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WM-Quali-Highlights: Zlatan Ibrahimovic und der Deutschland-Protest

Sweden's Zlatan Ibrahimovic, front center, and Georgia's Lasha Dvali battle for the ball during World Cup 2022 qualifier group A soccer game between Sweden and Georgia at Friends Arena in St ...
Zlatan Ibrahimovic (Mitte) gab gestern nach fünf Jahren sein Comeback in der schwedischen Nationalmannschaft.Bild: keystone

Deutschland-Protest, «König Zlatan» und was in der WM-Quali sonst noch zu reden gab

Gestern starteten neben der Schweiz auch Deutschland, Italien, Spanien und diverse andere Teams in die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Wir sagen dir, was du möglicherweise verpasst hast.
26.03.2021, 11:0526.03.2021, 12:12
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McGinn lässt Schottland spät jubeln – und wie!

Für Schottland und Österreich ging die Qualifikation für die WM in Katar gleich mit einem essenziellen Spiel los. Gemeinsam mit Dänemark werden die beiden Nationen um die ersten Plätze in der Gruppe F kämpfen. Da wäre es für die Schotten ziemlich ungelegen gekommen, wenn man zuhause gegen Österreich verlieren hätte. Doch danach sah es nach Kalajdzics Treffer zum 2:1 in der 80. Minute aus.

Ein Glück, hatte Aston Villas John McGinn noch einen Pfeil im Köcher. Mit einem herrlichen Fallrückzieher glich der Mittelfeldspieler in der 85. Spielminute aus und sicherte seinem Land doch noch einen Punkt.

Der Fallrückzieher von John McGinn zum 2:2 in der 85. Minute.Video: streamable

Auch Deutschland setzt ein Zeichen für die Menschenrechte

Wie schon die Norweger am Mittwoch, haben sich auch die Nationalspieler der Deutschen etwas ausgedacht, um ein Zeichen gegen die Menschenrechtsverletzungen im WM-Austragungsland Katar zu setzen. Vor dem Anpfiff gegen Island war auf den Trikots der Schriftzug «HUMAN RIGHTS» zu lesen.

Germany's starting players pose for a team photo at the beginning of the World Cup 2022 group J qualifying soccer match between Germany and Iceland in Duisburg, Germany, Thursday, March 25, 2021. ...
In grossen Lettern haben sich die deutschen Spieler «Human Rights» auf die Brust geschrieben.Bild: keystone

Leon Goretzka erklärte die Aktion nach dem Spiel: «Wir möchten der Gesellschaft klarmachen, dass wir das nicht ignorieren. Wir haben eine grosse Reichweite, die wir nutzen können, um ein Zeichen zu setzen für Werte, für die wir stehen wollen.»

Nicht bei allen kam der T-Shirt-Protest gut an. Viele Fans prangerten die Doppelmoral der Spieler an. Fünf der Startspieler sind bei den Bayern unter Vertrag und spielten erst im Februar bei der Klubweltmeisterschaft in Katar.

Dreh- und Angelpunkt Joshua Kimmich

Doch auch auf dem Feld gab es von der DFB-Elf einiges zu sehen. Mit 3:0 setzte sich Deutschland locker durch. Vor allem Joshua Kimmich bestach mit gewohnt starker Form. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern München hat sich in den letzten Jahren sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft als einer der Leistungsträger etabliert. Mit seinen Pässen verzückt er Fans und Mitspieler immer wieder aufs Neue. So auch gestern, als er in der ersten Halbzeit alleine mehr Pässe spielte als die gesamte Elf der Isländer.

So war es auch der 26-Jährige, der mit einem tödlichen Pass aus dem Bilderbuch das 2:0 einleitete. Durch Freund und Feind hindurch, findet er Leroy Sané im Strafraum, der den Ball nur noch auf den Torschützen Kai Havertz zurückspielen muss.

Joshua Kimmich leitet Havertz' Treffer mustergültig ein.Video: streamable

«Carl Guztaf der 17.» singt zum ersten Mal die Hymne

Fünf Jahre nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft gab Zlatan Ibrahimovic gegen Georgien gestern sein Comeback. Dieses kündigte er auf Twitter als «Rückkehr von Gott» an.

Standesgemäss stand der 39-Jährige auch gleich wieder in der Startelf und sorgte mit seinem Assist für Victor Claessons 1:0. Dies blieb der einzige Treffer im Spiel und so konnte der Stürmer bei seiner Rückkehr einen Sieg feiern. Nach dem Spiel krönte sich Ibrahimovic zum neuen schwedischen König. Dazu ersetzte er das S beim eigentlichen König Carl Gustaf durch ein Z für Zlatan und erhöhte die Zahl 16 auf 17.

Bereits vor dem Spiel sorgte Ibrahimovic für eine Premiere. In seinem 117. Länderspiel sang er zum ersten Mal bei der schwedischen Nationalhymne mit. Dies habe er Trainer Janne Andersson versprochen. «Ich habe die Hymne erst lernen müssen», sagte Ibrahimovic, doch es habe Spass gemacht.

Der Schiri macht die Schotten dicht

Beim Stand von 0:1 aus der Sicht Schottlands kam es im österreichischen Strafraum zu einer strittigen Szene. Celtics Ryan Christie wurde von Stefan Ilsanker im Kampf um den Ball zu Fall gebracht, doch der Schiedsrichter liess weiterspielen. Das, obwohl der Österreicher beide Arme um seinen Gegenspieler geschlungen hatte. Die Schotten waren aufgebracht und auch die Kommentatoren konnten es nicht verstehen. Da es in der WM-Qualifikation keinen Videoassistenten gibt, blieb es bei der Entscheidung.

Der Zweikampf zwischen Stefan Ilsanker und Ryan Christie.Video: streamja
Ist das ein Elfmeter?

Das goldene Händchen von Trainer Paulo Sousa

Für Polen ähnelte der gestrige Abend einer Achterbahnfahrt. Roland Sallai brachte die Ungarn früh in Führung und Adam Szalai konnte in der 53. Minute sogar noch erhöhen. Trainer Paulo Sousa musste reagieren und brachte in der 59. Minute gleich drei neue Spieler.

Dass der frühere Basel-Coach damit goldrichtig lag, war schnell klar. Die eingewechselten Krzysztof Piatek und Kamil Jozwiak trafen beide innert kurzer Zeit und stellten den Spielstand auf 2:2.

Krzysztof Piatek trifft in der 60. Minute zum 1:2 für Polen.Video: streamja
Kamil Jozwiak erzielt das 2:2 in der 61. Minute.Video: streamable

Willi Orban für Ungarn und Robert Lewandowski sorgten in einem spektakulären Spiel mit vielen Toren für den 3:3-Endstand.

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Das sind die Nati-Noten beim Sieg gegen Bulgarien
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Das sind die Nati-Noten beim Sieg gegen Bulgarien
Yann Sommer, Torhüter, Note 5: Während der ersten Halbzeit hätte er bedenkenlos Sofia erkunden können. So richtig gebraucht wurde er erst in der 61. Minute. Zum Glück parierte er Kostadinovs Kopfball und verhindert so das 2:3. Es hätte ungemütlich werden können für die Schweiz. Der Gegentreffer unmittelbar nach der Pause trägt beinahe das Prädikat «unhaltbar».
quelle: keystone / laurent gillieron
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So würden sich deine Fussball-Stars in der Badi verhalten
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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Klabusterbär
26.03.2021 12:12registriert Juli 2020
so.
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TanookiStormtrooper
26.03.2021 12:30registriert August 2015
Die deutschen protestieren mit, auch wenn das die Bayern-Spieler an der Klub-WM noch herzlich wenig interessiert hat. Das gibt nachher sicher noch einen Rüffel von Rummenigge, schliesslich will man den Trikotsponsor nicht verlieren. 🤷‍♂️
Aber immerhin besser als unsere Weicheier, die den üblichen schweizer Neutralitätskurs fahren. Bloss nicht anecken. Da wünscht man sich wieder einen Alain Sutter in die Nati.
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frederik
26.03.2021 11:49registriert Oktober 2016
Von der protestierenden DFB-Elf waren vor ein paar Wochen noch 5 Spieler schnell in Katar um sich den Super-Cup zu snacken. Im Stadion welches für die WM erbaut wurde. Wo Menschenrechte mit Füssen getreten werden.

Can't make this stuff up!
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