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Marco Strellers Zeit als Sportchef beim FC Basel ist vorbei.
Marco Strellers Zeit als Sportchef beim FC Basel ist vorbei.Bild: KEYSTONE

Die letzte Patrone sass nicht – das war Strellers Amtszeit beim FCB

Marco Streller geht. Der Sportchef des FC Basel hat seinen Rücktritt bekanntgegeben. Seine Amtszeit war geprägt von Misserfolgen: verpasste Meistertitel, gescheiterte Europa-Kampagnen und unglückliche Transfers. Ein Rückblick.
14.06.2019, 20:1315.06.2019, 09:39

Februar 2017: Heusler und Heitz gehen

Basel ist geschockt. Das langjährige FCB-Erfolgsduo mit Präsident Bernhard Heusler und Sportchef Georg Heitz kündigt auf Ende Saison den Abschied vom Rheinknie an. Es beginnt die Suche nach Nachfolgern. Schon bald wird der Name von Marco Streller genannt.

April 2017: Streller und Burgeners neues Konzept

Marco Streller und Bernhard Burgener werden definitiv als neuer Sportchef (Streller) und Präsident (Burgener) vorgestellt. Die beiden präsentieren ein Konzept, mit dem der FCB auch in Zukunft erfolgreich sein will. Da die Champions League künftig immer schwerer zu erreichen sei, wolle man weniger teure Transfers machen und stattdessen vermehrt auf junge Eigengewächse setzen und diese aufbauen.

Gleichzeitig mit dem neuen Konzept wird bekannt, dass Raphael Wicky ab Sommer 2017 das Traineramt bei den Baslern übernimmt. Urs Fischer hat trotz des Gewinns des Double (Meisterschaft und Cup) keine Zukunft mehr beim Verein.

Urs Fischer ist heute in Berlin ein gefeierter Mann.
Urs Fischer ist heute in Berlin ein gefeierter Mann.Bild: DPA

Juli 2017: Die Sommertransfers

Marc Janko und Jean-Paul Boetius müssen gehen. Ricky van Wolfswinkel, Dimitri Oberlin und später auch Albian Ajeti kommen. Der FC Basel scheint gerüstet für die neue Saison. Wenige Tage nach dem Saisonauftakt muss Captain Matias Delgado aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten.

Haben Streller und Burgener mit Wicky auf das falsche Pferd gesetzt?
Haben Streller und Burgener mit Wicky auf das falsche Pferd gesetzt?Bild: KEYSTONE

September 2017: Missglückter Saisonstart

Der Saisonstart misslingt. Nach zehn Runden liegt Basel schon acht Punkte hinter dem Leader (und späteren Meister) YB. Marco Streller sieht sich mit unangenehmen Fragen konfrontiert: Geht das neue Konzept auf? Ist Raphael Wicky der richtige Trainer?

Dezember 2017: Zurück auf Kurs?

Nach der Hinrunde scheint der FCB wieder auf Kurs. In der Champions League überzeugten die Basler mit glorreichen Nächten. In der Super League sind sie wieder bis auf zwei Punkte an die Young Boys herangekommen. Doch Sportchef Streller muss im Winter-Transferfenster zwei Teamstützen ziehen lassen: Manuel Akanji wechselt zu Dortmund, Renato Steffen zu Wolfsburg.

Einer der Glanzpunkte unter Wicky: Dimitri Oberlins Sprint gegen Benfica

Video: Angelina Graf

Als Ersatz holt Streller die zwei Ex-Basler Fabian Frei und Valentin Stocker zurück in die Schweiz. Die beiden können die Abgänge von Akanji und Steffen aber nicht vergessen machen. Zudem widerspricht es dem vorgesehenen Konzept, vermehrt auf junge Eigengewächse zu setzen.

Mai 2018: Basel muss YB den Vortritt lassen

YB ist Meister, Basel muss sich nach acht Titeln in Serie mit Rang 2 begnügen und beklagt 15 Punkte Rückstand auf die Berner. Die Rückrunde misslingt komplett. Einerseits weil Stocker und Frei nicht nach Wunsch einschlagen, andererseits weil die «Bebbi» auch von Verletzungen geplagt werden.

Auch mit Stocker und Frei muss Basel YB den Vortritt lassen.
Auch mit Stocker und Frei muss Basel YB den Vortritt lassen.Bild: KEYSTONE

Juli 2018: Wicky darf bleiben

Trotz der schlechten Rückrunde bestätigt der FC Basel: Raphael Wicky bleibt Trainer. Der Walliser warnt vor seiner zweiten Saison beim FCB, dass es schwierig werden könnte. Mohamed Elyounoussi, Tomas Vaclik, Michael Lang, Cédric Itten und Alexander Fransson verlassen den Verein. Dafür kommen Silvan Widmer, Jonas Omlin, Leo Lacroix und Aldo Kalulu. Zudem sorgt Streller dafür, dass Dimitri Oberlin definitiv übernommen wird.

Juli 2018: Wicky gefeuert

Der Monat ist noch nicht vorbei, als Wicky doch gehen muss. Nach schlechten Resultaten in der Vorbereitung, und nur zwei Ernstkämpfen (einem 1:2 zum Saisonauftakt gegen St.Gallen und einem 1:2 im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation bei PAOK Saloniki) spickt Streller seinen Trainer. Der Sportchef setzt sich selbst unter Druck und sagt: «Die nächste Patrone muss sitzen.» Wenige Tage später stellt er Marcel Koller als Wickys Nachfolger vor und räumt ein: «Wir hätten uns in der Sommerpause von Raphael Wicky trennen sollen.»

September 2018: Keine Besserung unter Koller

Auch unter Heilsbringer Marcel Koller gelingt Basel keine Steigerung. Die Krise gipfelt am 23. September in einer bitteren 1:7-Auswärtsklatsche bei den Young Boys. Zudem spielt der FCB zum ersten Mal seit 17 Jahren nicht europäisch.

Koller war Strellers «Patrone, die sitzen muss». Tat sie das?
Koller war Strellers «Patrone, die sitzen muss». Tat sie das?Bild: KEYSTONE

Mai 2019: Basel erneut nur Vizemeister

In der Winterpause verstärkt Streller sein Team nicht weiter. Im Frühling muss Basel abermals den Young Boys den Titel überlassen. Dieses Mal sogar mit 20 Punkten Rückstand.

Juni 2019: Verwirrung um Koller

Der FC Basel verhandelt offenbar mit Aarau-Trainer Patrick Rahmen als möglichen Nachfolger von Marcel Koller. Die FCB-Führung schafft es nicht, die Gespräche geheim zu halten. Koller weiss nichts davon und erfährt aus den Medien, dass seine Entlassung offenbar kurz bevorsteht.

Die Verhandlungen mit Rahmen ziehen sich in die Länge. Der FCB verzichtet darauf, in der Öffentlichkeit Stellung zur Trainerfrage zu nehmen. Erst heute Morgen wird bekannt: Die Verhandlungen mit dem designierten Nachfolger sind gescheitert. Vorerst scheint es so, als bliebe Koller doch im Amt.

Juni 2019: Der Rücktritt

Noch am gleichen Tag zieht Streller die persönlichen Konsequenzen. Er tritt als Sportchef des FC Basel zurück. Es seien «zwei, drei Sachen passiert, die ich nicht akzeptieren kann», wie Streller in einer SMS erklärt. Er behält seine Ämter als Verwaltungsrat und Vorstandsmitglied er Basler, doch im operativen Geschäft ist er nicht mehr dabei. Die Patrone Koller sass nicht.

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Asmodeus
14.06.2019 20:41registriert Dezember 2014
Koller war keine Patrone sondern ist eine Knarre.

Und die beste Knarre kann nicht schiessen wenn der Waffenhändler (Streller) nur Platzpatronen verkauft.
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sägsäuber
14.06.2019 21:51registriert Oktober 2017
So gehts halt, Wender Lehrling gleich Chef spielt.
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Smacun
15.06.2019 04:33registriert Februar 2016
Also dass Basel (mit Koller) diese Saison noch den Cup gewonnen hat, sollte man in diese Zusammenfassung durchaus noch mit reinnehmen. Evtl. hätte der Machtkampf am Schluss anders ausgesehen, hätte Thun den Cup geholt.
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