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The sun sets behind lighting masts of the Torpedo Stadium where the Switzerland's national soccer team practice, in Togliatti, Russia, Monday, June 11, 2018. The Swiss team arrived in Russia for the FIFA World Cup 2018 taking place from 14 June until 15 July 2018. Team Switzerland is based in Togliatti in the Samara district. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Hinter dem Torpedo-Stadion in Togliatti geht die Sonne unter. Hier trainiert die Schweizer Nati. Bild: KEYSTONE

Nicht schön, aber ruhig – so lebt es sich im Schweizer WM-Camp in Togliatti

Das Schweizer Nationalteam hat sich in Togliatti an der Wolga niedergelassen. Es scheint, als könne es sich hier in aller Ruhe auf die WM-Spiele vorbereiten. Die Russen begegnen ihm mit Diskretion.



Der schmucklose graue Betonkasten überragt sein Umfeld bei Weitem. Die Häuser, die Wälder und auch die Hügel am gegenüber liegenden Ufer der Wolga verschwinden fast neben dem Lada-Resort. Und doch döst das Hotel der Schweizer Nationalmannschaft irgendwie unscheinbar vor sich hin.

Das ist das Nati-Hotel während der WM 2018 in Russland

Die schmale Asphaltstrasse, welche die Anlage mit der Hauptstrasse verbindet, ist nicht ausgeschildert. Zwei Polizisten stehen vor ihrem Dienstwagen und stellen sicher, dass Unbefugte das Resort nicht betreten. Keine Genehmigung, kein Zutritt. Näher als 300 Meter kommt keiner ans Lada-Resort heran.

Willkommen in Russland. Doch wer nun die Klischees von russischen Agenten-Filmen bemühen will, liegt falsch. Das Mannschaftshotel der Schweizer wird von weniger Personal bewacht als jenes vor vier Jahren im quirligen Porto Seguro an der brasilianischen Atlantikküste. Gar nicht zu sprechen vom regelrechten Checkpoint, der das Schweizer Quartier vor zwei Jahren in Montpellier von der Aussenwelt abgeschirmt hat. Es ist viel eher so: Togliatti, diese Industriestadt an der Wolga, 1000 km östlich von Moskau gelegen, hat das Schweizer Team mit viel Diskretion aufgenommen.

Im Zentrum der Stadt, entlang der Ulitsa Mira, der Strasse des Friedens, welche die Einheimischen mit einem Lächeln die «Champs-Elysées von Togliatti» nennen, wehen keine Schweizer Fahnen. Die Stadt hat sich für die Zeit der Fussball-WM nicht in eine Schweizer Exklave verwandelt, wie das vor zwölf Jahren in Bad Bertrich der Fall gewesen ist, diesem Rentner-Kurort in der Eifel. Man kann sich vorstellen, dass das städtische Torpedo-Stadion, die Spielstätte des örtlichen Drittligisten, nicht aus den Nähten platzt, wenn das Schweizer Nationalteam sich am Dienstagabend im öffentlichen Training den Menschen von Togliatti vorstellt.

The Switzerland team bus drives in front of the Lada Resort Hotel, the Switzerland's national soccer team base camp, in Togliatti, Russia, Tuesday, June 12, 2018. The Swiss team arrived in Russia for the FIFA World Cup 2018 taking place from 14 June until 15 July 2018. Team Switzerland is based in Togliatti in the Samara district. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Der Schweizer Mannschaftsbus hält vor dem Hotel. Bild: KEYSTONE

Die Einwohner von Togliatti verbringen diesen Dienstag nämlich mehrheitlich ausserhalb der Stadt in ihren Datschas, den Ferienhäusern auf dem Land. Es ist der 12. Juni, der Nationalfeiertag, der von Boris Jelzin, dem ersten russischen Staatspräsidenten nach dem Ende der Sowjetunion, Anfang der 90er Jahre zum Tag der Unabhängigkeit erklärt wurde. In den Gärten ihrer Datschas oder an den Stränden der Wolga grillieren sie Schaschlik und lassen es sich gut gehen.

Das dürfen sie durchaus. Die Arbeitslosigkeit ist tiefer als in den meisten andern Städten Russlands und das monatliche Durchschnittseinkommen von rund 800 Franken zumindest für russische Verhältnisse gar nicht mal so tief. Da lässt es sich durchaus respektabel leben, finden sie.

So reiste die Schweizer Nati nach Russland

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Video: srf/SDA SRF

Auch wenn die Stadt tatsächlich nicht schön ist und vor allem keine touristische Infrastruktur bietet. Wenige Geschäfte, wenige Restaurants. Auch Togliattis Champs-Elysées lädt kaum zum Flanieren ein.

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Ein Juwel ist Togliatti wahrlich nicht. bild: wikimedia

Der Stolz der jungen Stadt, die erst in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut wurde, sind die Lada-Werke in Awtosawodski, der so genannten Neuen Stadt und der grösste der drei Stadtteile, welche zusammen Togliatti ausmachen. Noch immer sind die Lada-Werke für den Pulsschlag des wirtschaftlichen Lebens in der Stadt verantwortlich, auch wenn die Zahl der Beschäftigten in den letzten knapp 30 Jahren von 100'000 auf 35'000 zurückgegangen ist.

Zu Sowjetzeiten erreichte Lada Spitzenwerte von einem produzierten Auto alle 22 Sekunden. Heute ist die Produktion auf einen Drittel geschrumpft, dafür gehen vom 1.5 km langen Fliessband nicht nur Ladas sondern auch Renaults, Nissans und Chevrolets ab.

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Ein Blick in die Lada-Werke aus dem Jahr 1969. Bild: wikimedia

Die Produktion von Automarken aus Frankreich, Japan und den USA ist fast ein internationaler Farbtupfer in dieser Region. Ausländer verirren sich nur ganz selten nach Togliatti. Es sei denn, sie kommen hierher, um sich auf ihre WM-Einsätze vorzubereiten. Und dann kommt ihnen die unaufgeregte Art der Menschen hier womöglich sogar gelegen. (abu/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • sgrandis 13.06.2018 09:10
    Highlight Highlight Fun Fakt: Die Stadt ist nach dem berühmtesten Generalsekretär des Partito Communista Italiano benannt, Palmiro Togliatti. In Italien erzählt man sich, dass Togliatti die Eröffnung der Autofabrik dort mit alten FIAT Technologien vorangetrieben hat. (Die Schlussfolgerung auf die Zuverlässigkeit der Auto überlasse ich Euch)
  • jellyshoot 13.06.2018 06:24
    Highlight Highlight „nicht schön, aber ruhig“

    die sollen sich ja auch auf den fussball konzentrieren und keinen urlaub machen ...
  • Roman Stanger 12.06.2018 22:29
    Highlight Highlight Und für jene die sich - so wie ich - beim Titel zuerst gefragt hat, warum zum Henker die Schweizer ihr Camp in Italien haben: Die Stadt wurde laut Wikipedia nach Palmiro Togliatti benannt, dem damaligen Generalsekretär der Komunistischen Partei Italiens.
  • Hallosager 12.06.2018 22:06
    Highlight Highlight Oooh die Armen... Das nächste mal kann man bei einem Ereignis wie Bondo, gerne auch die Nati aufbieten, anstelle des Zivilschutzes. Ich gehe dafür gerne an die WM 😘😜
    • Eine_win_ig 13.06.2018 09:37
      Highlight Highlight Was hat das jetzt mit dem Artikel zu tun? Beklagt sich auch nur einer der Spieler? Houptsach gnörgelet?

Doppelbürger nicht mehr fördern? Was für eine Schnapsidee

Der Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbundes (SFV), hat in einem Interview geäussert, dass man Probleme schaffe, in dem man die Mehrfachnationalität ermögliche. Doppelbürger deshalb nicht mehr zu fördern, ist eine Schnapsidee.

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