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Diego Benaglio tritt per sofort aus der Nati zurück: «Bin nicht mehr der Jüngste»

61 Mal hütete Diego Benaglio das Tor der Schweizer Nati.
61 Mal hütete Diego Benaglio das Tor der Schweizer Nati.Bild: PAUL HANNA/REUTERS
Grosse Überraschung

Diego Benaglio tritt per sofort aus der Nati zurück: «Bin nicht mehr der Jüngste»

Die Schweizer Nationalmannschaft geht ohne ihre langjährige Nummer 1 in die Zukunft: 19 Tage vor dem ersten EM-Qualifikationsspiel gegen England gibt Goalie Benaglio seinen Rücktritt bekannt.
20.08.2014, 17:0421.08.2014, 06:39

Diego Benaglio hat genug: Nach acht Jahren und 61 Länderspielen beendet der Schweizer Torhüter seine internationale Karriere. Der Rücktritt kommt 19 Tage vor dem ersten EM-Qualifikationsspiel am 8. September in Basel gegen England sehr überraschend. Hitzfeld-Nachfolger Vladimir Petkovic hatte Benaglio bei seiner ersten Pressekonferenz als Nummer 1 bestätigt.

Für den bald 31-jährigen Torhüter des VfL Wolfsburg sind hauptsächlich zwei Gründe ausschlaggebend für seinen überraschenden Entscheid: «Zum einen bin ich nicht mehr der Jüngste und möchte mich noch stärker auf meine Aufgabe beim Verein fokussieren, zum anderen spielt auch mit, dass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen möchte.»

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Petkovic bedauert Benaglios Rücktritt

Nationaltrainer Vladimir Petkovic, der nie Zweifel an der bestehenden Torhüter-Hierarchie aufkommen lassen hat und von Benaglio als Erster über dessen Rücktritt informiert worden ist, spricht von einer «schlechten Nachricht zu einem schlechten Zeitpunkt», aber auch davon, dass man diesen wohl überlegten Entscheid respektieren müsse.

«Diego ist erfahren genug um zu wissen, dass er damit viel Verantwortung übernimmt. Und für mich gilt es, sofort vorwärts zu schauen. Ich bin ja in der glücklichen Lage, dass wir auf der Torhüter-Position sehr gut aufgestellt sind.» Um die Nummer-1-Position in der Schweizer Nati kämpfen nun die bisherigen Reservisten Yann Sommer und Roman Bürki, wobei Sommer die besseren Chancen haben dürfte.

Benaglio und sein designierter Nachfolger Yann Sommer im Training.
Benaglio und sein designierter Nachfolger Yann Sommer im Training.Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Sechs Jahre die Nummer 1

Unter Nationalcoach Jakob Kuhn absolvierte Benaglio am 3. Juni 2006 in einem Testspiel gegen China sein erstes Länderspiel für die Schweiz. Vor der EM 2008 im eigenen Land machte ihn Kuhn zur Nummer 1; Benaglio, damals noch beim portugiesischen Erstligisten Nacional Funchal unter Vertrag, löste Pascal Zuberbühler ab.

Benaglio während seinem ersten Länderspiel 2006 gegen China.
Benaglio während seinem ersten Länderspiel 2006 gegen China.Bild: KEYSTONE

Nach der EM in der Schweiz bestritt der Zürcher mit der Schweiz die WM-Endrunden 2010 und 2014. Bei beiden Turnieren spielte er auf Top-Niveau. Höhepunkt war dabei der «Shutout» beim 1:0 im WM-Startspiel 2010 gegen den späteren Weltmeister Spanien. (pre/si)

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