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Marc Cucurellas Handspiel: «Ganz Deutschland hasst dich»

05.07.2024, Baden-W
Viele User auf den sozialen Medien haben einen Schuldigen für das deutsche Ausscheiden gefunden: Er heisst Marc Cucurella. Bild: keystone

«Ganz Deutschland hasst dich» – Marc Cucurella am virtuellen Pranger

Gegen Spanien hätte Deutschland kurz vor Schluss einen Elfmeter bekommen müssen, sind sich viele deutsche Fans einig. Und lassen ihren Frust am betroffenen Spieler aus.
09.07.2024, 10:43
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Spaniens Marc Cucurella ist auch mehrere Tage nach dem EM-Viertelfinale gegen Deutschland Opfer von Hassnachrichten im Netz. Schiedsrichter Anthony Taylor hatte sich gegen einen Elfmeter entschieden, einige Minuten später erzielte Spaniens Mikel Merino den entscheidenden Treffer per Kopf.

Unter einem Foto, das Cucurella am Montag auf Instagram gepostet hatte, schrieb ein Nutzer: «Möget ihr im nächsten Spiel nach nicht anerkanntem Handspiel rausfliegen. Fair Play kennst du nicht.» Ein anderer Nutzer kommentierte: «Ganz Deutschland hasst dich.» Auf diesen Kommentar gab es mehr als 1100 «Gefällt-mir»-Angaben.

«Fair Play kennst du nicht»

Wieder eine andere Person forderte für den 25-Jährigen ein «Deutschland-Verbot für immer». Zahlreiche Interaktionen zielen darauf ab, dass Cucurella doch lieber mit dem Handball anfangen solle. Bei der EM fällt Cucurella vor allem durch seine besondere Haarpracht auf. Der Spanier, der im Klub beim FC Chelsea spielt, hat einen Wuschelkopf. Ein Nutzer ging in Anbetracht seiner Haare eindeutig zu weit. «Der Wischmopp kann mein Klo putzen.»

Die kritischen und teilweise ausfällig werdenden Nutzer scheinen dabei nicht zu berücksichtigen, dass gar nicht Cucurella der «Schuldige» an dem Dilemma ist. Natürlich hat er den Ball mit dem Arm berührt. Dennoch wäre es an Schiedsrichter Anthony Taylor gewesen, die Situation zu ahnden beziehungsweise sich das Handspiel wenigstens nochmal am Videoassistent-Monitor anzuschauen.

Trotz der ganzen Hassnachrichten spielt Cucurella ein gutes Turnier, der Linksverteidiger ist einer der besten Spieler auf seiner Position. Am heutigen Dienstagabend könnte er ab 21 Uhr mit der spanischen Nationalmannschaft gegen Frankreich ins Endspiel einziehen.

(t-online)

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93 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Walter Sahli
09.07.2024 10:36registriert März 2014
Ich glaube, es ist jetzt gut. Man muss diesen Leuten nicht immer wieder eine Plattform bieten. Sie verstehen nichts von Fussball und denken mit dem Bauch.
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MarGo
09.07.2024 10:55registriert Juni 2015
Ultra schlechte Verlierer unsere nördlichen Nachbarn.
Das war nie und nimmer ein Elfer. Null Bewegung zum Ball, den Versuch den Arm an den Körper zu bringen, nur ein Bruchteil einer Sekunde zwischen Ballabgabe und Berührung. Nie und nimmer war das Absicht.
Entscheidung auf "no penalty" absolut korrekt.
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wasserstoffblond
09.07.2024 10:54registriert Dezember 2017
Früher auf dem Pausenplatz gab es "angeschossen". Sehe das so etwa in diese Richtung. Entscheidung empfinde ich als richtig. Hart an der Grenze, aber richtig.
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