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Der Sportchef des FC Basel, Marco Streller, nach einem TV Interview vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League, des FC Basel gegen den FC Luzern, am Mittwoch, 26. September 2018, im Stadion St. Jakob-Park  in Basel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Marco Strellers Zeit als Sportchef beim FC Basel ist vorbei. Bild: KEYSTONE

Die letzte Patrone sass nicht – das war Strellers Amtszeit beim FCB

Marco Streller geht. Der Sportchef des FC Basel hat seinen Rücktritt bekanntgegeben. Seine Amtszeit war geprägt von Misserfolgen: verpasste Meistertitel, gescheiterte Europa-Kampagnen und unglückliche Transfers. Ein Rückblick.



Februar 2017: Heusler und Heitz gehen

Basel ist geschockt. Das langjährige FCB-Erfolgsduo mit Präsident Bernhard Heusler und Sportchef Georg Heitz kündigt auf Ende Saison den Abschied vom Rheinknie an. Es beginnt die Suche nach Nachfolgern. Schon bald wird der Name von Marco Streller genannt.

April 2017: Streller und Burgeners neues Konzept

Marco Streller und Bernhard Burgener werden definitiv als neuer Sportchef (Streller) und Präsident (Burgener) vorgestellt. Die beiden präsentieren ein Konzept, mit dem der FCB auch in Zukunft erfolgreich sein will. Da die Champions League künftig immer schwerer zu erreichen sei, wolle man weniger teure Transfers machen und stattdessen vermehrt auf junge Eigengewächse setzen und diese aufbauen.

Gleichzeitig mit dem neuen Konzept wird bekannt, dass Raphael Wicky ab Sommer 2017 das Traineramt bei den Baslern übernimmt. Urs Fischer hat trotz des Gewinns des Double (Meisterschaft und Cup) keine Zukunft mehr beim Verein.

27.05.2019, Berlin: Fußball: Bundesliga, Relegation, Rueckspiele 1. FC Union Berlin - VfB Stuttgart im Stadion An der Alten Foersterei. Trainer Urs Fischer von Union bekommt nach dem Spiel eine Bierdusche. WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. (KEYSTONE/DPA/Joerg Carstensen)

Urs Fischer ist heute in Berlin ein gefeierter Mann. Bild: DPA

Juli 2017: Die Sommertransfers

Marc Janko und Jean-Paul Boetius müssen gehen. Ricky van Wolfswinkel, Dimitri Oberlin und später auch Albian Ajeti kommen. Der FC Basel scheint gerüstet für die neue Saison. Wenige Tage nach dem Saisonauftakt muss Captain Matias Delgado aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten.

ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS DER FC BASEL SICH VON TRAINER WICKY TRENNT --- FCB-Praesident Bernhard Burgener, Sportdirektor Marco Streller und Cheftrainer Raphael Wicky, von links, sprechen waehrend der Medienkonferenz des FC Basel 1893 zum Saisonauftakt 2017/18 am Donnerstag, 20. Juli 2017, in Basel. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Haben Streller und Burgener mit Wicky auf das falsche Pferd gesetzt? Bild: KEYSTONE

September 2017: Missglückter Saisonstart

Der Saisonstart misslingt. Nach zehn Runden liegt Basel schon acht Punkte hinter dem Leader (und späteren Meister) YB. Marco Streller sieht sich mit unangenehmen Fragen konfrontiert: Geht das neue Konzept auf? Ist Raphael Wicky der richtige Trainer?

Dezember 2017: Zurück auf Kurs?

Nach der Hinrunde scheint der FCB wieder auf Kurs. In der Champions League überzeugten die Basler mit glorreichen Nächten. In der Super League sind sie wieder bis auf zwei Punkte an die Young Boys herangekommen. Doch Sportchef Streller muss im Winter-Transferfenster zwei Teamstützen ziehen lassen: Manuel Akanji wechselt zu Dortmund, Renato Steffen zu Wolfsburg.

Einer der Glanzpunkte unter Wicky: Dimitri Oberlins Sprint gegen Benfica

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Video: Angelina Graf

Als Ersatz holt Streller die zwei Ex-Basler Fabian Frei und Valentin Stocker zurück in die Schweiz. Die beiden können die Abgänge von Akanji und Steffen aber nicht vergessen machen. Zudem widerspricht es dem vorgesehenen Konzept, vermehrt auf junge Eigengewächse zu setzen.

Mai 2018: Basel muss YB den Vortritt lassen

YB ist Meister, Basel muss sich nach acht Titeln in Serie mit Rang 2 begnügen und beklagt 15 Punkte Rückstand auf die Berner. Die Rückrunde misslingt komplett. Einerseits weil Stocker und Frei nicht nach Wunsch einschlagen, andererseits weil die «Bebbi» auch von Verletzungen geplagt werden.

Bern's Roger Assale, center, fights for the ball against Basel's Valentin Stocker, left, and Basel's Fabian Frei, right, during a Super League match between BSC Young Boys Bern and FC Basel, Monday, April 2, 2018 at the Stade de Suisse in Bern, Switzerland. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Auch mit Stocker und Frei muss Basel YB den Vortritt lassen. Bild: KEYSTONE

Juli 2018: Wicky darf bleiben

Trotz der schlechten Rückrunde bestätigt der FC Basel: Raphael Wicky bleibt Trainer. Der Walliser warnt vor seiner zweiten Saison beim FCB, dass es schwierig werden könnte. Mohamed Elyounoussi, Tomas Vaclik, Michael Lang, Cédric Itten und Alexander Fransson verlassen den Verein. Dafür kommen Silvan Widmer, Jonas Omlin, Leo Lacroix und Aldo Kalulu. Zudem sorgt Streller dafür, dass Dimitri Oberlin definitiv übernommen wird.

Juli 2018: Wicky gefeuert

Der Monat ist noch nicht vorbei, als Wicky doch gehen muss. Nach schlechten Resultaten in der Vorbereitung, und nur zwei Ernstkämpfen (einem 1:2 zum Saisonauftakt gegen St.Gallen und einem 1:2 im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation bei PAOK Saloniki) spickt Streller seinen Trainer. Der Sportchef setzt sich selbst unter Druck und sagt: «Die nächste Patrone muss sitzen.» Wenige Tage später stellt er Marcel Koller als Wickys Nachfolger vor und räumt ein: «Wir hätten uns in der Sommerpause von Raphael Wicky trennen sollen.»

September 2018: Keine Besserung unter Koller

Auch unter Heilsbringer Marcel Koller gelingt Basel keine Steigerung. Die Krise gipfelt am 23. September in einer bitteren 1:7-Auswärtsklatsche bei den Young Boys. Zudem spielt der FCB zum ersten Mal seit 17 Jahren nicht europäisch.

ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON MARCO STRELLER ALS FCB - SPORTCHEF -- Basels Trainer Marcel Koller, rechts, sitzt neben Sportchef Marco Streller auf der Tribuene im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Thun und dem FC Basel, am Samstag, 10. November 2018, in der Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Koller war Strellers «Patrone, die sitzen muss». Tat sie das? Bild: KEYSTONE

Mai 2019: Basel erneut nur Vizemeister

In der Winterpause verstärkt Streller sein Team nicht weiter. Im Frühling muss Basel abermals den Young Boys den Titel überlassen. Dieses Mal sogar mit 20 Punkten Rückstand.

Juni 2019: Verwirrung um Koller

Der FC Basel verhandelt offenbar mit Aarau-Trainer Patrick Rahmen als möglichen Nachfolger von Marcel Koller. Die FCB-Führung schafft es nicht, die Gespräche geheim zu halten. Koller weiss nichts davon und erfährt aus den Medien, dass seine Entlassung offenbar kurz bevorsteht.

Die Verhandlungen mit Rahmen ziehen sich in die Länge. Der FCB verzichtet darauf, in der Öffentlichkeit Stellung zur Trainerfrage zu nehmen. Erst heute Morgen wird bekannt: Die Verhandlungen mit dem designierten Nachfolger sind gescheitert. Vorerst scheint es so, als bliebe Koller doch im Amt.

Juni 2019: Der Rücktritt

Noch am gleichen Tag zieht Streller die persönlichen Konsequenzen. Er tritt als Sportchef des FC Basel zurück. Es seien «zwei, drei Sachen passiert, die ich nicht akzeptieren kann», wie Streller in einer SMS erklärt. Er behält seine Ämter als Verwaltungsrat und Vorstandsmitglied er Basler, doch im operativen Geschäft ist er nicht mehr dabei. Die Patrone Koller sass nicht.

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    Alle Leser-Kommentare
  • niklausb 15.06.2019 10:36
    Highlight Highlight Das schlimmste am Ganzen finde ich eigentlich das da jemand ständig Internas an di Presse weiter gibt. Das Leck gehört aus meiner Sicht ganz schnell gestopft. Seit dem Wechsel des Präsidiums ist da ein ständiger "Ausfluss" von Informationen die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind bzw. Erst zu einem späteren Zeitpunkt an die Öffentlichkeig geraten sollten. Und die Presse spekuliert und provoziert damit dann immer schön mit zusätzlicher kreativität.
  • niklausb 15.06.2019 10:25
    Highlight Highlight Sorry aber Lacroix war ausgeliehen und gehört wenn schon denn schon auch zu den Abgängen im Sommer 2018 und nicht zu den Zuzügen.
  • Smacun 15.06.2019 04:33
    Highlight Highlight Also dass Basel (mit Koller) diese Saison noch den Cup gewonnen hat, sollte man in diese Zusammenfassung durchaus noch mit reinnehmen. Evtl. hätte der Machtkampf am Schluss anders ausgesehen, hätte Thun den Cup geholt.
    • Herren 15.06.2019 09:44
      Highlight Highlight Absolut. Gerade ich als YB-Fan respektiere es, wenn man als Sportchef den Cup holt. Das darf man - egal, wie schlecht sonst alles funktionierte - in einem großen Rückblick nicht ignorieren.
  • Pumabu 14.06.2019 23:52
    Highlight Highlight Streller ist in diesem Geschäft zu gutgläubig und zu naiv. Das war er schon als Spieler, als er in Köln von der lokalen Presse total zerpflückt wurde. Jetzt muss ein ToPmann her.. Oder Koller macht analog zur Premier League die Doppelfunktion. Burgener muss sich jetzt bekennen, entweder auch zurücktreten oder die Führung in professionelle Hände geben und wieder in den Hintergrund treten... Das wollte er ja mal..
    • Helios 15.06.2019 10:09
      Highlight Highlight Koller in Doppelfunktion wäre zudem ganz im Sinne der Sparmassnahmen die Burgener anstrebt.

      Burgener, selbst ernannter Laie im Fussball-Business, hochgelobt als brillianter Geschäftsmann, bleibt den Nachweis schuldig, dass er die Kompetenzen hat, um ein erfolgreicher Präsident eines Fussballklubs in einer fussballverrückten Stadt zu sein.

      Seine Ankündigungen, im Hintergrund zu agieren, haben sich in zentralen Fragen (Transfers, Trainer) nicht bewahrheitet. In der Kommunikation nach innen und aussen, eine der wichtigsten Aufgaben eines Präsidenten, hat er offensichtlich komplett versagt.
  • Freilos 14.06.2019 22:53
    Highlight Highlight Als TV-Experte mochte ich ihn immer. Vielleicht kehrt er ja zurück.
  • sägsäuber 14.06.2019 21:51
    Highlight Highlight So gehts halt, Wender Lehrling gleich Chef spielt.
  • dho 14.06.2019 21:18
    Highlight Highlight Die Patrone sass, aber sie traf den Schützen. Jetzt muss Brunner weg, oder wie der heisst.
  • Asmodeus 14.06.2019 20:41
    Highlight Highlight Koller war keine Patrone sondern ist eine Knarre.

    Und die beste Knarre kann nicht schiessen wenn der Waffenhändler (Streller) nur Platzpatronen verkauft.
    • Triumvir 14.06.2019 21:04
      Highlight Highlight 😂🤪👍der hat gesessen 😂
    • Spocki88 14.06.2019 23:17
      Highlight Highlight Eher Platzpatronen kauft bzw. gekauft...?
    • Asmodeus 14.06.2019 23:59
      Highlight Highlight Der ganze Waffenvergleich war unausgereift ich gebe es zu. Fast so unausgereift wie die Idee aus Streller einen Sportchef zu machen, weil er ein guter Stürmer war.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zeitreisender 14.06.2019 20:41
    Highlight Highlight Das hast du nicht verdient, nach all dem was du für uns geleistet hast, es tut mir so unglaublich weh. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du adäquat ersetzt wird, es muss weiter gehen!

    #gäubschwarzsiüsifarbe
    • Duden 14.06.2019 20:54
      Highlight Highlight Vielleicht kauft Basel YB ja Spycher ab
    • Toerpe Zwerg 14.06.2019 20:59
      Highlight Highlight Keine Chance @ Duden.
    • EhrenBratan. Hääää! 14.06.2019 21:29
      Highlight Highlight Spycher hat Charakter und somit keine Zukunft beim FCB😉
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