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Grasshopper Trainer Uli Forte reagiert im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem Grasshopper Club Zuerich in der Swissporarena, am Sonntag, 12. Mai 2019 in Luzern. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Uli Forte wird in Aarau keinen freundlichen Empfang erleben. Bild: KEYSTONE

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

ruedi kuhn / ch media



Im Fussball ist es wie im normalen Leben. Man sieht sich zweimal. Mindestens zweimal.

Wenn sich Aarau-Präsident Alfred Schmid und GC-Trainer Uli Forte heute beim Spitzenspiel der Challenge League im Brügglifeld begegnen, kommen bei Schmid schlechte Erinnerungen auf. Er mag Forte nicht besonders und sagt: «Sollten wir GC schlagen, ist das für mich eine besondere Genugtuung.»

Eine besondere Genugtuung? Warum? Schmid möchte keine alten Wunden aufreissen. Aber was am 18. Oktober 2008 geschehen ist, will der FCA-Präsident nicht zu den Akten legen. Er kann einfach nicht vergessen, was damals passiert ist und fügt sichtlich verärgert hinzu: «Das Verhalten von Forte war unsportlich.»

Was ist passiert? Vor gut elf Jahren spielte sich vor einem Cupspiel in St. Gallen ein dunkles Kapitel Fussballgeschichte ab. Aus Sicht des FC Aarau war Uli Forte der Bösewicht. Die Aarauer fuhren mit dem Mannschaftsbus vom Brügglifeld in Richtung Ostschweiz und waren gut anderthalb Stunden vor dem Anpfiff in St. Gallen. Kurz vor dem Stadion wurden der Trainerstab und die Spieler Zeugen von heftigen Ausschreitungen und wüsten Schlägereien zwischen St. Galler und Aarauer Fans.

Der Bus konnte nicht mehr weiterfahren. Der Weg ins Stadion war blockiert. Statt sich in Ruhe auf den Beginn der Partie vorbereiten zu können, mussten die Spieler im Mannschaftsbus bleiben. Nach langem Warten wurde das Gefährt eine halbe Stunde vor Spielbeginn von der Polizei ins Stadion eskortiert.

Der Aarauer Goalie Ivan Benito, oben, kaempft um den Ball mit dem St. Galler Philipp Muntwiler, Mitte, im Fussball Schweizer Cup Spiel, 2.Hauptrunde, zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Aarau, am Samstag, 18. Oktober 2008, in der MfG Arena in St.Gallen. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Aarau ist in St.Gallen chancenlos und verliert mit 0:2. bild: keystone

An eine vernünftige Vorbereitung auf das Spiel war für den FC Aarau nicht zu denken. Die Hektik war gross, die Zeit zu knapp. Kam hinzu, dass einige Spieler durch die Vorgänge vor der Partie verunsichert waren, sogar unter Schock standen.

Was tun? FCA-Trainer Ryszard Komornicki und Assistenzcoach Jeff Saibene versuchten, den Anpfiff der Partie um eine halbe Stunde zu verschieben. Dafür war allerdings die Zustimmung von St.-Gallen-Trainer Uli Forte nötig. Saibene ging zu Forte und fragte ihn, ob man den Spielbeginn von 18 Uhr etwas nach hinten schieben könne.

Cheerleader aus St. Gallen heizen den Fans ein vor dem Fussball Schweizer Cup Spiel, 2.Hauptrunde, zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Aarau, am Samstag, 18. Oktober 2008, in der MfG Arena in St.Gallen. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Cheerleader sorgen für gute Stimmung im neuen FCSG-Stadion. Bild: KEYSTONE

Forte hatte dafür kein Verständnis und sagte: «Ich muss auf meine Mannschaft schauen. Ich habe sie darauf vorbereitet, dass sie um 18 Uhr explodiert. Dabei bleibt es auch.» Logisch, dass Forte seit diesem Vorfall für die Führungscrew und die Fans des FC Aarau ein rotes Tuch ist. Umso mehr, als dass die St. Galler problemlos 2:0 gewannen.

Von der Vergangenheit in die Gegenwart: Man darf gespannt sein, wie die FCA-Fans Forte und sein GC im Brügglifeld begrüssen werden. Mit Pfiffen? Gar Beleidigungen? Forte wird es egal sein. Nach den zwei Siegen gegen Stade Lausanne-Ouchy (2:1) und Wil (1:0) freut er sich auf das Spiel gegen Aarau: «Resultatmässig ist für uns bis jetzt alles aufgegangen», sagt der GC-Trainer. «Leistungsmässig müssen wir uns steigern. Der FC Aarau ist für uns ein idealer Gradmesser. Ich bin gespannt, wie sich meine jungen Spieler in der für sie ungewohnt heissen und hitzigen Atmosphäre im Brügglifeld schlagen werden. Das wird nicht einfach. Ich hoffe auf ein ausverkauftes Stadion mit vielen GC-Fans.»

Den FC Aarau überschüttet Forte mit Lobeshymnen: «Es ist kein Zufall, dass Aarau Ende vergangener Saison fast aufgestiegen ist», erklärt der 45-Jährige. «Die Mannschaft verfügt über viel Erfahrung. Sie ist routinierter als GC. Mit Schneuwly, Neumayr, Maierhofer, Thiesson und Zverotic gibt es einige Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Für mich ist Aarau gegen GC vor allem deshalb ein interessanter Vergleich, weil es zum Duell zwischen Routine und jugendlicher Frische und Power kommt.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Der müde Joe 02.08.2019 22:43
    Highlight Highlight Ääääh sorry! Was für Weicheier! Im Eishockey haben sich auch schon Teams verspätet und mussten direkt auf‘s Eis zum Aufwärmen.
    Und verunsichert durch die Ausschreitungen, ja geeeenau! Als hätten die Spieler zum ersten mal Gewalt gesehen und wären im Mickey Mouse Club aufgewachsen!😂

    Und dann nach 11 Jahren immer noch drauf rumreiten? Also ich weiss nicht wer sich unsportlicher verhält.🤦🏻‍♂️
  • Dan Rifter 02.08.2019 20:53
    Highlight Highlight 3D-Mimimi

    Aarau-Spieler anno dazumals:
    Mimimi so schlimm, Schlegi

    Uli anno dazumals:
    Mimimi, Timing vom Explodieren.

    Schmid 2019:
    Mimimimimimimimimimimi, Uli ist ein Fieser!
  • torpedo 02.08.2019 18:24
    Highlight Highlight Nichts überraschendes vom Ueli. Wäre aber schon fair gewesen, wenn er auch noch hätte Stellung beziehen dürfen - Wobei dazu hat wahrscheinlich selbst er noch zu viel Niveau.
  • Johnny_Hoeks 02.08.2019 16:47
    Highlight Highlight Tja watson. Das Geschwurbel vom Aarau-Fan-Journi der AZ wieder verwerten. Da lässt sich auch darüber diskutieren ob es nötig ist. Sommerloch oder so. Wie auch immer: Ruedi Kuhn würde sagen: Hopp Aarau.
  • Farabutto 02.08.2019 13:32
    Highlight Highlight Derby time 😂 😂
  • Score 02.08.2019 13:13
    Highlight Highlight Also das heute wird das 18. Spiel von Forte gegen Aarau sein NACH diesem Vorfall (welches übrigens das erste Aufeinandertreffen von Forte und dem FC Aarau war). Scheint mir schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen, oder wurde dies vor all den 17 letzten Spielen auch thematisiert? So nachtragen kann ja gar niemand sein :-D

    https://www.transfermarkt.ch/uli-forte/leistungsdatenDetail/trainer/5374/gegner_id/116
  • Therealmonti 02.08.2019 13:07
    Highlight Highlight ... Aarau-Präsident Schmid der Nachtragende.
  • neutrino 02.08.2019 12:30
    Highlight Highlight Komisch die Story. Das Ganze ist über 10 Jahre her. Solche Entscheide liegen nicht einfach bei den Trainern, der Schiedsrichter und der Verband entscheidet, wie lange man zuwartet oder den Anpfiff verschiebt.
  • Skeletor82 02.08.2019 12:22
    Highlight Highlight Nun ja, grundsätzlich hat Forte recht. Das merkt selbst ein Grümpeliturnierkicker.

    Wenn nicht um die abgemachte Zeit angepfiffen wird, geht Adrenalin flöten.

    Die Profis können mental absacken, Grümpelikicker trinken dann halt 1-2 Bier.

    So oder so: Es kann schlecht rauskommen, muss nicht, aber der Grund bei einer Niederlage wäre klar, zu spät angepfiffen.
  • gunner 02.08.2019 11:48
    Highlight Highlight War der stromausfall also doch inszeniert und man versuchte dem guten uli einen reinzubrennen? 😅 Nun ja solche alten unterhosen auszugraben zeugt jetzt aber auch nicht von sportsgeist.
  • Freilos 02.08.2019 11:47
    Highlight Highlight Das war sicher unsportlich, keine Frage. Man muss das aber abhaken können... Hat Forte seither nie mehr gegen Aarau gespielt?
  • Heugümper 02.08.2019 11:37
    Highlight Highlight Ich hoffe nicht, dass dem Herrn von seinem Umfeld heute noch elfjährige Geschichten um die Ohren geschlagen werden. Mimosenhaft.
  • Hein Doof 02.08.2019 11:30
    Highlight Highlight Fahrstuli der Charakterlump :)

    Aber nach 10+ Jahren könnte man die Sache auch mal ad acta legen.
  • Glenn Quagmire 02.08.2019 11:19
    Highlight Highlight Das wäre ja wie, wenn der FC St Gallen und seine Fans noch immer nachtragend wären, weil sie in Wil mal 11:3 untergingen.
    • Elpampa 02.08.2019 12:46
      Highlight Highlight Ich bin es immernoch..!:-)
      Tammsiech waren wir schlecht da...
    • dontknow 02.08.2019 14:46
      Highlight Highlight Wollte ich gerade auch sagen ElpampaWürde mir heute noch einer der Direktbeteilligten von damals begegnen, ich wäre noch immer auf 180 und der bekäme was zu hören😂
    • Glenn Quagmire 02.08.2019 16:41
      Highlight Highlight nervt es mehr als die Abstiege? 🤪🤣
    Weitere Antworten anzeigen
  • goschi 02.08.2019 11:00
    Highlight Highlight Awwww...
    das ist ja ein geradezu niedliches Mimimi

    Die spieler waren also "sogar unter Schock" weil sie zusehen mussten, wie ihre eigenen Fans (und die des anderen Clubs) randalierten?

    ja, vielen Dank, ich bin Anwohner eines Fussballstadions, ich bin dauernd geschockt also, weil die Scheisse erlebe ich sehr regelmässig und oft!
    • Trompete 02.08.2019 13:40
      Highlight Highlight In der Nähe welches Fussballstadions wohnen sie? Was heisst regelmässig respektive oft? Könnten sie die Spiele benennen (austragende Teams und Datum), an welchen es zu namhaften Auseinandersetzungen vor ihrem Haus kam?
    • goschi 02.08.2019 15:08
      Highlight Highlight Bern Wankdorf und ich führe sicher keine Statistik.. 🤦
  • Sir Riley 02.08.2019 10:32
    Highlight Highlight Der Vorfall ist über 10 Jahre her. Der Herr Schmid muss ziemlich nachtragend sein. Das Fussballgeschäft ist wohl nicht so sein Ding.
  • TingelTangel 02.08.2019 10:26
    Highlight Highlight Tja , dann Passt ja dieser Forte Gut zu GC.
  • wasps 02.08.2019 10:25
    Highlight Highlight Uli halt.
  • Elpampa 02.08.2019 10:21
    Highlight Highlight Also wer über 10 Jahre dem nachtrauert, muss irgendwie verbittert sein...
  • sunshineZH 02.08.2019 10:18
    Highlight Highlight Süss...

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