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Eishockey-WM 2026: René Fasel wurde vom IIHF eingeladen

ARCHIVBILD ZUM SDA-INTERVIEW MIT RENE FASEL, AM MITTWOCH, 21. SEPTEMBER 2021 - Portrait of Rene Fasel, President of the International Ice Hockey Federation, IIHF, taken at the headquarters of the IIHF ...
René Fasel wurde für das Spiel Schweiz gegen Österreich eingeladen.Bild: keystone
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Naiv oder böse? René Fasel ist wieder ein Teil der Hockey-Familie

Die Nähe zu Russland ist ihm vor vier Jahren zum Verhängnis geworden und hatte ihn im internationalen Eishockey zur «Persona non Grata», zur unerwünschten Person gemacht. Nun hat der Internationale Eishockeyverband (IIHF) René Fasel (76) begnadigt.
19.05.2026, 20:0019.05.2026, 20:51

René Fasel wohnt am Mittwoch mit seiner Gattin Fabienne in Zürich dem Spiel der Schweizer gegen Österreich bei. Die beiden sind persönliche Gäste von Luc Tardif, dem Präsidenten des internationalen Eishockey-Verbandes IIHF. Dem Schirmherrn der WM in Zürich und Fribourg.

Nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hatte René Fasel zwar sein Amt als IIHF-Ehrenpräsident behalten, war aber beim internationalen Verband zur «Persona non Grata» erklärt worden und seit 2021 bei der WM nie mehr im Stadion. Für die WM in Zürich und Fribourg hatte er bereits vorgesorgt und acht VIP-Tickets für Spiele der Schweizer sowie die Viertelfinals, die Halbfinals und den Final in Zürich für seine Familie und Freunde gekauft.

Nun also der Tag der Versöhnung. René Fasel ist offiziell begnadigt worden. Er sieht die Sache nicht ganz so. «Begnadigt? Nein. Nur wer Schuld auf sich geladen hat, kann begnadigt werden …»

epa05315970 A file photograph showing Swiss, Rene Fasel, President of the International Ice Hockey Federation, IIHF, who speak to the media during a press conference at the IIHF 2016 World Championshi ...
Fasel war in der Schweiz schon lange nicht mehr zu sehen.Bild: EPA/KEYSTONE FILE

Seine Schuld: Seine Nähe zur russischen Hockeykultur. Seine Mitarbeit im Schiedsrichterkomitee der höchsten russischen Liga KHL. Seine Freundschaft zu den alten Titanen des sowjetischen Hockeys, zu Igor Larionow, Wladislaw Fetisow oder Wjatscheslaw Tretjak. Die Entgegennahme des russischen Passes, den er nun neben der helvetischen Staatsbürgerschaft besitzt. Sein Lebensmittelpunkt ist zwar im Katon Schwyz. Aber er hat auch eine permanente Unterkunft in Moskau. Im Herzen des Bösen.

Ist das alles böse? Hat er Schuld auf sich geladen? René Fasel ist 1985 Präsident unseres Verbandes geworden und dann im Laufe der 1980er und 1990er Jahre, als die Welt noch eine ganz andere war, auch dank den Freunden aus Russland zum erfolgreichsten IIHF-Präsidenten mit einer biblischen Amtszeit von mehr als 20 Jahren (1994 bis 2021) und zum IOC-Mitglied aufgestiegen.

Letztlich ist der ehemalige Schiedsrichter und Zahnarzt auch das Opfer seiner Naivität geworden: Er hat geglaubt, Sport könne man von Politik trennen und musste erfahren, dass Sport immer untrennbar mit der Politik verbunden bleibt. Erst recht in Russland und Weissrussland, wo Eishockey als Nationalsport gilt. Die Nähe zum Eishockey führt in diesen Ländern automatisch zur Nähe zu den Machthabern in Minsk und Moskau, zu Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin. Das hätte René Fasel mit seiner immensen sportpolitischen Erfahrung wissen können. Eigentlich wissen müssen.

Russian President Vladimir Putin, right, and IIHF President Rene Fasel attend a gala match with the participation of Russian hockey legends as part of the final stage of the X All-Russian Night Hockey ...
Fasel zusammen mit Wladimir Putin.Bild: keystone

Sein Schicksal als Sportfunktionär, seine Nibelungentreue zu seinen russischen Freunden, hätte einst sicherlich auch den grossen russischen Dichter Dostojewski interessiert: Er hat den grandiosen Roman «Schuld und Sühne» geschrieben.

Nun denn: Bereits vor der WM ist René Fasel durch Urs Kessler, den Präsidenten unseres Verbandes (SIHF), offiziell zur WM eingeladen und damit auf nationaler Ebene begnadigt worden und war in Fribourg bereits im WM-Stadion. Am 12. Mai, am Dienstag vor einer Woche, hat er nun von der Begnadigung auf höchster Ebene durch Luc Tardif erfahren und ist beim Spiel der Schweizer gegen Österreich nun erstmals dessen Gast in Zürich.

180104 Luc Tardif, ordf�rande 2018 IIHF World Junior Championship, och Rene Fasel, ordf�rande IIHF (Internationella Ishockeyf�rbundet), pa en presskonferens under JVM i ishockey den 4 januari 2018 i B ...
Luc Tardif hat seinen Vorgänger eingeladen.Bild: imago sportfotodienst

Es ist eine versöhnliche Geste des kanadisch-französischen Doppelbürgers, der nur ins höchste Amt des Welteishockeys gewählt worden ist, weil ihm sein Vorgänger René Fasel den Weg dorthin geebnet hat.

Verbunden mit der Begnadigung und der damit verbundenen Ehre, nun offizieller IIHF-Gast zu sein, ist natürlich auch ein Parkplatz im Bauch der Arena in Zürich. Parkplätze sind in Zürich ein rares Gut. Das ist auch ein Highlight am Tag der Versöhnung: Parkieren in Zürich.

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