Harri Pesonen – beim SCB wäre er der Beste, aber für Langnau nicht mehr gut genug
Langnaus Sportchef Pascal Müller hat den Mut, seinem populären Captain und Kultspieler Harri Pesonen nach sieben Jahren den Laufpass zu geben. Obwohl der finnische Olympiasieger und Weltmeister mit bisher 14 Toren und 25 Punkten beim SC Bern bester Skorer des Teams und bester Torschütze wäre!
Wenn es nächste Saison nicht wunschgemäss laufen sollte, wird es im Dorf heissen: Man hätte halt den Pesonen behalten sollen! Ein Ausländer ist diese Saison torgefährlicher als jeder SCB-Spieler und trotzdem für Langnau nicht einmal mehr für die 7. Ausländerposition gut genug: Das sagt auch ein wenig etwas über die Sorgen und Nöte der SCB-Sportabteilung mit Ober- und Untersportchef und 22 Bürojobs.
Aber die Langnauer haben gute Gründe, den Vertrag auch nicht für die Rolle des 7. Ausländers zu verlängern. Harri Pesonen wird im August 38. Die Frage ist daher berechtigt, ob ein weiteres Jahr im Emmental nicht die Saison zu viel sein könnte. Dann würde es im Dorf heissen: Man hätte halt dem Pesonen den Laufpass geben müssen! Wie konnte man bloss mit einem 38jährigen Ausländer den Vertrag verlängern? So ist das halt in diesem Geschäft.
Der zentrale Grund für die Trennung per Ende Saison ist allerdings nicht das Alter. Harri Pesonen dürfte noch mindestens zwei gute Jahre vor sich haben. Aber er stürmt auf den Aussenbahnen und für Pascal Müller ist klar, dass der 7. Ausländer zwingend ein Mittelstürmer sein muss. Sean Malone (30), im Laufe dieser Saison aus Schweden nach Langnau zurückgekehrt, hat daher als Center gut Chancen. Aber Pascal Müller sagt, es sei noch keineswegs sicher, dass der Amerikaner den Job bekomme. «Wir wollen einfach den bestmöglichen Spieler für die Position des 7. Ausländers.»
Harri Pesonen hat bisher für die SCL Tigers in sieben Jahren 364 Partien (131 Tore/134 Assists) bestritten und führt das Team seit vier Jahren als Captain. Gelingt die Playoff-Qualifikation zum zeiten Mal hintereinander, dann hat er die erfolgreichste Ära seit Einführung der Playoffs geprägt. Langnau hat in der höchsten Liga noch nie zweimal hintereinander die Playoffs geschafft.
Verständlich, dass Pascal Müller sehr an einem versöhnlichen Abschied gelegen ist. Deshalb kann es sein, dass Harri Pesonen nächsten Saison noch einmal für die Emmentaler stürmt. Beim Spengler Cup. Für das Turnier in der Altjahrswoche können 28 Spieler gemeldet werden. Langnaus Sportchef sagt:
Das wäre dann wahrlich ein würdiger Schlusspunkt. Eine Spengler Cup-Teilnahme als Abschiedsgeschenk. Ein echtes Stück Hockey-Romantik und zum Spengler Cup gehört seit Anbeginn der Zeiten eine Prise Romantik. Die Frage ist daher, ob Harri Pesonen für nächste Saison ein Team findet. In Finnland oder vielleicht sogar in der Schweiz? Er sagte kürzlich, er habe eine «Anfrage aus dem Bernbiet». Womit eigentlich nur Biel gemeint sein könnte. Aber womöglich ist die helvetische Geographie für den Finnen ein wenig verwirrlich wie ein spanisches Dorf und es könnte sich auch um eine Anfrage von einem ausserbernischen Team gehandelt haben. SCB-Untersportchef Diego Piceci und Biels Sportdirektor Martin Steinegger dementieren jedenfalls ein Interesse.
Es gibt noch eine Variante: Jedes Team dreht sich um die Mittelachse. Deshalb sind die Mittelstürmer so wichtig. Langnau hat für nächste Saison drei ausländische Flügel unter Vertrag. Was, wenn auf einmal das Verletzungspech Langnaus ausländische Flügel treffen sollte? Dann wären die Langnauer «flügellahm» – und Harri Pesonen der perfekte Ersatzausländer.
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