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Offside Mexiko Kamerun

Bild: Screenshot ESPN

Der Videobeweis muss her

Was ist denn bloss mit den Unparteiischen los? In den ersten beiden Spielen gab's drei krasse Fehlentscheide

Nicht einmal 24 Stunden nach dem strittigen Penaltyentscheid bei Brasilien – Kroatien wird bei der WM wieder über die Schiedsrichter diskutiert. Diesmal hat das Schiedsrichter-Trio gleich zweimal ein Offside gesehen, wo keines war.



Die WM 2014 in Brasilien hat so begonnen, wie sie – zumindest aus Sicht der FIFA – nicht hätte beginnen sollen. Nach zwei Partien wird nicht über schöne Tore oder sensationelle Paraden diskutiert, sondern über die Leistungen der Schiedsrichter. 

Im Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Brasilien und Kroatien hatte der japanische Referee Yuichi Nishimura nach 71 Minuten im Strafraum ein Foul gesehen und auf Penalty für die Seleção entschieden. Ein Fehlentscheid: Dejan Lovren hatte Stürmer Fred kaum berührt. Superstar Neymar war das egal, er traf mit etwas Glück zum vorentscheidenden 2:1. Kroatien beklagte sich nach dem Spiel völlig zu Recht.

Zweimal geht die Fahne hoch

Das zweite Spiel der Gruppe A zwischen Mexiko und Kamerun ist nicht einmal eine Viertelstunde alt, da stehen die Unparteiischen schon wieder im Zentrum von hitzigen Diskussionen. Was war passiert? Nach einem Flankenball von Héctor Herrera verwertete Giovanni Dos Santos vermeintlich zur 1:0-Führung. Doch der Linienrichter sah fälschlicherweise eine Abseitsstellung und hob die Fahne. Das Tor zählte nicht.

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Kein Abseits: Der erste Fehlentscheid. Gif: SRF

«Schwierig zu sehen», musste auch der Schweizer Schiedsrichterchef Carlo Bertolini im SRF-Studio eingestehen. «Der Assistent steht vielleicht einen Meter zu weit vorne, sein Blickwinkel ist so natürlich nicht optimal. Ausserdem konnte er die Ballabgabe wohl nicht sehen.»

Offside: Kamerun Mexiko

Die SRF-Grafik zum ersten Fehlentscheid. Bild: Screenshot SRF

Doch es sollte noch schlimmer kommen: Kurz darauf wurde ein Tor von Samuel Eto'o aberkannt, diesmal noch zu Recht. Doch in der 29. Minute bereits die nächste Aufregung. Wieder gab das Schiedsrichter-Gespann ein reguläres Tor der Mexikaner nicht.

Nach einem in der Mitte leicht abgefälschten Eckball nickte Dos Santos am langen Pfosten problemlos ein. Wieder hob der Linienrichter allerdings die Fahne. Er hatte übersehen, dass der Ball in der Mitte nicht von einem Mexikaner, sondern von einem Kameruner abgelenkt wurde. Das Tor zählte also nicht.

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Kein Abseits: Der zweite Fehlentscheid. Gif: SRF

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Hier noch besser zu sehen. Gif: SRF

«Auch dieses Tor wurde zu Unrecht annulliert», sagt Bertolini. «Wir vor dem Fernseher oder im Studio sehen das ganz klar. Der Linienrichter hätte einfach beim Schiedsrichter nachfragen müssen, wer den Ball weitergeleitet. Das ist hier wahrscheinlich nicht passiert.»

Für Mexiko hatten die beiden Fehlentscheide keine gravierenden Konsequenzen. Dank einem Treffer von Oribe Peralta siegte «El Tri» gegen ein schwaches Kamerun hochverdient 1:0. Das Zittern zum Schluss hätte man sich allerdings ersparen können.

Videobeweis könnte das Problem lösen

Die Forderungen nach technischen Hilfsmittel für die Schiedsrichter werden dadurch dennoch wieder deutlich lauter werden. Zwar setzt die FIFA in diesem Jahr zum ersten Mal auf die Torlinientechnologie, doch bei Foul- oder Abseitsentscheidungen nützt diese leider nichts.

Der Video-Beweis könnte das Problem lösen. Im American Football oder im Tennis wird er seit Jahren erfolgreich genutzt. Erst im März entschieden sich die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) abgesehen von der Torlinientechnologie, aber gegen einen weiteren Einsatz von technischen Hilfsmitteln. 

«Es besteht die Gefahr, dass der Videobeweis den Charakter des Spiels ändert», sagte FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke. Zudem gebe es Bedenken, dass bei längeren Unterbrüchen für die Ansicht von Zeitlupen derweil Werbung bei den Fernsehübertragungen eingespielt werden könnte. «Das ist das Ende des Spiels», befürchtet Valcke. Beim Tennis und im Football sind die Challenges während des Spiels bei den Zuschauern wegen der aufkommenden Spannungen allerdings duchaus beliebt.

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