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Infektionen beim FCZ und GC – Corona ist im Schweizer Fussball definitiv angekommen

Jetzt wird es kompliziert in der Super League: Wegen eines positiven Corona-Falls in der Mannschaft muss sich der FC Zürich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Die Partie des FCZ vom Samstag gegen Sion ist abgesagt, ebenso jene am Dienstag in Basel. Auch GC vermeldet einen positiven Fall.



Die Absage des FCZ-Matchs von diesem Wochenende in Zürich erfolgte am frühen Freitagabend indirekt über die kantonale Gesundheitsbehörde. Diese schickte sämtliche Spieler und Staffmitglieder des Klubs, die am Dienstag beim Auswärtsspiel in Neuenburg vor Ort waren, umgehend in eine zehntägige Quarantäne, weil am Vormittag Mirlind Kryeziu positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Betroffen von der Massnahme ist auch die Partie des FCZ vom kommenden Dienstag in Basel. Diese kann aufgrund der angeordneten Quarantäne ebenfalls nicht stattfinden.

Was das für den weiteren Ligabetrieb bedeutet, ist noch offen. Weil es im Kalender kaum Spielraum für Verschiebungen gibt, droht der Saisonabbruch. Die Swiss Football League (SFL) prüft derzeit aber auch Optionen, die vor einer weiteren Straffung des ohnehin schon ausgereizten Kalenders nicht haltmachen. Bereits jetzt stehen für die Teams bis zum 2. August lauter englische Wochen an. Nach gesundem Ermessen bleibt da kein Spielraum für zusätzliche (Nachtrags-)Spiele. Später als am 2. August kann die Meisterschaft (eigentlich) nicht enden, weil die Ligen am 3. August der UEFA melden müssen, welche Klubs in der kommenden Saison in den Europacup-Wettbewerben antreten werden.

Zuerichs Mirlind Kryeziu, links, spielt um den Ball mit Thuns Stefan Glarner, rechts, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich und dem FC Thun im Letzigrund, am Mittwoch, 15. Mai 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Kryeziu im Einsatz gegen Thun. Bild: KEYSTONE

Nicht ausgeschlossen ist, dass Kryeziu kein Einzelfall bleibt. Der 23-Jährige stand sowohl beim 1:1 des FCZ am letzten Dienstag bei Neuchâtel Xamax für einige Minuten auf dem Platz wie auch drei Tage zuvor beim 2:0 gegen Servette. Nach dem positiven Befund liess der FCZ die anderen Spieler und Staffmitglieder ebenfalls testen. Die Ergebnisse stehen noch aus. Auch bei Xamax wurden am Freitag umfassende Tests angeordnet, die Resultate werden am Samstagnachmittag erwartet. Servette verzichtete vorerst auf diesen Schritt - weil niemand Symptome gezeigt habe, erklärte der Klub.

Von Spieler-Seite gab es am Freitag ein klares Statement. In einem Schreiben forderte die Schweizer Spielergewerkschaft SAFP mit Nachdruck, dass sämtliche Partien der Super und Challenge League verschoben werden und sich alle Spieler einem Test unterziehen sollen. «Die Spielervereinigung hat sich von Anfang an gegen das von der SFL und dem Bundesamt für Gesundheit erarbeitete Sicherheitskonzept ausgesprochen. Dieses Sicherheitskonzept ist mangelhaft, weil es weder vor dem Trainingsstart noch vor den Spielen zwingende Covid-19-Tests vorschreibt. Das ist ein unangemessenes Spiel mit der Gesundheit der Spieler.»

Mirlind Kryeziu hatte sich einem Test unterzogen, weil er nach dem Spiel in Neuenburg leichte Symptome verspürte. Nach dem positiven Ergebnis begab er sich umgehend in häusliche Quarantäne. Am Trainingsbetrieb nahm er laut FCZ schon zuvor nicht mehr teil. Gleichwohl sagte der Klub die Einheit vom Freitagnachmittag ab.

FC Zuerich's president Ancillo Canepa leaves the pitch at halftime during the first Super League soccer match after the Coronavirus lockdown, between BSC Young Boys and FC Zuerich, on Friday, June 19, 2020, at the Stade de Suisse in Berne, Switzerland. To prevent a second wave of Covid-19 infections, the match takes place without spectators. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Herausfordernde Zeiten für FCZ-Präsi Ancillo Canepa. Bild: keystone

Kryeziu ist nach St. Gallens Boris Babic der zweite positive Fall in der Super League, aber der erste, der auch Kontakt mit anderen Spielern hatte. Babic befindet sich nach einem Kreuzbandriss im Aufbautraining und nahm nicht am Spiel- und Trainingsbetrieb der St. Galler teil. Er hatte sich bei einem Familienbesuch in Serbien angesteckt.

Auch in der Challenge League wurde am Freitag ein positiver Corona-Fall bekannt, ebenfalls aus Zürich. Bei GC-Spieler Amel Rustemoski schlug ein Test an, nachdem dieser ebenfalls leichte Symptome verspürt hatte. Auch die Partie der Grasshoppers vom Freitagabend gegen Wil wurde daraufhin abgesagt.

(sda)

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MaxHeiri 11.07.2020 07:37
    Highlight Highlight Zwei Massnahmen um das Problem einfach zu lösen:
    - Nicht durchführbare Spiele mit 0:0 werten
    - Wöchentliches Testing aller Spieler+ Staff
  • Staedy 11.07.2020 01:58
    Highlight Highlight ...und nun stellen wir uns vor, es wäre ein Spieler des FC Sion.
  • Militia 11.07.2020 01:50
    Highlight Highlight CC hat es eigentlich schon vor Wochen gesagt, da wurde er stigmatisiert und angefeindet...
  • ThePower 10.07.2020 23:57
    Highlight Highlight Shit. Jetzt haben wir ein echtes Problem🙈
  • Dan Rifter 10.07.2020 23:57
    Highlight Highlight Stellt man einen unqualifizierten Spieler aufs Feld, gibts forfait. Siehe zB Muntwiler oder Hani Ramzy noch früher.

    Meistens hat's ein Einzelner versaut, in obigem Beispiel dee Coach oder Sportchef.

    In diesem Fall ist der Süiemer auch nicht qualifiziert (er hat sich sogar selber disqualifiziert).

    Ergo forfait bis Spieler wieder vertretbar sind.

    .. einfach mal als Ansatz, da ein Abbruch imho unverhältnismässig wäre.
    • FrancoL 11.07.2020 09:02
      Highlight Highlight Nicht Corona aber sonst einen Virus eingefangen?
    • Dan Rifter 11.07.2020 13:19
      Highlight Highlight Dann erzähl uns mal von deinem Lösungsansatz?

      Abbruch wegen eines Spielers?
  • Hayek1902 10.07.2020 23:49
    Highlight Highlight Saison abbrecheb, Bo5 zwischen SG und YB um den Sieg.
  • Staedy 10.07.2020 23:46
    Highlight Highlight Geht hier halt nicht, was andernorts kein Problem war. Schade, aber am Ende behält der CC recht und die Liga, die SFL und ihre Klubs haben gezeigt, dass zu viele Amateure in diesem Spiel unterwegs sind. Dafür immer auf der Suche nach Geld, vom Staat oder sonstwo.
    • socrates2222 11.07.2020 17:47
      Highlight Highlight Auf CC können wir verzichten! Einmal im Leben nicht ganz falsch und 97 mal völlig daneben!
  • Pipikaka Man 10.07.2020 23:23
    Highlight Highlight Die Meisterschaft muss abgebrochen werden ohne Wertung. Kein Meister und kein Aufsteiger. Teams die derzeit auf einem Eurocup Rang stehen dürfen an diesen Wettbewerben teilnehmen in der nächsten Saison.
    • Plan B 11.07.2020 01:45
      Highlight Highlight Bin dafür, dass SC Kriens in die EL darf. Denn die spielen die Saison mit 12 Spieler fertig und haben das "GROSSE" Aarau geschlagen.

      Ja, corona bestimmt wer spielen darf. 🙄
  • Jonaman 10.07.2020 23:01
    Highlight Highlight Liebe Journalisten, bitte geht dem nach und findet raus, wie es möglich war, dass sich so jemand mit dem Virus anstecken kann.
    Bei Babic vom FCSG weiss man, dass er es sich vom (Verletzungs-)urlaub geholt hat und keinen Kontakt mit der Mannschaft gehabt hat.
    Aber wie kann es passieren, dass ein aktiver Spieler sich ansteckt?
    Die Folge kann gar keine andere sein, als dass die Meisterschaft abgebrochen wird! Und wenn sich rausstellt, dass der Spieler fahrlässig gehandelt hat, wird er hoffentlich auch dementsprechend bestraft.
    • Toerpe Zwerg 11.07.2020 07:22
      Highlight Highlight Ja genau.
    • FrancoL 11.07.2020 09:07
      Highlight Highlight Die Spieler sind nicht in Quarantäne und verhalten sich nicht viel anders als andere Arbeiter in anderen Branchen.
      Bei Babic kursieren auch andere Auslegungen, da wäre ich sehr vorsichtig.
  • Rikki-Tiki-Tavi 10.07.2020 22:49
    Highlight Highlight System auf Sand gebaut, nach dem Prinzip Hoffnung. Jetzt wird es ganz eng für eine reguläre Meisterschaftsentscheidung.
  • chnobli1896 10.07.2020 22:35
    Highlight Highlight [...]Nach gesundem Ermessen bleibt da kein Spielraum für zusätzliche (Nachtrags-)Spiele.[...]

    Vor allem werden es nicht die einzigen Spielabsagen bleiben.

    Die Meisterschaft muss abgebrochen werden. Über eine Wertung kann noch bis zum 2. August gestritten werden.
    • Elpampa 10.07.2020 23:43
      Highlight Highlight Und was ist nächste Saison? Bei einem positiven Fall Abbruch nach der 2. Runde?

      Die Frage muss lauten: Wie Fussball mit Corona und nicht Fussball und Corona.

      Ich denke, mann war sich der Risiken bewusst, was ein Neubeginn betrifft, daher winzige Lösung:

      Solange der FCZ nicht antreten kann Forfait oder den Nachwuchs schicken zusammen mit Spielern welche nicht beim Spiel waren. Tönt heftig, aber meiner Meinung nach müsste man eine Covid Erkrankung wie einen verletzten Spieler sehen.
    • Jonaman 11.07.2020 01:03
      Highlight Highlight @Elmampa Und was schlägst du vor, wenn sich in der 2. Runde nächste Saison jemand ansteckt? Alle durchseuchen oder was?
      "Wie Fussball mit Corona" kann gar keine Frage sein. Da setzt du das Leben jeder involvierten Person aufs Spiel!
    • Toerpe Zwerg 11.07.2020 07:20
      Highlight Highlight Wie 17 verlerletzte Spieler. Und da ist das Reglement klar. Verschiebung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bio Zitronensaft 10.07.2020 22:35
    Highlight Highlight Das kam unerwartet!
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 11.07.2020 05:51
      Highlight Highlight Mit sowas hat nun wirklich niemand gerechnet.
  • Peter Panther 10.07.2020 21:36
    Highlight Highlight Man glaubt es kaum! Wo waren die pos. getesteten Herren wohl letztes Wochenende? In einem Club oded so?
  • schnupperi 10.07.2020 21:23
    Highlight Highlight Was will die Spielergewerkschaft erreichen? Etwa dass alle Spieler ihre Jobs verlieren? Ein Test vor jedem Spiel ist völlig übertrieben. Das geht im Amateur-/Juniorenbereich sowie in allen anderen Sportarten ja auch nicht. Konsequenterweise müssten sämtliche Arbeitnehmer der CH, welche den Abstand nicht immer einhalten können, täglich getestet werden, wenn man das weiterdenkt. Die 100%-Sicherheit gibt es nun halt nicht.
    • Staedy 11.07.2020 01:57
      Highlight Highlight Geht andernorts aber problemlos. Nur hier nicht. Warum wäre die Frage.
    • schnupperi 11.07.2020 08:43
      Highlight Highlight Ja, in Anbetracht des (zu) engen Spielplanes wären die Tests notwendig gewesen, da gebe ich Ihnen recht. Aber die Gewerkschaft verlangt dies generell, was aus meiner Sicht nicht haltbar ist. Das wäre ein Privileg der Fußballer gegenüber allen Arbeitnehmern der CH, welche auch täglich zur Arbeit müssen. Und das ohne vorherigen Test.
  • Toerpe Zwerg 10.07.2020 21:18
    Highlight Highlight Das Schutzkonzept war offenbar mangelhaft und entsprechend war es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Fall auftritt.

    Die Saison wird wohl abgebrochen werden müssen. Übel für St.Gallen und für Lausanne.
    • FrancoL 11.07.2020 09:11
      Highlight Highlight Jedes System hat Lücken, ausser man sperrt alle Mannschaften bis hin zum Busfahrer in ein geschlossenes Lager. Rund um die Mannschaften sind über 50-100 Personen involviert, die zu einem Leck führen können.
      Ergo, die Meisterschaft hätte gar nicht gestartet werden können.
  • Peter Panther 10.07.2020 21:09
    Highlight Highlight Und wo haben sich die Herren wohl angesteckt? Honi soit qui mal y pense, wenn das in einem Club war.

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