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Nationalcoach Vladimir Petkovic beim Training mit der Schweizer Fussballnationalmannschaft in Freienbach (SZ) am Dienstag, 30. August 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Vladimir Petkovic Bild: KEYSTONE

«Die Mannschaft zu benennen ist schwieriger als früher»: Petkovic mit hohen Ansprüchen



Das Schweizer Nationalteam bereitet sich in Zürich auf den Start zur EM-Qualifikation vor. Am Donnerstag fliegt es nach Tiflis, wo es am Samstag auf Georgien trifft. «Wir wollen drei Punkte», so Nationalcoach Vladimir Petkovic, der auf Xherdan Shaqiri verzichten muss.

Zum Auftakt in die EM-Kampagne hat der Nationaltrainer zwei gewichtige Absenzen zu verkraften. Nach Haris Seferovic, dem Top-Torschützen in der Nations League, musste am späten Montagabend auch Xherdan Shaqiri Forfait erklären. Der 27-jährige Offensivspieler des FC Liverpool, der im Klub zuletzt nur noch selten zum Einsatz gekommen war, leidet an einer Entzündung in der Leistengegend und musste nach einer ärztlichen Untersuchung für beide Partien Forfait erklären.

Aussenansicht des Hotel Atlantis in Zuerich am Mittwoch, 2. Dezember 2015. Das Zuercher Hotel Atlantis, mit Sicht ueber die Stadt am Fusse des Uetlibergs gelegen, ist nach zweieinhalbjaehriger Bauzeit am Dienstag neu eroeffnet worden. Das Nobelhotel umfasst 95 Zimmer und Suiten, zwei Restaurants, zwei Bars, einen Eventsaal, ein 1500 Quadratmeter-Spa sowie ein Innen- und Aussenschwimmbad. Das alte, 1970 eroeffnete «Atlantis» war eine Ikone der Nachkriegsmoderne. Gewisse Teile des Y-artig geformten Baus stehen unter Denkmalschutz. In vielen Details erweist auch das fuer ueber 60 Millionen Franken erneuerte Hotel den Siebzigern seine Reverenz. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Das Hotel Atlantis auf dem Üetliberg. Bild: KEYSTONE

Geographisch hatte das Schweizer Nationalteam am Montag Neuland betreten. Nicht in Feusisberg, nicht in Lugano, und auch nicht im Renaissance-Hotel im Zürcher Industriequartier besammelte Trainer Vladimir Petkovic seine Mannschaft. Bis am Donnerstag logiert die SFV-Auswahl am Fusse des Zürcher Üetliberg im Hotel Atlantis. Trainiert wird im Stadion Letzigrund.

Man könnte den Entscheid für diesen Ort durchaus als symbolischen Akt deuten. Die Schweiz startet nämlich in eine neue Phase. Das schwierige Jahr 2018 hat dank der Qualifikation für das Finalturnier in der Nations League mit einem Höhepunkt geendet. Nun beginnt am Samstag in Georgien die EM-Ausscheidung – mit einem Kader, von dem mehr als ein Drittel im vergangenen Sommer an der WM in Russland nicht dabei gewesen war.

Petkovic spricht deswegen zwar nicht von einem Umbruch und auch nicht von einer neuen Entwicklung, die gestartet wird, doch er setzt mit seinem Aufgebot auch ein Zeichen. Spieler wie Loris Benito, Djibril Sow, Albian Ajeti oder Christian Fassnacht, die alle im Herbst ihr Debüt gaben, sind nicht mehr bloss Probables. Sie gehören nun zum Kreis, mit dem Petkovic in Zukunft plant.

Stephan Lichtsteiner waehrend des Training der Schweizer Fussballnationalmannschaft im Stadion Letzigrund, am Montag, 18. Maerz 2019, in Zuerich.(KEYSTONE/Melanie Duchene)

Stephan Lichtsteiner Bild: KEYSTONE

Zu diesem Kreis gehört weiterhin auch Stephan Lichtsteiner. Aber Petkovic deutete an, dass sich der Captain ein Aufgebot auch beim nächsten Mal wieder mit Leistung im Klub verdienen und einen Platz in der Startformation in Georgien in den nächsten Tagen im Training erkämpfen muss. Die Zeit, in der neun oder zehn von elf Plätzen frühzeitig vergeben waren, soll vorbei sein. Petkovic: «Die Mannschaft zu benennen ist schwieriger als früher. Viele Spieler sind in Form, und ich muss in den Trainings schauen, wer zu wem passt.»

Mit Shaqiri und Seferovic fallen die beiden besten Offensivkräfte der Nations-League-Kampagne im Herbst allerdings aus. «Noch vor drei Wochen sah alles etwas einfacher aus», sagte Petkovic. Immerhin rücken Admir Mehmedi und Steven Zuber mit grossem Selbstvertrauen ein. Mehmedi erzielte in den letzten vier Spielen für Wolfsburg drei Tore, und Zuber traf für seinen neuen Verein VfB Stuttgart in den vergangenen fünf Partien fünf Mal.

Switzerland's Xherdan Shaqiri, left, and Switzerland's Haris Seferovic, right, cheer after scoring during the 2018 Fifa World Cup Russia group B qualification soccer match between Hungary and Switzerland in the Groupama Arena in Budapest, Hungary, on Friday, October 7, 2016. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Shaqiri und Seferovic an der Fussball-Weltmeisterschaft in Russland. Bild: KEYSTONE

Wer zu wem passt: Das Puzzle muss Petkovic in den nächsten Tagen auch in der Defensive noch zusammensetzen. Manuel Akanji mit Fabian Schär? Oder Akanji und Schär zusammen mit Nico Elvedi? Viererabwehr oder Dreierabwehr? «Es gibt keine fixe Idee. Wir müssen die Flexibilität pflegen», so Petkovic.

Neues Hotel, neue Systeme, neue Fragen: Beim ersten Zusammenzug im neuen Jahr zeichnet sich der Bruch mit einzelnen Gewohnheiten ab. Mindestens in einem Punkt aber will Petkovic nichts ändern: «Wir wollen jeden Gegner dominieren und jedes Spiel gewinnen.» Am Samstag in Georgien, beim ersten Schritt zur EM-Endrunde, die im Juni 2020 in zwölf Ländern stattfindet, ist dies nicht nur der Wille der Schweizer, sondern auch ein Imperativ: Denn in der FIFA-Weltrangliste ist der Gegner 83 Positionen schlechter klassiert. (sda)

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