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Berns Gregory Sciaroni, Berns Daniele Grassi, SC Bern Cheftrainer Kari Jalonen und Berns Andre Heim, von links, im zweiten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem SC Bern, am Samstag, 13. April 2019, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Blick nach vorne: SCB-Trainer Jalonen. Bild: KEYSTONE

Warum es Jalonen nicht kümmern muss, ob er junge Spieler einbaut oder nicht

Im zweiten Spiel in Zug tritt der SC Bern erstmals seit dem Start der Playoffs wie ein künftiger Meister auf. Ein weiterer Triumph des grossen Bandengenerals Kari Jalonen ist möglich und zum Glück hat Sportchef Alex Chatelain mit Colin Gerber schon um drei Jahre verlängert.



Der Begriff «General» im Zusammenhang mit einem Hockeytrainer kommt ursprünglich nicht aus dem Militär. Sondern aus dem Religions-Geschäft. Einst hiess der Chef einer katholischen Ordensgemeinschaft lateinisch «Generalis». Er war für alle Belange zuständig. Ab dem 14. Jahrhundert wird im deutschen Sprachgebrauch aus Generalis «General» und unter dem Einfluss der französischen Bezeichnung «Capitaine Général» im Militär schliesslich ein General.

Im Eishockey ist General die treffendste Bezeichnung für einen grossen Cheftrainer. Auch er ist ein General, der über Spezialisten gebietet, seine Männer ausbildet, sie führt, eine Strategie entwickelt und der sich auf eine Kerngruppe von Vertrauten stützt – auf seine Assistenten und auf eine Kerngruppe, auf eine «Garde» in der Kabine. Und damit kommen wir zum Vergleich mit Napoleon, dem genialen Strategen.

Macht den Eindruck, als ob er gerade ein sehr langweiliges Eishockeyspiel sieht: General Napoleon. Bild: EPA DPA

Heute wissen wir, dass der grosse Korse seinen unsinnigen Russlandfeldzug verlor, weil er in der entscheidenden Auseinandersetzung bei Borodino vor Moskau nicht den Mut hatte, seine Garde, also seine besten Kräfte, schonungslos einzusetzen, ohne Rücksicht auf alles, was noch komme mochte. Sein Widersacher Michail Kutusow konnte die russischen Streitkräfte retten. Hätte Napoleon seine Garde eingesetzt, wäre die russische Armee ausgelöscht worden, Zar Alexander hätte um Frieden nachgesucht und wahrscheinlich würden wir heute von Paris bis Moskau französisch parlieren.

Jalonen ist klüger als Napoleon

Kari Jalonen ist in Bern im besten Wortsinn ein Bandengeneral. Er geniesst eine sportliche Machtfülle und Verehrung wie einst Napoleon in Frankreich. Das ist richtig so. Entweder hat ein Hockeyunternehmen Vertrauen in seinen Trainer und überlässt ihm alle Macht – oder entlässt ihn. Ein bisschen Macht geht so wenig wie ein bisschen schwanger.

Was seine Erfolge, seine Autorität, seinen Sinn für Strategie und seine Selbsteinschätzung betrifft, ist Jalonen durchaus Finnlands Hockey-Antwort auf Napoleon. Aber er ist klüger als der berühmteste Kaiser der Franzosen. Er forciert beim SCB seine Garde, seine besten Spieler, ohne Rücksicht auf das, was noch kommen mag. Vom September bis im April. Um in jedem Spiel eine Entscheidung zu erzwingen.

Berns Simon Moser, links, gegen Zugs Miro Zryd, im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am 11. April 2019, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Jalonens Leitwolf: Simon Moser (links). Bild: KEYSTONE

Das trägt ihm richtigerweise viel Kritik ein. Aber was will er machen? Ein Hockey-Bandengeneral hat auch in Bern die schwierige Aufgabe, einerseits möglichst oft zu siegen, aber andererseits auch seine «Rekruten auszubilden». In einem Spitzenklub mit hohen Erwartungen schaffen das nur wenige. Arno Del Curto und Dan Tangnes brachten bzw. bringen es fertig. Andere wie Jalonen oder Harold Kreis versuchen es gar nicht erst.

Bern ist der schlimmste Preistreiber für Hinterbänkler

Der SCB-Trainer setzt zwar sehr wohl junge Spieler ein. Aber freiwillig nur solche, die er für gut genug erachtet, im ersten oder zweiten Block eine Rolle zu übernehmen – wie diese Saison André Heim (20). Der Center hat in seinem Spiel etwas, das an Nico Hischier mahnt.

Für die taktischen Aufgaben im dritten und vierten Block verlangt Kari Jalonen erfahrene Spieler, die ohne Federlesen umsetzen, was die Situation erfordert. Das können nur robuste Routiniers.

Das ist der Grund, warum der SC Bern inzwischen der schlimmste Preistreiber für Hinterbänkler geworden ist. Sportchef Alex Chatelain hat für die dritte und vierte Linie erfahrene (und daher teure) Spieler wie Matthias Bieber, Grégory Sciaroni oder Daniele Grassi eingekauft. Die Günstigen aus den eigenen Reihen wie Marco Müller, Samuel Kreis, Dario Meyer oder Luca Hischier hat er ziehen lassen. Sein Trainer hätte sie sowieso nicht eingesetzt.

Zum Glück gezwungen

Aber er hat inzwischen etwas gelernt und angefangen, für die Zeit nach Kari Jalonen vorzusorgen, die spätestens 2020 beginnt. Mit Verteidiger Colin Gerber (dem Buben von Torhüter Roland Gerber) hat er den Vertrag bereits um drei Jahre verlängert. Und siehe da: Weil es nicht mehr anders geht, weil Adam Almquist gesperrt ist und Calle Andersson wegen einer Blessur nicht zur Verfügung steht, muss der SCB-Trainer Gerber (22) im zweiten Spiel in Zug notgedrungen 10:51 Minuten einsetzen. So wie er notgedrungen nach der Verletzung von Ramon Untersander auch Yannick Burren (22) ins Team einbauen musste.

Portrait von Colin Gerber, Spieler des SC Bern, am Dienstag, 14. August 2018 vor dem Training in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Colin Gerber zeigte, dass man auf ihn zählen kann. Bild: KEYSTONE

Es wäre nicht nötig gewesen, Gerber während der Qualifikation nach Olten in die Swiss League abzuschieben. Er hätte seine Chance in Bern schon vorher gepackt – wenn er Gnade vor dem Trainer gefunden hätte.

Kari Jalonen hat mit dem SCB dreimal hintereinander die Qualifikation gewonnen, 2017 den Titel und 2018 ist er bis ins Halbfinale gekommen. Nun steht er wieder im Finale – mit guten Aussichten auf eine erneute Meisterschaft. Weil er seine Kabinengarde um Captain Simon Moser in jedem Spiel forciert.

Das grosse Absturz-Risiko ist nicht Jalonens Problem

Vor einem Jahr ist diese Rechnung nicht aufgegangen. Der SCB ist im Halbfinale mit leeren Tanks stehen geblieben. Auch wegen der Zusatzbelastung seiner Stars durch die Olympischen Spiele. Nun kann die Rechnung des grossen finnischen Bandengenerals erneut aufgehen. In einer Finalserie ist der Adrenalinspiegel so hoch, dass die Müdigkeit vergessen geht.

Aber Kari Jalonens Fixierung auf die Stars birgt für die SCB-Zukunft halt ein erhebliches Absturz-Risiko. Die Gefahr ist gross, dass nach dem Abschied des aktuellen SCB-Trainers ein langer Kater folgt.

Aber das ist nicht Kari Jalonens Problem. Niemand wird ihn einmal fragen, wie viel Eiszeit er in Bern seinen Stars auferlegt und wie viele Nachwuchsspieler er ins Team integriert hat. Er wird nur an Siegen und Titeln gemessen. Die Wahrheit steht auch in Bern immer oben auf der Resultattafel.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jacques #23 16.04.2019 09:00
    Highlight Highlight Ich finde die Perspektiven Wechsel des Master of Ice gut.

    Wir dürfen nicht vergessen, dass Zaugg die Aufgabe hat, zu beleuchten und zu unterhalten.

    Das Geschehen, Verhalten, die Entscheidungen der Generäle und Spieler eben aus unterschiedlichen Ecken zu beleuchten, macht es doch gerade so interessant?

    Wie im Leben. Eine Sicht aus verschiedenen Perspektiven ist deutlich ergiebiger und bringt mehr Freiheit.

    Guete Mätsch hüt Abig!
  • BeatBox 16.04.2019 07:32
    Highlight Highlight Ich bleib dabei,: Im Spitzensport reicht Talent reicht nicht, da geht nichts über tägliche harte Arbeit. Und ein junger Spieler muss sich damit und mit Leistung zuerst den Respekt verdienen, dann wird er auch eingesetzt.

    Mich erstaunt, dass dies für viele so schwer zu verstehen ist, im Job ist es doch auch so. Unter Umständen muss man halt auch zuerst mal die "Scheisspüetz" machen um sich Respekt zu erarbeiten.

    Und der Quatsch mit "Preistreiber für Hinterbänkler" ist so an den Haaren herbeigezogen. Bieber und Grassi kamen vom Absteiger, die haben sicher viel gekostet...
  • TEE-Zug 15.04.2019 19:37
    Highlight Highlight Falls Klaus Zaugg einmal in die Politik gehen sollte, kämen CVP oder FDP in Frage: " mal Ufe mal Abe mal Links mal Rechts", man sagt dem auch Windfahne.
    Im Halbfinal gegen den EHCB tönte es jedenfalls noch komplett anders, aber man ist sich dies mittlerweile ja gewohnt. Ein "Hopp Zug" aus Biel!
  • manolo 15.04.2019 17:49
    Highlight Highlight Was meint wohl tikkanen zum obigen von KZ?
  • Ron Kleiber 15.04.2019 17:45
    Highlight Highlight Go Cole! Super Pass gsi am Samstig. Viel Glück witerhin
  • locogoa 15.04.2019 16:25
    Highlight Highlight Interessant... hiess es nicht kurz vor finalbeginn noch von KZ Zug sei Favorit weil Bern seine Garde zu sehr forciert??? Wenn ich mich recht entsinne war das noch als Vorwurf an Jalonen gerichtet.... kaum hat Bern ein Spiel gewonnen ist wieder alles anders....
    aber was interessiert schon das Geschwätz von gestern.....
  • c_meier 15.04.2019 15:48
    Highlight Highlight Genau, was nach dem Sommer 2020 passiert ist leider nicht mehr das Problem von Herrn Jalonen

    Zum Beispiel dass im Sommer 2020 zeitgleich etwa15 Verträge auslaufen, aber das ist eher ein Problem vom lieben Sportchef und der Klubführung.
    https://swisshockeynews.ch/index.php/news/nla/scb/scb-roster
    • Hallo22 15.04.2019 18:03
      Highlight Highlight Welches Team hat den für 2020 jetzt schon viele Spieler unter Vertrag? Die meisten Spieler die momentan für Zug spielen haben auch keinen Vertrag über 2020 hinaus. Einzig Diaz, Schlumpf, Alatalo, Zgraggen, Zehnder und Albrecht. Okay mit Diaz, Schlumpf und Alatalo sieht es immerhin in der Defensive gut aus. Aber Bern hat ja noch Zeit um Verträge zu verlängern...
    • Hallo22 15.04.2019 18:07
      Highlight Highlight okay muss mein Kommentar nochmals korrigieren. Wenn man die Vertragsverlängerungen von Stadler und Leuenberger sowie die Transfers von Genoni, Hofmann und Bachofner (der mich gar nicht überzeugt) dazunimmt sieht es allerdings rosiger als beim SCB aus...
  • joe 15.04.2019 15:06
    Highlight Highlight Und genau deshalb werde ich in Bern nicht glücklich mit Jalonen.

    Die letzten Titel hat Bern mehrheitlich entschieden weil sie mit 4 Linien den Gegner ständig unter Druck setzten. Mag sein das im Final die Energie aufgrund des Adrenalin keine Rolle spielt. Aber es schleichen sich dann doch immer kleine aber entscheidende Fehler ein.
    Und auf lange Sicht Blutet der Verein so aus. Wenn du als junges Talent keine Chancen bekommst wechselst du eben den Verein und das lässt sich irgend einmal auch nicht mit Geld ändern.
    Der Jugend gehört die Zukunft!
    Hopp SCB
    • Seisler 16.04.2019 14:12
      Highlight Highlight Joe sorry aber Ihr seid einfach "JAMMERIS".... Die Schweiz hat das blöde SCB-Gesülze langsam satt.. Ihr seid nicht mal mehr fähig in einem Playoff-Final EUER Stadion zu füllen...! Du jammerst über die Jugend..! Der SCB kauft mit der Kohle seit Jahren leider die besten Jungs der Schweiz zusammen...! Das ist aber auch nichts Neues...! Ihr habt seit Jahren keinen Leitwolf mehr aus der eigenen Jugend hervorgebracht...! Alles eingekaufte Stars..! Das absurde ist, dass die Jungs wegen der Kohle immer zu diesem verwöhnten Scheiss-Verein wechseln.... Hopp Zug
    • joe 16.04.2019 14:50
      Highlight Highlight Ist man jetzt schon ein Jammeri wenn man gegenüber seinem eigenen Club kritisch eingestellt ist?
      Ich glaube du hast nicht verstanden...

      Jammern ist wenn man über den bösen Gegner Jammert oder über den bösen Schiri jammert der eine Stafe nicht gegeben hat.
      Was ich gemacht habe ist eine Berechtigte Kritik an meinem Verein. Sowas nennt man selbstkritisch! Und für sowas brauch ich keinen frustrierten Zuger! Sorry aber dein Kommentar ist schon einwenig Frustabbau...!
    • Seisler 16.04.2019 16:08
      Highlight Highlight Hast nicht unrecht mit dem Frustabbau...! Wenn ich sehe wie ein SCB seit Jahren in allen Belangen gegenüber den anderen Clubs bevorteilt wird ist dies auch kein Wunder! Das Foul von Almquist an Suri hat mehr als 4 Spielsperren verdient. Petersson wurde im Vorjahr für ein ähnliches Foul an Lapierre für 7 Spiele gespertt! Ihr geht über Leichen wenn es um einen Pokal geht...! Zum Glück konnte Martschini am Samstag ein wenig ausweichen sonst wäre der 2. Schlüsselspieler out..! Übrigens bin ich kein Zuger. Ich komme aus dem gleichen Kanton wo Euer Rüpelstürmer Nr. 1 aufgewachsen ist!!!!!
  • MARC AUREL 15.04.2019 14:52
    Highlight Highlight Tatsache ist aber dass bei 5 gegen 5 am Donnerstag wie auch Samstag die 4 Linie von Bern mehr Eiszeit hatte als die Zuger!
    • joe 15.04.2019 15:16
      Highlight Highlight Mag stimmen. Aber das Problem das KZ hier anspricht ist ja nicht nur das forcieren der besten Kräfte, sondern das nicht einsetzen von jungen Spieler. Und das mag im Final jetzt kein Problem sein, aber auf lange Sicht dann schon.

      Item...
      Wo finde ich Statistiken zu den Eiszeiten und anderem. Würde mich schon interessieren. Weil vom Gefühl her, fühlt es sicher immer so an als ob die Linie um den TopScorer (ob Zug oder Bern) immer auf dem Eis steht.
    • Andre Bachmann 15.04.2019 15:21
      Highlight Highlight @joe auf sihf findest du team und spieler stats....
    • Bort? 15.04.2019 15:33
      Highlight Highlight @joe

      Hier: https://www.sihf.ch/de/game-center/national-league/#/bestof//asc/page/0/2019/3032

      Im Spiel vom Samstag hatten z.B. Everberg und Roe am meisten Eiszeit vor Ebbett und Arcobello. Von daher truegt dich dein Gefuehl nicht so ganz :)
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Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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