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FC Aarau

Unbeteiligte verhaftet bei FC Aarau gegen den FC Zürich: Politiker kritisieren Vorgehen der Polizei

Die Polizei verhaftete vergangenen Samstag auch Unbeteiligte. 
Die Polizei verhaftete vergangenen Samstag auch Unbeteiligte. Bild: KEYSTONE

Unbeteiligte verhaftet bei FC Aarau gegen den FC Zürich: Politiker kritisieren Vorgehen der Polizei

Beim Polizeieinsatz letzten Samstag in Aarau wurden auch Unbeteiligte festgenommen. Nun äussern sich erste Politiker kritisch zum Vorgehen der Polizei.
30.04.2015, 15:3330.04.2015, 15:58
Ein Artikel von
Aargauer Zeitung

Dass beim Polizeieinsatz letzten Samstag in Aarau auch Unbeteiligte festgenommen und mehrere Stunden festgehalten wurden, hinterlässt bei einigen Aargauer Sicherheitspolitikern «kein gutes Gefühl», wie es SP-Fraktionspräsident Dieter Egli ausdrückt. «Ich nehme zur Kenntnis, dass so ein Einsatz diese Gefahr mit sich bringt.» Dies sollte aber nicht die Regel werden. Für seinen Parteikollegen Flurin Burkard «dürfte dies eigentlich nicht vorkommen», lasse sich aber bei so einem Grosseinsatz wohl nicht ganz verhindern. 

Auch Andreas Senn, der Präsident der grossrätlichen Sicherheitskommission, hat Vorbehalte gegenüber dem rigorosen Vorgehen der Polizei: «Ich sehe keinen Grund, wieso Unbeteiligte für ein paar Stunden festgehalten werden sollen, wenn sie sich ausweisen können», sagt der CVP-Mann. Da müsste die Polizei genauer hinschauen und früher eine klare Triage machen. 

FDP-Grossrätin Jeanine Glarner hält es für «unschön» und «persönlich tragisch», wenn Unbeteiligte in ihrer Freiheit eingeschränkt wurden – aber das lasse sich bei so einem Einsatz nicht verhindern. Insgesamt stehen aber alle Sicherheitspolitiker hinter dem Polizeieinsatz – mit Ausnahme von SVP-Grossrat Daniel Wehrli, der grundsätzliche Kritik übt: «Solche Polizeieinsätze darf es nie mehr geben. Ich weiss nicht, was Urs Hofmann damit erreichen will.» Der Einsatz wäre übertrieben und die FCZ-Fans wären für die Polizei nur ein «gutes Übungsobjekt» gewesen.

Jetzt auf

Kein Problem mit dem Vorgehen der Polizei sieht der Aargauer Strafrechtsprofessor und SP-Mitglied Martin Killias: «Wie lange Personen festgehalten werden dürfen, ist vom Aufwand zur Abklärung der Identität und der Zugehörigkeit zur FCZ-Fangruppe abhängig.» In aussergewöhnlichen Situationen könne das mehrere Stunden dauern. (fam)

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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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TschGadEis
29.04.2015 21:22registriert Januar 2015
Üble Geschichte.

ABER: Auch alle anderen (FCZ-Fans) sind ohne jegliche Gründe festgehalten worden! Eigentlich spielt es keine Rolle, ob man Fan ist, unterwegs an eine Geburtstagsparty oder ein RedBull am Kiosk kaufen wollte.

Ohne ein Gesetz zu brechen festgenommen zu werden ist ein absoluter Skandal!
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crazyfuffi
29.04.2015 19:57registriert August 2014
Da ist die Polizei einfach komplett am Ziel vorbeigeschossen und ist jetzt auch noch zu Stolz zuzugeben, dass sie komplett unverhältnismässige und übertriebene Massnahmen angewendet haben.

Zum Glück gibt es einige, die sich wehren und ich hoffe, dass diese mit einer Klage Erfolg haben werden. Auch erhoffe ich mir in Zukunft etwas mehr Augenmass und gesunden Menschenverstand der Einsatzleiter UND eine öffentliche Entschuldigung.

Solche Verhältnisse sind für einen Rechtsstaat nicht akzeptabel.
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Tom Garret
30.04.2015 00:24registriert Juli 2014
Ich hatte vor ca 8 Jahren ein ähnliches Erlebnis in Zürich und es ist wirklich eine schlimme Erfahrung. Du bist den Polizisten ausgeliefert und keiner hört dir zu oder hilft dir. Sie könnten praktisch machen was sie wollen und rechtlich belangen ist schwierig da sie sich ja decken können und man je nachdem keinen Zeugen hat... etwas das ich niemandem wünsche auch wenns nicht wirklich schlimm war. Diese Ohnmacht ist nicht witzig...
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