DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Vincent Aboubakar hat sein Trikot schon ausgezogen. Wird der Kameruner der nächste sein, der Porto für viel Geld verlässt?
Vincent Aboubakar hat sein Trikot schon ausgezogen. Wird der Kameruner der nächste sein, der Porto für viel Geld verlässt?Bild: Paulo Duarte/AP/KEYSTONE

Porto, die Export-Kanone: Kein Verein nimmt mehr Geld mit Spielerverkäufen ein – da erblasst selbst Bayern München

Heute Abend muss der FC Porto im Champions-League-Viertelfinal gegen Bundesliga-Krösus Bayern München ran. Seit ihrem CL-Gewinn 2004 verhökern die Portugiesen einen Exportschlager nach dem anderen. Davon sind die Bayern weit entfernt – nur einer der Grossklubs kann da ansatzweise mithalten. Das Rezept der Portugiesen ist simpel.
15.04.2015, 14:21
Tobias Wüst
Tobias Wüst
Tobias Wüst
Folgen
Melanie Gath
Melanie Gath
Redaktorin
Folgen

Portos Top-Transfers der letzten Jahre

Im Viertelfinal-Kracher zwischen dem FC Porto und Bayern München von heute Abend (ab 20.45 Uhr im watson-Liveticker) sticht in erster Linie das hochkarätig besetzte Kader des deutschen Rekordmeisters ins Auge. Dabei könnten die Portugiesen über eine vergleichbare Hammer-Equipe verfügen – würden sie ihre Spieler-Juwele nicht immer gleich zu Geld machen.

Der FC Porto ist der erfolgreichste Zwischenhändler im Fussball-Business. Seit 2004, als sich die Portugiesen unter Landsmann José Mourinho sensationell die Champions-League-Trophäe gekrallt haben, haben die «Drachen» Millionen-Verkäufe am Laufband getätigt und insgesamt satte 628 Millionen Franken eingenommen. Der jüngste Verkauf ist kürzlich mit Danilos Wechsel zu Real Madrid für gut 30 Millionen Franken über die Bühne gegangen.

Unter den grossen europäischen Klubs hat einzig Real Madrid «nur» knappe 100 Millionen Rückstand, Liverpool kommt bereits nur noch auf 466 Millionen und Arsenal, Barcelona oder Manchester City liegen alle weit unter der 400-Millionen-Grenze. Weit abgeschlagen sind die deutschen Klubs. Der heutige Gegner Bayern München beispielsweise hat nur 182 Millionen mit Spielerverkäufen erwirtschaftet.

Transfereinnahmen durch Spielerverkäufe der Grossklubs seit 2004

1 / 15
Transfereinnahmen durch Spielerverkäufe der Grossklubs seit 2004
quelle: epa / estela silva
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Kaum Qualitätseinbussen

James Rodriguez für 45 Millionen Franken, Radamel Falcao, Hulk und Eliaquim Mangala für je 40 Millionen – solche Zahlen bescheren jedem Klubkassier feuchte Träume. Trotz dieser illustren Abgänge scheinen die Portugiesen kaum an Qualität einzubüssen: In der letzten Dekade heimste der FC Porto sieben Meistertitel ein und gewann 2011 die Europa League.

So könnte die Startaufstellung von Porto ohne Abgänge aussehen: Eine Augenweide!
So könnte die Startaufstellung von Porto ohne Abgänge aussehen: Eine Augenweide!bild: eurosport

Die Eckpfeiler dieses Transfer-Erfolgs sind ein hervorragendes Scouting-System und ein exzellenter Ruf in Südamerika – von wo die Exportschlager auch überwiegend eingeschifft werden. Im aktuellen Kader stammen elf Akteure aus Südamerika.

Mehrere hundert Scouts in Diensten des FC Porto grasen in Übersee auf der Suche nach Jungtalenten grossflächig alles ab und verpflichten die zukünftigen Stars schon im Teenager-Alter. Das Vertrauen in den portugiesischen Verein ist da. Die jungen Spieler wissen, dass Porto schon zahlreichen Stars als Sprungbrett in die europäische Spitzenklasse gedient hat.

Trotz zahlreicher Abgänge kann das kleine Porto immer noch mit den ganz Grossen im Fussballgeschäft mithalten.
Trotz zahlreicher Abgänge kann das kleine Porto immer noch mit den ganz Grossen im Fussballgeschäft mithalten.Bild: MIGUEL VIDAL/REUTERS

Die Sprachbarriere, an der andere europäische Vereine womöglich scheitern, ist für Porto nicht vorhanden. «Die Spieler fühlen sich sofort wie zu Hause», weiss Scout Rui Barros.

Auch der portugiesische Liga-Boss Mario Figueiredo ist von den Zwischenhändler-Qualitäten des Vereins überzeugt: «Wir kennen das mittlerweile von Porto. Sind sind exzellent im Erhöhen der Qualität eines Spielers». Für ihn ist Porto der «bestorganisierteste Klub», den er je gesehen habe.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Weshalb das 7-Punkte-Polster für den FC Zürich auch eine Bürde sein kann
Sieben Punkte, so gross ist das Polster des FC Zürich vor dem Rückrundenstart. Es ist schön, in Führung zu liegen, aber es kann auch schwierig sein. Das weiss Uli Forte, der letzte Super-League-Trainer, der Wintermeister wurde – und am Ende nicht mehr zuoberst stand.

Der Titel des Wintermeisters, das heisst es gerne, sei einer ohne Wert. Aber das lässt sich leicht widerlegen, ein Blick in die Fussball-Geschichtsbücher reicht dazu schon. Seit 2004, dem Jahr, in dem aus der Nationalliga A die Super League wurde und aus der Zwölfer- eine Zehner-Liga, seit diesem Jahr gab es 18 Wintermeister. Und 14 von ihnen standen auch im Sommer darauf zuoberst, Quote: fast 80 Prozent. Platz 1 zur Saisonhälfte ist vielleicht noch nicht alles, aber doch schon ziemlich viel.

Zur Story