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«Der wohl dümmstmögliche Zeitpunkt!» – so reagieren FCB-Fans auf den Wicky-Rauswurf 

Am Donnerstag musste Raphael Wicky per sofort seinen Trainerposten beim FCB räumen. Die Kritik richtet sich nach der Entlassung vor allem in Richtung Clubleitung.

Leif Simonsen, Andreas Schwald, Jonas Hoskyn und Ben Rosch / bz Basel



Kaum war der Entscheid zur Entlassung Raphael Wickys als FCB-Trainer bekannt, entleerte sich die Wut auf den Onlineportalen, den sozialen Netzwerken – und auf der Strasse. Diese richtete sich in den meisten Fällen nicht gegen den soeben Geschassten, sondern gegen die Klubleitung.

Harsch klang es, wenn man sich in der Steinenvorstadt umhörte. Vor dem Restaurant Wulggegratzer erreicht die Stimmung den Gefrierpunkt. Hier ist ein Teil der leicht angegrauten Hardcore-Fans des Vereins fast schon zu Hause. Es sind Stammgäste und nicht nur ihr Bierglas ist gross, sondern auch ihre Expertise.

Fünf gestandene Herren enervieren sich an den Rauchertischen zwischen Abluftventilatoren und Bier, und sie reden von «wir», wenn sie den FC Basel meinen. «Der wohl dümmstmögliche Zeitpunkt!», sagt einer. Namen und Gesicht wollen sie nicht in der Zeitung sehen, sehr wohl aber ihre Meinung. «Entweder macht man sowas am Ende einer Saison oder zur Winterpause, aber sicher nicht jetzt.»

Die Führungsriege um Präsident Bernhard Burgener kommt dabei ziemlich schlecht weg: Ihr schlägt Unverständnis über den Entscheid entgegen. «Solange Streller Sportchef ist, nützt diese Entlassung genau gar nichts», fügt sein Nebenmann an.

«Überhasteter Entscheid»

Etwas vorsichtiger drücken sich die prominenten FCB-Fans aus, wenngleich auch hier die Sympathien klar verteilt sind: pro Wicky, kontra Streller und Burgener. Eine Allianz schmiedeten am Donnerstag für einmal gar die Politiker von links bis rechts. SP-Nationalrätin Silvia Schenker weilt in Griechenland in den Ferien, bekam aber «sofort» die Entlassung Wickys mit.

«Das hinterlässt einen schalen Nachgeschmack, insbesondere weil Alex Frei jetzt interimistisch übernimmt», sagt sie, die fast jedes FCB-Spiel verfolgt. «Ich frage mich, ob der schlechte Saisonstart wirklich dem Trainer anzulasten, oder nicht ein Produkt ungenügender Kaderplanung ist.» Auf Twitter tritt sie nach: «Ich mag den Herrn Burgener nicht. Gar nicht.»

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Wicky entlassen! War der Entscheid richtig?

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Der Baselbieter SP-Landrat und Saisonkartenbesitzer Jan Kirchmayr war im ersten Moment «verwirrt» über den Entscheid. «Man hat die ganze Vorbereitung mit Wicky gemacht und jetzt schmeisst man ihn wieder raus.» Jetzt bin ich dafür, dass man Vogel und Fink wieder zurückholt, am besten im Co», sagt Kirchmayr. «Ich finde, es ist ein überhasteter Entscheid», sagt auch LDP-Grossrat und Sportkommentator André Auderset. «Ich habe die beiden FCB-Spiele gesehen. Er hat fantasievoll gespielt, es fehlte lediglich ein Quäntchen Glück.»

«Wicky hat ein grosses Talent bei der Entwicklung von jüngeren Spielern, aber bei der 1. Mannschaft des FC Basel war dies nicht genug.»

Arthur Cohn, Regisseur und Oscar-Gewinner

Hoffen auf die Wende

Andere prominente FCB-Sympathisanten gehen mit dem FCB hart ins Gericht – und machen sich nach den Entwicklungen der vergangenen Monate Sorgen. Der Basler Stararchitekt Jacques Herzog gehörte vor eineinhalb Jahren noch jenem Gremium an, das den FCB-Machtwechsel begleitete. Jetzt sagt er zur bz: «Es ist unglaublich, was innerhalb eines Jahres mit dem FCB passiert ist. Da stimmt so vieles nicht mehr. Es ging extrem viel verloren, was über Jahre aufgebaut wurde. Da müssen sich viele im Club hinterfragen. Für die Fans ist das nur noch traurig.»

Positiv sei, dass nun Alex Frei interimistisch übernehme. «Er ist der richtige Mann im jetzigen Moment.» Herzog hofft, dass ein «Ruck» durchs Team gehe und das Kader gestärkt werde. «Und zwar mit Klassespielern und nicht nur eigenen Junioren.»

Regisseur und Oscar-Gewinner Arthur Cohn hat für den geschassten Mann an der Seitenlinie zwar Sympathien: «Für ihn tut mir diese Entscheidung leid», sagt er. Aber auch er habe «Vertrauen in die Intuition von Marco Streller und Alex Frei». Es sei gut möglich, dass dieser Schock einen Ruck in der Mannschaft bewirke. «Wicky hat ein grosses Talent bei der Entwicklung von jüngeren Spielern, aber bei der 1. Mannschaft des FC Basel war dies nicht genug», findet Cohn.

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Wer soll Wicky-Nachfolger beim FC Basel werden?

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6,104 Votes zu: Wer soll Wicky-Nachfolger beim FC Basel werden?

  • 30%Marcel Koller
  • 24%Martin Schmidt
  • 7%Markus Babbel
  • 6%René Weiler
  • 10%Murat Yakin
  • 3%Patrick Rahmen
  • 7%Alex Frei
  • 14%Ein anderer

Wesentlich weiter geht FCB-Legende Scott Chipperfield auf dem Nachrichtendienst Twitter, in dem er der FCB-Führungsriege Vetterliwirtschaft vorwirft: «Jobs for the boys». Und er meint: «Es ist nicht der FCB, den ich kenne».

Kein Pardon kennen die eingefleischtesten FCB-Fans. «Es haben alle drei nicht den besten Job gemacht: Streller nicht, Burgener nicht und Wicky nicht. Wicky war einfach das schwächste Glied in dieser Kette», sagt Guido Morselli. Er begleitet die Rotblauen als Präsident des Fanclubs St. Jakob seit Jahren. Den Zeitpunkt der Entlassung hingegen findet er richtig: «Jetzt kann man die Mannschaft wieder auf den richtigen Weg bringen.» Das solle Marcel Koller tun: Ginge es nach ihm, wäre der ehemalige Nationalcoach von Österreich der richtige Mann für den schwierigen Job. (bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jiri Lala 27.07.2018 22:23
    Highlight Highlight Ojemine man wurde einmal zweiter hat ein Saisonspiel verloren und könnte meinen Basel sei abgestiegen.. äussern sich da tatsächlich so viele Menschen zu dieser unglaublich schlummen Lage des FCB s : ein Hohn für alle Supporter anderer Vereine..
  • Alfio 27.07.2018 11:07
    Highlight Highlight Seien wir ehrlich, das übel hat schon im Winter begonnen und niemand hat es sehen kommen.

    Abgänge wie Akanji, Steffen und Itten ersetzt man mit Stocker, Frei, und Ajeti (der letzte ist noch der beste) oder Leihgabe Lacroix.
    Im Sommer dann Elyounoussi, Lang, Vaclik, Boetius und als Krönung noch die eigene Jugend verscherbeln (Itten) Dafür kauft man Teuer einen Widmer oder übernimmt einen Oberlin.
    Transfer technisch bis auf Omlin armselig.

    Man hat Prunkstücke verkauft, Talente nicht weitergebracht und ausgediente Spieler zurückgeholt.
    Der FCB wurde in 6 Monate zum Mittelmass degradiert. Bravo
  • Luca Brasi 27.07.2018 09:35
    Highlight Highlight Will Koller überhaupt beim FCB anheuern? Da bist du doch nach einem Jahr sowieso weg und mit dieser Führung und allgemeinen Gegebenheiten heisst es dann nur noch, dass man Trainer während des Niedergangs des FC Basels war.
  • LeChef 27.07.2018 08:16
    Highlight Highlight Der FCB hat sicher nicht mehr die Qualität wie noch vor zwei Jahren, aber immernoch das zweitteuerste Kader der Liga. Es war Wicky offenbar nicht möglich, daraus etwas zu machen (nicht vergessen; auch die Testspiele waren grottenschlecht). Also ist die Entscheidung richtig.

    Dass die Vereinsführung ungeeignet ist, ist offensichtlich. Aber das entlastet den Trainer nicht davon, seinen Job nicht gemacht zu haben.
  • Ohniznachtisbett 27.07.2018 06:58
    Highlight Highlight Tja, so schnell gehts. Lieber Gruss aus Züri. Der Verein wird trotz Heliane besser geführt hihi
  • emptynetter 27.07.2018 06:54
    Highlight Highlight Jetzt wird dann wohl marcel koller übernehmen. Das beste was passieren könnte für den FCB. Aber weil Zürcher und mit gc-vergangenheit ist er wohl nicht muttenzer-kurve kompatibel. Oder isr dass dann rassismus wie bei özil?
  • Cpt Halibut 27.07.2018 06:42
    Highlight Highlight Jetz wo es bei den anderen Vereinen mal verhältnismässig ruhig ist, drehen beim FCB alle durch.
  • wololowarlord 27.07.2018 06:33
    Highlight Highlight für mich ist vor allem streller schuld. schlechte kaderplanung; nicht unbedingt die fehlende qualität, sondern ein team das nicht zusammenpasst. zu viele selbsternannte führungsspieler. in diesem falle bräuchte man einen tätschmeister, der die klare führung übernimmt. wicky konnte das nicht, seine konzepte und taktik mag ich aber. von daher ist es wohl doch das beste dass er ging, falls den nun ein "böser" trainer kommt
  • Mia_san_mia 27.07.2018 05:52
    Highlight Highlight Jetzt würde es noch passen, wenn Basel Babbel holt 😂
    • virus.exe 27.07.2018 08:51
      Highlight Highlight Und der Thorsten Fink wird sich in den Hintern beissen bei GC unterschrieben zu haben...
  • Amboss 27.07.2018 05:03
    Highlight Highlight Statt Schuldzuweisungen zu machen sollten sie vielleicht in Basel auch Mal einen Gedanken daran verschwenden, dass einfach eine neue Zeit begonnen hat. Eine Zeit ohne Gratis Champions League. Dass es auch unter der alten Führung nicht einfach alles weitergegangen wäre wie früher.
  • Pfupf2210 27.07.2018 02:15
    Highlight Highlight Mein Erbarmen hält sich in Grenzen. Mit Urs Fischer hatte der FCB einen erfolgreichen Trainer. Aber er ist halt Zürcher. Jetzt dürfte Marcel Koller kommen, ein Zürcher......
  • welefant 27.07.2018 01:58
    Highlight Highlight also fussball soll nichts mit politik zu tun haben, haben sie an der WM immer gesagt. und jetzt ist das sommerloch so tief, dass man schon silvia schenker aus griechenland da raus ziehen muss um sie nach ihrer fachmännischen meinung fragen?😬😬
  • itsnoton 26.07.2018 23:34
    Highlight Highlight Analyse: Einfach ein saudummer Entscheid.

    Und was den Herrn Burgener anbelangt: Halt ichs mit Silvia Schenker.

    Es tut mir leid um Wicky. Und es tut mir leid um den FCB.
    • Esteban 27.07.2018 09:42
      Highlight Highlight Wicky ist ein guter Trainer und diesen Abgang hat er nicht verdient! Das eine Kernproblem ist, dass Burgener deutlich weniger Investitionen tätigt, aber trotzdem einen maximalen Gewinn erzeugen will. Das andere Kernproblem ist, dieser Burgener kann nicht führen und Fussball interessiert den nur, solange die Kasse stimmt. Diese Rechnung kann nicht aufgehen. Ich mag diesen Burgener nicht.

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