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Red Bull dominiert die Formel 1 weiter und stichelt: «Müssen sich schämen»

Team Red Bull, including drivers Max Verstappen, front left, of the Netherlands; Sergio Perez, second from front right, of Mexico; and team principle Christian Horner, right; celebrate the team's ...
Red Bull feiert seinen 100. Sieg in der Formel 1 – Max Verstappen (l.) hofft, dass 100 weitere folgen.Bild: keystone

Red Bull stösst in historische Sphären vor und stichelt: «Die Jungen müssen sich schämen»

Mit seinem Sieg beim GP von Kanada zieht Weltmeister Max Verstappen mit Legende Ayrton Senna gleich – Red-Bull-Berater Helmut Marko schiesst danach gegen die Konkurrenz. Immerhin lässt ein Altstar auf Spannung hoffen.
19.06.2023, 11:1719.06.2023, 12:14
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Nicht einmal ein Vogel konnte ihn auf dem Weg zum Sieg noch aufhalten. Beim Grossen Preis von Kanada erwischte Max Verstappen einen Vogel, der bis zum Ende des Rennens in der Bremse des Niederländers stecken blieb. Dennoch fuhr Verstappen souverän zu seinem insgesamt 41. Sieg in der Formel 1. Damit ist der 25-Jährige mit der brasilianischen Legende Ayrton Senna gleichgezogen.

Ausserdem fuhr der zweifache Weltmeister den 100. Sieg für Red Bull ein. Damit ist der österreichische Rennstall mit Sitz im britischen Milton Keynes erst das fünfte Team, das diese magische Marke in der Formel 1 erreicht. «Es ist fantastisch», sagte Verstappen nach dem Rennen, «ich hätte nie von solchen Zahlen geträumt». Einzig Ferrari (242 Siege), McLaren (183), Mercedes (125) und Williams (114) sind noch erfolgreicher als Red Bull. Doch natürlich ist das nicht genug für den ehrgeizigen Sieger: «Ich bin stolz darauf, aber ich hoffe, dass wir weiterhin Rennen gewinnen. Das nächste Ziel sind 200 Siege.»

Dass es der letzte Sieg von Red Bull und Verstappen sein wird, ist so gut wie ausgeschlossen. Zu dominant tritt der Titelverteidiger auch in dieser Saison auf. Obwohl Verstappen von einem schwierigen Rennen sprach und ihm sein Team mitteilte, dass hinter ihm mehr gepusht werde als sonst, setzte er sich mit knapp zehn Sekunden Vorsprung auf Fernando Alonso durch. Teamkollege Sergio Perez, der als Sechster ein enttäuschendes Ergebnis erzielte, sicherte sich in Montreal immerhin noch den Zusatzpunkt für die schnellste Runde.

Sie gewannen im Red Bull
Max Verstappen: 41 Siege
Sebastian Vettel: 38 Siege
Mark Webber: 9 Siege
Daniel Ricciardo: 7 Siege
Sergio Perez: 5 Siege

Vernichtendes Urteil für die Konkurrenz

Damit gewann das Team von Teamchef Christian Horner auch das achte Rennen in dieser Saison. Der sechsfache Sieger Verstappen stand in allen Rennen auf dem Podium, sein Vorsprung auf Perez, den Zweiten der WM-Wertung, beträgt bereits 69 Punkte. Mit nun saisonübergreifend neun Triumphen in Serie ist Red Bull auf der Jagd nach einem weiteren Rekord.

Zwei Siege fehlen noch zu der Bestmarke von McLaren aus dem Jahr 1988, elfmal in Serie beendeten Alain Prost oder Ayrton Senna ein Rennen damals an der Spitze. Es handelt sich dabei auch um den Rekord für die meisten Siege ab dem Saisonstart. Mit Erfolgen beim Heimrennen in Österreich, in Grossbritannien und in Ungarn könnten Verstappen, Perez und Co. einen Rekord brechen und den anderen egalisieren.

Verhindern kann das wohl nur Red Bull selbst. Denn auch in Montreal konnte kein anderer Fahrer Verstappen an der Spitze ernsthaft gefährden. Das Podium komplettierte neben dem bald 42-jährigen Alonso der 38-jährige Lewis Hamilton. So fällte Red-Bull-Berater Helmut Marko gegenüber «Blick» ein vernichtendes Urteil für die jüngeren Piloten: «Irgendwie müssen sich die Jungen schämen. Die beiden Einzigen, die Verstappen etwas am Nerv kitzeln können, sind zusammen über 80 Jahre alt.»

Alonso verspricht zusätzliche Spannung

Dennoch lässt die Konkurrenz auf grössere Spannung in der restlichen Saison hoffen. Alonso, der zum sechsten Mal auf dem Podest stand, sandte eine Kampfansage in Richtung von Red-Bull-Fahrer Perez, der in der WM-Wertung nur noch neun Punkte vor ihm liegt. Ausserdem hofft er darauf, seine lange Durststrecke bald einmal zu beenden. Letztmals siegte er 2013 in Barcelona, nun sagt er: «Wir sind nahe dran, vielleicht schaffen wir es noch vor der Sommerpause.»

Winner Red Bull Racing's Max Verstappen, of the Netherlands, and his technical director, Adrain Newey, stand next to second place finisher Aston Martin driver Fernando Alonso, left, of Spain, and ...
Hinter Verstappen komplettierten Fernando Alonso (l.) und Lewis Hamilton (r.) das Podest – mit auf dem Podium steht auch Red Bulls Technik-Genie Adrian Newey.Bild: keystone

Die nächste Chance dazu ergibt sich in zwei Wochen. Am Wochenende vom 30. Juni bis zum 2. Juli findet der Grosse Preis von Österreich in Spielberg statt. Neben dem Hauptrennen wird am Samstag das zweite Sprintrennen der Saison ausgetragen.

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12 Kommentare
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Namenloses Elend
19.06.2023 11:46registriert Oktober 2014
Die Spannung der Rennen findet ab P2 statt. Im Mittelfeld ist auch alles ziemlich nah beieinander. Aber der Sieger steht eh schon fest, deswegen muss man kein Rennen schauen.
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Der Micha
19.06.2023 11:40registriert Februar 2021
"Irgendwie müssen sich die Jungen schämen. Die beiden Einzigen, die Verstappen etwas am Nerv kitzeln können, sind zusammen über 80 Jahre alt"

Ich weiß das er es als Witz meinte. Man muss aber berücksichtigen, dass in der Formel 1 kaum mehr getestet werden darf.

Mehr Tests würden Rookies auch mehr Sicherheiten auf den Strecken geben. Die Regeln jetzt machen es den Rookies nur schwieriger.
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