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Winterpause – die Hausaufgaben für die Super-League-Klubs

So das war's für dieses Jahr mit der Super League. Die Fussballprofis gehen in die Ferien und wir schauen nun Ski-Rennen. Doch bald beginnt für die Klubs die Vorbereitung auf die Rückrunde. Wir haben für jeden Verein die Hausaufgaben notiert. 
12.12.2016, 13:5912.12.2016, 15:20
Janick Wetterwald
Janick Wetterwald
Janick Wetterwald
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Da ist sie also, die Winterpause in der Super League. Hat man die Terrains in Vaduz und Sion an diesem Wochenende gesehen, so dürften die Profis froh sein, ist das Fussballjahr 2016 in der Schweiz vorbei.

FCSG-Spieler Alain Wiss war gestern bereits am Flughafen und ist ready für die Ferien.instagram

Jetzt sind Ferien angesagt oder etwas Zeit mit der Familie. Aber kaum ist die Vorrunde vorbei, geistert auch wieder das Wort «Vorbereitung» umher. Schliesslich geht es im Frühling in die entscheidende Phase im «Kampf» um den Meistertitel und gegen den Abstieg. Darum haben wir für jeden Klubs die Hausaufgaben für die Winterpause notiert. 

Basel

Was die Super League anbelangt, ist der Serienmeister auf direktem Weg zum nächsten Titel. Doch beim Ligakrösus denkt man grösser, man denkt europäisch. Also gilt es in der Rückrunde ein für die Champions League taugliches Team aufzubauen und sich über den Trainer Gedanken zu machen. Denn Urs Fischer mag ein guter Kerl sein und reicht für einen weiteren Meistertitel in der Schweiz, doch ihm fehlt die internationale Klasse.

Der FC Basel joggt gemütlich zum nächsten Meistertitel.
Der FC Basel joggt gemütlich zum nächsten Meistertitel.Bild: KEYSTONE

Was man am Rhein auch nicht ausser Acht lassen sollte, ist der Cup. Mit dem FC Zürich wartet da ein gefährlicher Gegner, bei dem der FCB eigentlich nur verlieren kann. Eine Niederlage im Prestigeduell würde nicht nur Häme und Spott nach sich ziehen, sondern auch das Double verhindern. 

Hausaufgaben:

  • Champagner kaltstellen
  • Team für die «Königsklasse» aufbauen
  • Über Urs Fischer nachdenken
  • Video-Studium zum FCZ betreiben
Bleibt Urs Fischer über diese Saison hinaus Trainer beim FC Basel?

Young Boys

Hach, der ewige Zweite wird es wohl auch dieses Jahr nicht schaffen, die Basler wirklich in Bedrängnis zu bringen. Also sollte man in der Hauptstadt einfach versuchen, erster Verfolger des FCB zu bleiben. Wichtige Stütze dabei wird auch im Frühling der Stürmer Guillaume Hoarau sein, dessen Vertrag läuft zwar noch bis im Sommer 2018, doch YB sollte aufpassen.

Hoarau ist für YB enorm wichtig.
Hoarau ist für YB enorm wichtig.Bild: Urs Lindt/freshfocus

Ein Verlust des Topstürmers würde schmerzen. Mit dem neuen Sportchef Christoph Spycher tut YB zudem gut daran, die Strategie mit den jungen Spielern aufrecht zu halten um auch für die Zukunft gesorgt zu haben. In der Rückrunde geht es direkt gegen die beiden Verfolger Sion (zuhause) und Luzern (auswärts) – diesen Auftakt sollten die Berner nicht verschlafen, sonst wird es wohl bereits wieder unruhig. Im Cup könnte zudem endlich wiedermal ein Titel errungen werden, aber aufgepasst: Nur nicht Winterthur unterschätzen und eine Blamage riskieren.

Hausaufgaben:

  • Hoarau in Bern halten
  • Weiterhin junge Talente aufbauen
  • Start in die Rückrunde nicht verpennen
  • Cupgegner «Winti» nicht unterschätzen
Verliert YB im Cup gegen Underdog Winterthur?

Sion

Im Wallis ist die Gemütslage entspannt. Seit Peter Zeidler das Traineramt übernommen hat, spielt Sion stabil und zum Vorrunden-Abschluss gab es einen dominanten Sieg gegen Mitkonkurrent Luzern. Zuhause im Tourbillon sind die Walliser sowieso eine Macht und haben von neun Spielen nur drei Mal nicht gewonnen (zwei Niederlagen, ein Remis). Alles gut also beim Team von Christian Constantin? Ja, momentan schon.

In Sion ist mit Peter Zeidler aktuell alles ruhig.
In Sion ist mit Peter Zeidler aktuell alles ruhig.Bild: KEYSTONE

Die Mannschaft und Zeidler sollten im Frühling an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen, sonst kann die Stimmung sehr schnell wieder kippen. Ein wichtiges vertragliches Traktandum dürfte zudem die Vertragsverlängerung von Reto Ziegler sein. Der 30-Jährige ist Captain in Sion und glänzte in der Vorrunde mit seinen Standards. Ah und da ist natürlich noch der Cup. Da muss Sion als Cup-Mannschaft eigentlich keine Angst haben, das läuft schon.

Hausaufgaben:

  • Form konservieren 
  • Mit Reto Ziegler sprechen
  • Heimstärke beibehalten
  • Cup-Mannschaft bleiben
Ist Reto Ziegler bei Saisonende der beste Torschütze der Super League?

Luzern

In der Innerschweiz ist die fehlende Konstanz eigentlich ein stetiger Begleiter. Guter Start, schlechte Phase, dann läuft's wieder besser und zum Schluss eine blamable Leistung in Sion. Markus Babbel macht in Luzern einen guten Job, doch irgendwie sind die Möglichkeiten limitiert und man muss mit diesem Auf und Ab leben. Die Arbeit mit den jungen Spielern geht voran, doch so einen richtigen Kracher hat die FCL-Talentschmiede noch nicht hervorgebracht.

Eines der verheissungsvollen Talente beim FCL: Filip Ugrinic.
Eines der verheissungsvollen Talente beim FCL: Filip Ugrinic.Bild: Martin Meienberger/freshfocus

Immerhin scheint der Zirkus um den FC Luzern nicht mehr so gross und laut zu sein wie auch schon, aber die Lunte ist kurz. Der Vertrag von Markus Neumayr, der Schaltzentrale im Mittelfeld, läuft im Sommer aus – da sollten die Verantwortlichen mitpokern, aber auch an die Finanzen des Vereins denken. Und im Cup? Da wird es wohl wie immer sein: Man ist lange dabei, aber am Ende feiert ein anderer Verein.

Hausaufgaben:

  • Konstanz suchen 
  • Jugendarbeit weiter vorantreiben
  • Pokern mit Markus Neumayr
  • Cup-Titel anstreben
Gewinnt der FC Luzern den Cup im Jahr 2017?

GC

Bei den Grasshoppers war in dieser Vorrunde irgendwie etwas der Schlendrian drin. Auswärts ging eigentlich so gut wie gar nichts und GC ist in der Auswärtstabelle die schlechteste Mannschaft mit vier Punkten aus neun Spielen. Zum Glück läuft es im Letzigrund besser, aber die Torproduktion stockt. Weniger als 1,5 Tore pro Spiel schiessen die Spieler von Pierluigi Tami. In der Offensive sollten die «Hoppers» auf dem Transfermarkt aktiv werden und einen Knipser verpflichten.

Oftmals war GC (hier Ridge Munsy) der Weg zum Tor versperrt.
Oftmals war GC (hier Ridge Munsy) der Weg zum Tor versperrt.Bild: KEYSTONE

Dazu ist eigentlich auch in der Abwehr Handlungsbedarf, denn es fehlt ein erfahrener Chef, der das Konstrukt hinten zusammenhält. GC kann ohne Druck etwas aufbauen, um im nächsten Jahr wieder anzugreifen. In dieser Saison ist man bereits out im Schweizer Cup und für die europäischen Plätze wird es nicht reichen. Immerhin kann sich GC noch lange an einem Titel festhalten: Rekordmeister.

Hausaufgaben:

  • Auswärtsschwäche ablegen
  • Knipser und Abwehr-Routinier einkaufen
  • Kleine Brötchen backen
  • Den Status «Rekordmeister» geniessen
Backt man bei GC in Zukunft kleinere Brötchen?

St.Gallen

Beim FCSG kann man jetzt erst mal froh sein, dass der Abstieg eher wieder etwas in die Ferne gerückt ist. Nach dem Horror-Start haben die Ostschweizer die Kurve gekriegt und die Bekanntgabe des Wechsels von Tranquillo Barnetta scheint die Spieler schon beflügelt zu haben. Dem neuen Hoffnungsträger sollte man übrigens so gut wie möglich die Schultern entlasten, sonst fehlt die Lockerheit für gute Leistungen.

Endlich bindet sich Tranquillo Barnetta die Schuhe wieder für den FCSG.
Endlich bindet sich Tranquillo Barnetta die Schuhe wieder für den FCSG.Bild: KEYSTONE

Ansonsten ist beim Team von Joe Zinnbauer in personeller Hinsicht wenig zu tun. Die Spieler für einen sicheren Mittelfeldplatz in der Super League sind vorhanden, man muss nur die richtige Einstellung und den richtigen Mix finden. Der Cup ist keine Last mehr und darum sollte man so schnell wie möglich die Augen nach oben richten. Zum Auftakt kommt's im Frühling zum Duell gegen Schlusslicht Vaduz. Da sollte Grün-Weiss gleich mal den Chef markieren, um nicht wieder in den Strudel zu geraten. 

Hausaufgaben:

  • Erstmal durchatmen
  • «Quillo» nicht überbelasten
  • Am Teamgefüge arbeiten
  • Gegen Vaduz den Chef markieren
Markiert der FC St.Gallen beim Rückrundenstart gegen Vaduz den Chef und gewinnt?

Lausanne-Sport

Man träumte am Lac Leman schon vom internationalen Geschäft nach dem furiosen Start in der Super League. Doch der Aufsteiger wurde auf den Boden der Realität zurückgeholt und sollte nun zuerst mal dankbar die 18 Punkte feiern. Fabio Celestini macht mit den vorhandenen Mitteln sicher einen guten Job, doch es muss nun der nächste Schritt folgen.

Lausanne muss jetzt einen Schritt vorwärts machen.
Lausanne muss jetzt einen Schritt vorwärts machen.Bild: KEYSTONE

Es gilt die Lehren aus der Vorrunde zu ziehen und eine solide Mannschaft in der höchsten Spielklasse zu werden. Richtungsweisend werden die ersten vier Partien sein gegen hauptsächlich grössere Kaliber (Luzern, St.Gallen, Basel, Sion). Da einige Punkte klauen wäre für Lausanne Gold wert im Kampf gegen den Abstieg, den man wohl nicht abwenden kann als Aufsteiger. 

Hausaufgaben:

  • Die 18 Punkte feiern
  • Aus der Vorrunde lernen
  • Zu Beginn einen «Grossen» ärgern
  • Abstiegskampf annehmen
Feiert Lausanne die 18 Punkte so ausgelassen, dass es interne Sanktionen geben wird?

Lugano

Die Tessiner sind so etwas wie das graue Schaf der Liga. Abgesehen von den Spielen hört man eigentlich nichts vom FC Lugano. Ezgjan Alioski sorgte zwischenzeitlich in der Torjägerliste für Aufsehen, doch der Wirbelwind hat zum Ende der Vorrunde stark abgebaut. Dabei braucht die Mannschaft solche Typen. Lugano hat die letzten sechs Partien vor der Winterpause nicht gewinnen können und Trainer Andrea Manzo ist wohl nur dank zwei Unentschieden zum Schluss noch im Amt.

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Alioski erlebte in der Vorrunde eine Achterbahnfahrt.

Andrea Manzo? Ja eben, man hört nicht viel von Lugano. Vielleicht sollte da mal ein Trainer mit einem grösseren Palmares als einem Spiel in der Serie A (2008 mit Parma) hin. Dazu würde auch ein Hochkaräter auf dem Feld nicht schaden; vielleicht geht ja irgendwo ein Geldhahn auf. Denn wer kommt zum Start der Vorrunde ins Cornaredo? Der FC Basel. Manzo hat jetzt also den ganzen Winter Zeit, um einen Schlachtplan gegen den Meister auszuarbeiten. 

Hausaufgaben:

  • Alioski wieder hinbiegen
  • Neuen Trainer einstellen
  • Geldhahn suchen
  • Schlachtplan gegen den FCB entwickeln
Wird der Schlachtplan von Lugano die Basler in die Knie zwingen?

Thun

Der arg gebeutelte FC Thun hat eine grosse Baustelle – die Geldsorgen. Niemand weiss so wirklich, wie lange im Berner Oberland noch Super League gespielt werden kann. Aktuell läuft eine Spendenaktion, doch von der bis Ende Jahr benötigten Million ist bisher erst etwas mehr als 700'000 zusammengekommen. Bis Ende der Saison sind nochmals 500'000 zusätzlich nötig.

Dazu kommt sportlich der Kampf gegen den Abstieg. Das ist eine Zwickmühle in der sich der FC Thun befindet. Der eine oder andere Sieg der Thuner würde der Kasse sicher auch gut tun, doch die Möglichkeiten sind beschränkt und man leidet unter einer Heimschwäche. Nur acht Punkte hat der FC Thun in der Stockhorn Arena geholt, das sind am wenigsten Heimpunkte von allen Teams in der Super League. Die solide Spielweise aus den vorigen Saisons hat man etwas verloren und so steckt man voll unten drin. Das Motto ist klar: #zämeidzuekunft.

Hausaufgaben:

  • Spendenbarometer voran treiben
  • Heimschwäche ablegen
  • Spiele gewinnen
  • #zämeidzuekunft
Kann der FC Thun den Untergang verhindern?

Vaduz

Im Ländle geht wie jedes Jahr das Abstiegsgespenst um. Doch wer Giorgio Contini und den FC Vaduz kennt, weiss auch, dass es am Ende irgendwie trotzdem nicht zum Abstieg kommt. Mit einem bescheidenen Kader vermag man im Liechtenstein immer wieder zu überraschen. Vielleicht gelingt den Verantwortlichen ja erneut ein Transfercoup wie im letzten Jahr, als man im Winter Armando Sadiku vom FCZ ausgeliehen hat.

Die Vaduzer haben keine Angst vom Abstieg.
Die Vaduzer haben keine Angst vom Abstieg.Bild: KEYSTONE

Es wäre sicher eine zusätzliche Unterstützung, um den noch nicht grossen Rückstand auf die anderen Sorgenkinder aufzuholen. Ein weiteres Ziel ist für die Vaduzer natürlich, den liechtensteinischen Cup zu gewinnen, um wieder in der Europa League sein Glück zu versuchen. Das 11:0 im Viertelfinal gegen den FC Ruggell lässt auf den Titel hoffen. 

Hausaufgaben:

  • Abstiegsgespenst ignorieren
  • Transfercoup landen
  • Cup-Titel in Liechtenstein holen
  • Europa League planen
Erobert der FC Vaduz im nächsten Jahr die europäische Fussballbühne?

Die Super League im Zeitraffer – wie sich die Liga seit 1980 verändert hat

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