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Nach der Niederlage in Köln verabschiedet sich Lucien Favre von Mönchengladbach.<br data-editable="remove">
Nach der Niederlage in Köln verabschiedet sich Lucien Favre von Mönchengladbach.
Bild: Schueler/freshfocus

Stark? Schwach? Ja was denn nun?! Lucien Favres Rücktritt spaltet die Fussball-Welt – eine Meinungsschau

Es ist DIE Meldung des Wochenendes: Lucien Favre kündigt als Trainer von Borussia Mönchengladbach. Nach sechs Niederlagen in sechs Pflichtspielen wirft er den Bettel hin. Für die einen Kommentatoren ein Zeichen der Stärke – für andere just das Gegenteil.
21.09.2015, 08:2021.09.2015, 08:39
Die Meldung
Einen Tag nach der fünften Niederlage im fünften Bundesliga-Spiel entscheidet sich Lucien Favre zum Rücktritt. Er informiert gestern zunächst die Chefs von Borussia Mönchengladbach, diese lehnen ab. Favre veröffentlicht danach eine Mitteilung, überrumpelt mit dieser den Klub. Mehr dazu hier.

Tages-Anzeiger

«Natürlich liesse sich sagen, er habe in einer schwierigen Situation Grösse gezeigt und die Konsequenzen gezogen. Das Gegenteil trifft zu. Favre zeigt Schwäche und läuft davon, er verschwindet durch die Hintertüre. Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern schwach.» Der Kommentator suggeriert zudem, dass Favres nächster Klub nach diesem Abgang kaum Bayern München sein wird. «Irgendein Club wird ihn bestimmt wieder wollen. Irgendeiner halt.»

Blick

«Es ist unfassbar konsequent, dass Lucien Favre so früh in der Saison hinschmeisst», lobt das Boulevardblatt. «Er hat gemerkt: Die Zitrone ist ausgepresst. Mehr als die Champions League kann er mit Gladbach nicht erreichen.» Favre dürfe ein Glas Rotwein geniessen und stolz sagen: «Ich habe hier ein Wunder geschafft». Auch der «Blick» mutmasst, dass Pep Guardiola nur noch bis Ende Saison in München ist und spekuliert: «Favres Name wird ab sofort überall diskutiert werden.»

Aus erfolgreichen Zeiten: Lucien Favre hatte in Mönchengladbach sehr oft Grund zum Jubeln.<br data-editable="remove">
Aus erfolgreichen Zeiten: Lucien Favre hatte in Mönchengladbach sehr oft Grund zum Jubeln.
Bild: EPA

NZZ

Die «Neue Zürcher Zeitung» nimmt die Rücktrittserklärung des Trainers auf. «Vom Mythos Borussia spricht Favre. Er ist schon jetzt Teil dieses Mythos, doch er hätte noch mehr werden können, wenn er die Krise angenommen hätte, aus der er sich nun davonstiehlt – ein Coach wie Jürgen Klopp in Dortmund, der nicht nur eine erfolgreiche Ära prägte, sondern der auch den Abstiegskampf erfolgreich bewältigte, in den die Mannschaft unter seiner Regie geschlittert war. Ein solcher Abgang ist Favre nun nicht vergönnt. Er hat ihn sich selber verbaut.» Die Bundesliga habe nun das Bild eines hoch veranlagten Trainers vor Augen, der sich immer wieder selber im Wege steht.

Rheinische Post

Lucien Favre beschädige seine erfolgreiche Arbeit in Mönchengladbach nachhaltig, schreibt das Blatt aus der Region. «Statt einen Ausweg aus der Krise anzubieten, verschärft der Schweizer diese mit seinem Schritt noch einmal.» Es sei ein sonderbarer Alleingang, der wie eine Flucht wirke. «Ein Im-Stich-Lassen.» Aber vielleicht passe genau dieser Abgang letztlich zu einem Trainer, «dessen Wesen wohl nur die Wenigsten bis in alle Winkel zu verstehen meinen. Favre gilt als Genie und die Gedankengänge von Genies sind halt in der Regel keine sechsspurigen Autobahnen.» In Gladbach bleibe nun eine mulmige Gefühlslage: «Dass den fetten Jahren nicht selbstverständlich weitere fette folgen müssen. Dass das Biotop Borussia wieder zum ganz normalen Bundesligisten schrumpfen könnte.»

Verstehst du Lucien Favres Handeln?

Spiegel Online

Den Abstieg auf beinahe wundersame Weise verhindert, die Borussia wieder in der Bundesliga-Spitze etabliert, in die Champions League geführt – Spiegel Online erinnert daran, was Lucien Favre in Mönchengladbach alles erreicht hat und kommt deshalb zum Schluss: «Ihm jetzt Fahnenflucht vorzuwerfen, ist angesichts all dieser Verdienste reichlich kleingeistig.» Favre habe zuletzt kein Vertrauen mehr ausgestrahlt, sei die Verzagtheit in Person gewesen, habe nicht mehr an sich und seine Arbeit geglaubt. «Und wer es selbst nicht fühlt, der kann es auch nicht mehr vermitteln.» Favre habe den Verein nach Jahrzehnten der sportlichen Dürre wiederbelebt. «Das wird bleiben.»

Typischer Favre: Aufnahme aus seiner bislang letzten Partie als Bundesliga-Trainer.<br data-editable="remove">
Typischer Favre: Aufnahme aus seiner bislang letzten Partie als Bundesliga-Trainer.
Bild: Pixathlon

Kicker

Das Fachblatt berichtet, dass Lucien Favre schon mehr als einmal seinen Vertrag in Mönchengladbach auflösen wollte, sogar in diesem Jahr nach Platz 3 und der Qualifikation für die Champions League. Der Klub habe den wankelmütigen Coach jedes Mal zum Weitermachen bewegen können, bis gestern. «Dass Favre dann hinter dem Rücken der Borussen seine Entscheidung öffentlich machte, ist ein Affront. Mit seinem skurrilen Alleingang brüskiert er den Klub und stellt die Verantwortlichen öffentlich bloss. Ein nettes Dankeschön für den in der Branche nicht selbstverständlichen Rückhalt, den Eberl und Co. dem Schweizer in der tiefen sportlichen Krise gaben. Favre pfeift auf den Vertrauensvorschuss, er lässt den Klub und die Mannschaft im Stich.» Es sei kein trauriges, sondern ein höchst groteskes Ende einer Erfolgsstory.

Bild

«Trotz Vertrag bis 2017 schmeisst Favre egoistisch die Brocken hin. Er lässt seine Spieler, die Fans und Manager Max Eberl einfach im Stich. Pardon, Monsieur Favre: Das ist stillos und feige!»

watson-User

Ausgewählte Kommentare der Story zum Rücktritt.

Jaing: «Ich bin etwas enttäuscht von Favre. So toll den Verein aufgebaut und dann nach schlechtem Start abhauen? Das verstehe ich nicht.»

Androider: «Favre hat der Borussia viel Gutes getan und mit seinem Rücktritt zeigt er wahre Grösse.»

nanjo: «Schwach! Ein guter Trainer bleibt auch bei einer Krise und bewältigt diese. Vor allem, wenn man sogar trotz fünf Niederlagen in Folge immer noch das Vertrauen der Klubführung und der Fans hat.»

UncleHuwi: «Respekt, Herr Favre. Sonst werden die Trainer immer beim kleinsten Misserfolg rausgeworfen. Dem ist er mit seiner Entscheidung und dem sofortigen Rücktritt zuvorgekommen. Kann ich nachvollziehen.»

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… und zum Schluss

Der beste Tweet, den ich gelesen habe:

Ist ja irgendwie wirklich so:

(ram)

Das sind die 22 Schweizer Bundesliga-Söldner

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Schreiberling
21.09.2015 08:49registriert Februar 2014
Sich als Trainer einzugestehen, dass man die Mannschaft nicht mehr erreicht und seiner eigenen Meinung nach nichts mehr bewirken kann, das braucht Mut. Nur schon deshalb ist der Abgang von Favre nicht feige.

Ob es dennoch der richtige Entscheid gewesen ist, sie hier mal dahingestellt.
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