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Winterpause – die Hausaufgaben für die Super-League-Klubs

So das war's für dieses Jahr mit der Super League. Die Fussballprofis gehen in die Ferien und wir schauen nun Ski-Rennen. Doch bald beginnt für die Klubs die Vorbereitung auf die Rückrunde. Wir haben für jeden Verein die Hausaufgaben notiert. 



Da ist sie also, die Winterpause in der Super League. Hat man die Terrains in Vaduz und Sion an diesem Wochenende gesehen, so dürften die Profis froh sein, ist das Fussballjahr 2016 in der Schweiz vorbei.

FCSG-Spieler Alain Wiss war gestern bereits am Flughafen und ist ready für die Ferien. instagram

Jetzt sind Ferien angesagt oder etwas Zeit mit der Familie. Aber kaum ist die Vorrunde vorbei, geistert auch wieder das Wort «Vorbereitung» umher. Schliesslich geht es im Frühling in die entscheidende Phase im «Kampf» um den Meistertitel und gegen den Abstieg. Darum haben wir für jeden Klubs die Hausaufgaben für die Winterpause notiert. 

Basel

Was die Super League anbelangt, ist der Serienmeister auf direktem Weg zum nächsten Titel. Doch beim Ligakrösus denkt man grösser, man denkt europäisch. Also gilt es in der Rückrunde ein für die Champions League taugliches Team aufzubauen und sich über den Trainer Gedanken zu machen. Denn Urs Fischer mag ein guter Kerl sein und reicht für einen weiteren Meistertitel in der Schweiz, doch ihm fehlt die internationale Klasse.

Switzerland's FC Basel 1893 during a training session in the St. Jakob-Park training area in Basel, Switzerland, on Monday, December 5, 2016. Switzerland's FC Basel 1893 is scheduled to play against England's Arsenal FC in an UEFA Champions League Group stage Group A matchday 6 soccer match on Tuesday, December 6, 2016. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Der FC Basel joggt gemütlich zum nächsten Meistertitel. Bild: KEYSTONE

Was man am Rhein auch nicht ausser Acht lassen sollte, ist der Cup. Mit dem FC Zürich wartet da ein gefährlicher Gegner, bei dem der FCB eigentlich nur verlieren kann. Eine Niederlage im Prestigeduell würde nicht nur Häme und Spott nach sich ziehen, sondern auch das Double verhindern. 

Hausaufgaben:

Bleibt Urs Fischer über diese Saison hinaus Trainer beim FC Basel?

Young Boys

Hach, der ewige Zweite wird es wohl auch dieses Jahr nicht schaffen, die Basler wirklich in Bedrängnis zu bringen. Also sollte man in der Hauptstadt einfach versuchen, erster Verfolger des FCB zu bleiben. Wichtige Stütze dabei wird auch im Frühling der Stürmer Guillaume Hoarau sein, dessen Vertrag läuft zwar noch bis im Sommer 2018, doch YB sollte aufpassen.

08.12.2016; Bern; Fussball Europa League - BSC Young Boys - FC Astana; 
Guillaume Hoarau (YB) gegen Igor Shitov (Astana) 
(Urs Lindt/freshfocus)

Hoarau ist für YB enorm wichtig. Bild: Urs Lindt/freshfocus

Ein Verlust des Topstürmers würde schmerzen. Mit dem neuen Sportchef Christoph Spycher tut YB zudem gut daran, die Strategie mit den jungen Spielern aufrecht zu halten um auch für die Zukunft gesorgt zu haben. In der Rückrunde geht es direkt gegen die beiden Verfolger Sion (zuhause) und Luzern (auswärts) – diesen Auftakt sollten die Berner nicht verschlafen, sonst wird es wohl bereits wieder unruhig. Im Cup könnte zudem endlich wiedermal ein Titel errungen werden, aber aufgepasst: Nur nicht Winterthur unterschätzen und eine Blamage riskieren.

Hausaufgaben:

Verliert YB im Cup gegen Underdog Winterthur?

Sion

Im Wallis ist die Gemütslage entspannt. Seit Peter Zeidler das Traineramt übernommen hat, spielt Sion stabil und zum Vorrunden-Abschluss gab es einen dominanten Sieg gegen Mitkonkurrent Luzern. Zuhause im Tourbillon sind die Walliser sowieso eine Macht und haben von neun Spielen nur drei Mal nicht gewonnen (zwei Niederlagen, ein Remis). Alles gut also beim Team von Christian Constantin? Ja, momentan schon.

Der Sittener Trainer Peter Zeidler, im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Sion, am Sonntag, 4. Dezember 2016, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

In Sion ist mit Peter Zeidler aktuell alles ruhig. Bild: KEYSTONE

Die Mannschaft und Zeidler sollten im Frühling an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen, sonst kann die Stimmung sehr schnell wieder kippen. Ein wichtiges vertragliches Traktandum dürfte zudem die Vertragsverlängerung von Reto Ziegler sein. Der 30-Jährige ist Captain in Sion und glänzte in der Vorrunde mit seinen Standards. Ah und da ist natürlich noch der Cup. Da muss Sion als Cup-Mannschaft eigentlich keine Angst haben, das läuft schon.

Hausaufgaben:

Ist Reto Ziegler bei Saisonende der beste Torschütze der Super League?

Luzern

In der Innerschweiz ist die fehlende Konstanz eigentlich ein stetiger Begleiter. Guter Start, schlechte Phase, dann läuft's wieder besser und zum Schluss eine blamable Leistung in Sion. Markus Babbel macht in Luzern einen guten Job, doch irgendwie sind die Möglichkeiten limitiert und man muss mit diesem Auf und Ab leben. Die Arbeit mit den jungen Spielern geht voran, doch so einen richtigen Kracher hat die FCL-Talentschmiede noch nicht hervorgebracht.

15.10.2016; Basel; Fussball Super League - FC Basel - FC Luzern; Filip Ugrinic (Luzern) (Martin Meienberger/freshfocus)

Eines der verheissungsvollen Talente beim FCL: Filip Ugrinic. Bild: Martin Meienberger/freshfocus

Immerhin scheint der Zirkus um den FC Luzern nicht mehr so gross und laut zu sein wie auch schon, aber die Lunte ist kurz. Der Vertrag von Markus Neumayr, der Schaltzentrale im Mittelfeld, läuft im Sommer aus – da sollten die Verantwortlichen mitpokern, aber auch an die Finanzen des Vereins denken. Und im Cup? Da wird es wohl wie immer sein: Man ist lange dabei, aber am Ende feiert ein anderer Verein.

Hausaufgaben:

Gewinnt der FC Luzern den Cup im Jahr 2017?

GC

Bei den Grasshoppers war in dieser Vorrunde irgendwie etwas der Schlendrian drin. Auswärts ging eigentlich so gut wie gar nichts und GC ist in der Auswärtstabelle die schlechteste Mannschaft mit vier Punkten aus neun Spielen. Zum Glück läuft es im Letzigrund besser, aber die Torproduktion stockt. Weniger als 1,5 Tore pro Spiel schiessen die Spieler von Pierluigi Tami. In der Offensive sollten die «Hoppers» auf dem Transfermarkt aktiv werden und einen Knipser verpflichten.

Grasshoppers Ridge Munsy, links, im Spiel gegen Thuns Francesco Ruberto, rechts, waehrend dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem Grasshopper Club Zuerich und dem FC Thun, am Samstag, 19. November 2016, im Stadion Letzigrund in Zuerich. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Oftmals war GC (hier Ridge Munsy) der Weg zum Tor versperrt. Bild: KEYSTONE

Dazu ist eigentlich auch in der Abwehr Handlungsbedarf, denn es fehlt ein erfahrener Chef, der das Konstrukt hinten zusammenhält. GC kann ohne Druck etwas aufbauen, um im nächsten Jahr wieder anzugreifen. In dieser Saison ist man bereits out im Schweizer Cup und für die europäischen Plätze wird es nicht reichen. Immerhin kann sich GC noch lange an einem Titel festhalten: Rekordmeister.

Hausaufgaben:

Backt man bei GC in Zukunft kleinere Brötchen?

St.Gallen

Beim FCSG kann man jetzt erst mal froh sein, dass der Abstieg eher wieder etwas in die Ferne gerückt ist. Nach dem Horror-Start haben die Ostschweizer die Kurve gekriegt und die Bekanntgabe des Wechsels von Tranquillo Barnetta scheint die Spieler schon beflügelt zu haben. Dem neuen Hoffnungsträger sollte man übrigens so gut wie möglich die Schultern entlasten, sonst fehlt die Lockerheit für gute Leistungen.

FC St. Gallen Rueckkehrer Tranquillo Barnetta bei seinem ersten Training an alter Wirkungsstaette schnuert sein Arbeitswerkzeug, die Fussballschuhe, aufgenommen am Montag, 14. November 2016, beim Fussball Training des FC St. Gallen auf dem Trainingsgelaende Gruendenmoos in St. Gallen. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Endlich bindet sich Tranquillo Barnetta die Schuhe wieder für den FCSG. Bild: KEYSTONE

Ansonsten ist beim Team von Joe Zinnbauer in personeller Hinsicht wenig zu tun. Die Spieler für einen sicheren Mittelfeldplatz in der Super League sind vorhanden, man muss nur die richtige Einstellung und den richtigen Mix finden. Der Cup ist keine Last mehr und darum sollte man so schnell wie möglich die Augen nach oben richten. Zum Auftakt kommt's im Frühling zum Duell gegen Schlusslicht Vaduz. Da sollte Grün-Weiss gleich mal den Chef markieren, um nicht wieder in den Strudel zu geraten. 

Hausaufgaben:

Markiert der FC St.Gallen beim Rückrundenstart gegen Vaduz den Chef und gewinnt?

Lausanne-Sport

Man träumte am Lac Leman schon vom internationalen Geschäft nach dem furiosen Start in der Super League. Doch der Aufsteiger wurde auf den Boden der Realität zurückgeholt und sollte nun zuerst mal dankbar die 18 Punkte feiern. Fabio Celestini macht mit den vorhandenen Mitteln sicher einen guten Job, doch es muss nun der nächste Schritt folgen.

Die Lausanner jubeln im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC Vaduz und dem FC Lausanne-Sport, am Samstag, 10. Dezember 2016, im Rheinpark Stadion in Vaduz. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Lausanne muss jetzt einen Schritt vorwärts machen. Bild: KEYSTONE

Es gilt die Lehren aus der Vorrunde zu ziehen und eine solide Mannschaft in der höchsten Spielklasse zu werden. Richtungsweisend werden die ersten vier Partien sein gegen hauptsächlich grössere Kaliber (Luzern, St.Gallen, Basel, Sion). Da einige Punkte klauen wäre für Lausanne Gold wert im Kampf gegen den Abstieg, den man wohl nicht abwenden kann als Aufsteiger. 

Hausaufgaben:

Feiert Lausanne die 18 Punkte so ausgelassen, dass es interne Sanktionen geben wird?

Lugano

Die Tessiner sind so etwas wie das graue Schaf der Liga. Abgesehen von den Spielen hört man eigentlich nichts vom FC Lugano. Ezgjan Alioski sorgte zwischenzeitlich in der Torjägerliste für Aufsehen, doch der Wirbelwind hat zum Ende der Vorrunde stark abgebaut. Dabei braucht die Mannschaft solche Typen. Lugano hat die letzten sechs Partien vor der Winterpause nicht gewinnen können und Trainer Andrea Manzo ist wohl nur dank zwei Unentschieden zum Schluss noch im Amt.

Alioski erlebte in der Vorrunde eine Achterbahnfahrt.

Andrea Manzo? Ja eben, man hört nicht viel von Lugano. Vielleicht sollte da mal ein Trainer mit einem grösseren Palmares als einem Spiel in der Serie A (2008 mit Parma) hin. Dazu würde auch ein Hochkaräter auf dem Feld nicht schaden; vielleicht geht ja irgendwo ein Geldhahn auf. Denn wer kommt zum Start der Vorrunde ins Cornaredo? Der FC Basel. Manzo hat jetzt also den ganzen Winter Zeit, um einen Schlachtplan gegen den Meister auszuarbeiten. 

Hausaufgaben:

Wird der Schlachtplan von Lugano die Basler in die Knie zwingen?

Thun

Der arg gebeutelte FC Thun hat eine grosse Baustelle – die Geldsorgen. Niemand weiss so wirklich, wie lange im Berner Oberland noch Super League gespielt werden kann. Aktuell läuft eine Spendenaktion, doch von der bis Ende Jahr benötigten Million ist bisher erst etwas mehr als 700'000 zusammengekommen. Bis Ende der Saison sind nochmals 500'000 zusätzlich nötig.

Auch DU kannst spenden.

Dazu kommt sportlich der Kampf gegen den Abstieg. Das ist eine Zwickmühle in der sich der FC Thun befindet. Der eine oder andere Sieg der Thuner würde der Kasse sicher auch gut tun, doch die Möglichkeiten sind beschränkt und man leidet unter einer Heimschwäche. Nur acht Punkte hat der FC Thun in der Stockhorn Arena geholt, das sind am wenigsten Heimpunkte von allen Teams in der Super League. Die solide Spielweise aus den vorigen Saisons hat man etwas verloren und so steckt man voll unten drin. Das Motto ist klar: #zämeidzuekunft.

Hausaufgaben:

Kann der FC Thun den Untergang verhindern?

Vaduz

Im Ländle geht wie jedes Jahr das Abstiegsgespenst um. Doch wer Giorgio Contini und den FC Vaduz kennt, weiss auch, dass es am Ende irgendwie trotzdem nicht zum Abstieg kommt. Mit einem bescheidenen Kader vermag man im Liechtenstein immer wieder zu überraschen. Vielleicht gelingt den Verantwortlichen ja erneut ein Transfercoup wie im letzten Jahr, als man im Winter Armando Sadiku vom FCZ ausgeliehen hat.

Die Vaduzer Vaduz’ Franz Burgmeier, 2-0 Torschuetze Vaduz’ Marco Mathys und Vaduz’ Stjepan Kukuruzovic, von links, bejubeln Mathys' Treffer zum 2-0, im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC Vaduz und dem FC Lugano, am Sonntag, 27. November 2016, im Rheinpark Stadion in Vaduz. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Die Vaduzer haben keine Angst vom Abstieg. Bild: KEYSTONE

Es wäre sicher eine zusätzliche Unterstützung, um den noch nicht grossen Rückstand auf die anderen Sorgenkinder aufzuholen. Ein weiteres Ziel ist für die Vaduzer natürlich, den liechtensteinischen Cup zu gewinnen, um wieder in der Europa League sein Glück zu versuchen. Das 11:0 im Viertelfinal gegen den FC Ruggell lässt auf den Titel hoffen. 

Hausaufgaben:

Erobert der FC Vaduz im nächsten Jahr die europäische Fussballbühne?

Die Super League im Zeitraffer – wie sich die Liga seit 1980 verändert hat

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Boniek 12.12.2016 22:42
    Highlight Highlight Nachdem die ersten vier der SL in den Cupviertelfinals stehen und dort nicht gegeneinander sondern alle gegen einen Aussenseiter spielen, können sich auch die Liga-Hinterbänkler noch Chancen auf einen EC-Platz ausrechnen. Von daher ist die SL halt schon eine spezielle Liga.
  • Asmodeus 12.12.2016 14:28
    Highlight Highlight "Mit dem FC Zürich wartet da ein gefährlicher Gegner, bei dem der FCB eigentlich nur verlieren kann."

    Hachja. Immer diese sich selbst überschätzenden Zürcher.

    Dem FCZ wird es gegen Basel etwa ähnlich ergehen wie dem FCB gegen Arsenal.
    • Mia_san_mia 12.12.2016 16:07
      Highlight Highlight Da würde ich mal abwarten...
    • Hiroto Inugami 14.12.2016 16:25
      Highlight Highlight Ich sehe die Chancen bei 50% / 50% und hoffe natürlich auf Zürich:-)
  • Madmessie 12.12.2016 14:12
    Highlight Highlight Der FCZ - "ein gefährlicher Gegner"- haha, wohl eher "ein leichtes Challenge-League-Verein-Los".
    • Janick Wetterwald 12.12.2016 14:20
      Highlight Highlight Ich denke etwas Videostudium schadet trotzdem nicht ;)
    • Santale1934 12.12.2016 15:41
      Highlight Highlight "ein leichtes Challenge-League-Verein-Los", welches nichts zu verlieren hat, nur gewinnen kann und selbst International besser aufspielte als der FCB.
      Bin zwar kein FCZ-Anhänger aber man sollte den FCZ nicht unterschätzen.
    • Mia_san_mia 12.12.2016 16:07
      Highlight Highlight Ich würde jetzt auch nicht so überheblich sein... Soooo super ist ja Basel auch nicht.
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