffen angesagt.
  • Denk Mal 31.08.2019 12:49
    Highlight Highlight Keiner der letzten Natitrainer war jeden Franken so Wert wie Fischer.
    Aber die Leistung eines stillen Schaffe's zu erkennen, geht hier vielen ab.
  • Sotschi 31.08.2019 11:11
    Highlight Highlight Viel hat er nicht erreicht...Jahrhundert Chance bei Olympia 18 total vermasselt. Das war DIE möglichkeit!
    Mit dem besten Kader das die Schweiz je hatte zweiter geworden...wow..
    Hätte Krüger früher so ein Team gehabt wäre man Weltmeister.
  • Psychonaut1934 31.08.2019 09:11
    Highlight Highlight Vertrag auflösen und ein Trainer installieren der auch Ahnung von Hockey hat! Mit diesem Lehrling gewinnt man keinen Blumentopf! Ich unterstütze die Nationalmannschaft erst wieder, wenn diese Marionette nicht mehr an der Bande steht.
  • FischersFritz 31.08.2019 09:04
    Highlight Highlight 600000 für ein Posterboy als angemessen zu betrachten, während das ganze Eishockey Know How beim Co Trainer, Albelin, liegt, not bad....
  • Adumdum 31.08.2019 05:40
    Highlight Highlight So ein Vereinstrainer ist ja auch ein Vollzeitjob... Nati-Trainer ist halb Repräsentation, halb Arbeit. Und mal schauen was der Eismeister schreibt wenn's mal nicht so gut läuft - die Kolumne vor der WM 2018 las sich ja auch etwas anders, oder?
  • Funboy 30.08.2019 19:08
    Highlight Highlight Die NHL-Stars eilen nach einer langen Saison herbei, um bei der WM zu helfen. Es gibt kein Absagen-Theater mehr.

    Ich sag nur Denis Malgin.

    Fischi VERDIENT aber jeden Rappen!
  • HotIce 30.08.2019 19:07
    Highlight Highlight dem kaiser was dem kaiser gebührt. fischi ist kein kaiser, aber auch ihn sollte man dem marktwert entsprechend entlöhnen.
  • Hockey_God 30.08.2019 16:52
    Highlight Highlight Also ich wäre sehr vorsichtig mit solchen Aussagen und Lobhudeleien. Ich bin immer noch kritisch Fischi gegenüber, auch wenn ich ihn mag.
    In Lugano hat er nichts erreicht. Dann wurde er in einer seltsamen Aktion Natitrainer. Als Lehrling. Und der ist er immer noch. Natürlich ist er Motivator/Visionär. ABER: Die beiden guten WM-Turniere hat er zu 99 Prozent dem Umstand zu verdanken, dass er die beste Nati aller Zeiten zur Verfügung hatte, 2 Jahre hintereinander mit der Crème de la Crème der NHL-Spieler. Da hat er wirklich viel rausgeholt, aber eben auch viel Glück im Spielermaterial gehabt.
    • bokl 30.08.2019 17:09
      Highlight Highlight Der entscheidende Punkt ist doch "Da her wirklich viel rausgeholt". Kein CH-Natitrainer kann beeinflussen, welche NHL-Spieler eine WM-Freigabe erhalten. Auffällig ist aber schon, dass bei Fischer praktisch niemand auf die WM verzichtet. Die Kunst des Natitrainers ist es sodann, "normale" Natispieler und NHL-Söldner zu einer Einheit zu formen. Genau das ist Fischer gelungen.
    • ujay 30.08.2019 17:36
      Highlight Highlight @Hockeygod. Der Stachel der Silbermedaillen sitzt wohl tief bei einem Fischer Gegner😂😂😂
    • Hockey_God 30.08.2019 20:05
      Highlight Highlight Quatsch, da sitzt doch kein Stachel. Fischi war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, Glück gehabt. Mit den NHL-Spielern ging seine Taktik voll auf. Ohne sie hätten wir wohl 2 weitere Hühnerhaufen-WMs erlebt wie seine 1.
    Weitere Antworten anzeigen
  • emptynetter 30.08.2019 16:18
    Highlight Highlight AdC hat in Davos das dreifache verdient? Also gemäss Chronist wären das dann etwas zwischen 750'000 und 900'000? Momoll, da dürfte der Wohlwend (noch) ein Schnäppchen sein.
  • The Joker 30.08.2019 16:13
    Highlight Highlight Ein Witz, die Erfolge der letzten Jahre auf Fischi zurückzuführen! Er hat in Lugano bewiesen dass er durchgreifen kann und keinem ins Gesicht schaut, alle sind gleich, aber einen Spielstil hat er nie hervorgebracht. Man hat es auch bei der Vorbereitung gesehen, sind NHLer da, kann die Schweiz jeden schlagen, ohne, kann sie gegen jeden verlieren! Und NHLer kommen weil sie jung und hungrig sind, nicht unbedingt wegen Fischi...
    • wasps 30.08.2019 16:50
      Highlight Highlight Die Handschrift Fischis ist ganz klar zu erkennen. Mit Tempohockey und überfallartig den Gegner schwindlig spielen. Kann mich nicht erinnern, dass vor ihm eine Natitrainer so spielen liess.
    • The Joker 30.08.2019 21:18
      Highlight Highlight Mag sein, aber Erfolg hängt immer noch von den NHLer ab. Mag mich aber gerne eines besseren belehren lassen
    • Oliver M 31.08.2019 08:54
      Highlight Highlight Er hat einfach die Spieler dazu, was man vorher nicht hatte. Wer Josi hat, hat einen Playmaker wie es die Nati noch nie hatte vor seiner Zeit. Er gehört zuvden besten Verteidigern der Welt. Unter Simpson auch MVP der WM. Das gute Spielermaterial soll den Erfolg von Fischi auch nicht schmälern, jedoch sind die Vergleiche zu den Teams, die Krueger zu Verfügung hatte alles andere als korrekt.
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  • wasps 30.08.2019 16:00
    Highlight Highlight Es wäre eine Schande, wenn nicht! Fischer ist jeden Rappen wert.

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