Vinis Rache und kuriose Geschichte – das lief in der Champions League
Märchen zerbricht an Doppel-Latte
Alles schien aufgegleist für eine Fortsetzung des Märchens von Bodö/Glimt. Nachdem die norwegischen Aussenseiter in dieser Saison bereits Manchester City, Atlético Madrid und in der Zwischenrunde zweimal Inter Mailand geschlagen hatten, gewannen sie auch das Achtelfinal-Hinspiel zuhause gegen Benfica Lissabon mit 3:0.
Im gestrigen Rückspiel hätten sie nur noch diesen Vorsprung verteidigen müssen – doch das ging schief. Bodös Bollwerk zeigte früh Risse und begann in der 34. Minute endgültig zu bröckeln, als Goncalo Inacio Sporting in Führung schoss. Pedro Goncalves und Luis Suarez sorgten mit zwei Toren nach der Pause dafür, dass es zur Verlängerung kam, in der sich die Portugiesen mit zwei weiteren Toren und am Ende endgültig durchsetzten.
Bodö bekundete beim Scheitern im Rückspiel auch etwas Pech. Kurz vor der Pause landete ein Kopfball von Verteidiger Odin Björftuft gleich doppelt an der Latte. Mit dem Ausgleich zu diesem Zeitpunkt wäre das Märchen vielleicht noch weiter gegangen.
Bremser namens Silva
Von einem Comeback, wie es Sporting Lissabon gelang, träumte auch Manchester City zuhause gegen Real Madrid. Das Hinspiel in Spanien verloren die Engländer mit 0:3. Im Rückspiel startete das Team von Pep Guardiola furios, hatte in den Startminuten mehrere Chancen. Doch dann bremste Bernardo Silva die angepeilte Aufholjagd aus.
In der 20. Minute blockte der City-Captain einen Abschluss von Real-Angreifer Vinicius Junior kurz vor der Linie und bewahrte seine Mannschaft so wohl vor einem Gegentor. Das Problem: Er tat dies mit dem ausgefahrenen Ellenbogen. Schiedsrichter Clément Turpin studierte die Videobilder und zeigte Silva danach die Rote Karte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Vinicius souverän. So geriet ManCity trotzdem in Rücklage und musste den Rest des Spiels auch noch mit einem Mann weniger bestreiten.
Vinis Rache
Am Ende war Vinicius Junior der grosse Mann des Spiels in Manchester. Der Brasilianer schoss neben dem ersten Tor vom Punkt beim 2:1-Sieg in England auch das zweite Real-Tor in der Nachspielzeit. Schon nach seinem ersten Treffer jubelte er, indem er sich mit einer Tränen-Geste an die Manchester-City-Fans richtete.
Nach dem Spiel erklärte der 25-Jährige, warum er diese Jubelgeste gewählt hat. «Als ich das letzte Mal in diesem Stadion war, haben mich die City-Fans wegen des Ballon d'Or als Heulsuse bezeichnet. Mir ging es heute darum, mich ihnen zu beweisen», sagte Vinicius.
Penalty oder nicht?
In der Schlussphase feierte auch Kylian Mbappé noch sein Comeback, nachdem er seit Anfang März wegen Knieproblemen ausgefallen war. Der Real-Stürmer sorgte sogleich für Probleme in der Manchester-Hintermannschaft. Zehn Minuten nach der Einwechslung konnte City-Verteidiger Rayan Ait-Nouri Mbappé nur noch mit einem Trikotzupfer stoppen.
Ait-Nouri hielt Mbappé bis in den Strafraum hinein am Leibchen zurück. Der Videoassistent schaute sich die Szene an, entschied sich aber dagegen, Schiedsrichter Turpin für eine weitere Ansicht der Bilder an den Bildschirm zu schicken – sehr zum Unverständnis der Spieler von Real Madrid.
Aus dem Weg!
Arsenal setzte sich zuhause gegen Leverkusen mit 2:0 durch und garantierte damit, dass mindestens ein englischer Klub die Viertelfinal-Qualifikation schafft. Das schönste Tor des Spiels und des Abends erzielte Eberechi Eze. Der Arsenal-Mittelfeldspieler nahm den Ball an, drehte sich und schoss seine Farben mit einem Kracher in Führung.
Für Aufsehen sorgte auch eine Szene, die sich abseits des Spielgeschehens ereignete. Bei einem langen Ball von Arsenal sprintete der Linienrichter an der rechten Seite, bis er mit einem Leverkusener kollidierte, der sich dort aufwärmte.
Mamadou Sarrs kurioser Abend zum Vergessen
Den gestrigen Abend würde Mamadou Sarr wohl gerne aus seiner Erinnerung streichen. Statt eine Aufholjagd zu starten, verloren der Chelsea-Verteidiger und seine Teamkollegen mit 0:3 erneut deutlich gegen PSG. Das erste Tor geht direkt auf Sarrs Kappe, weil er den Ball unterschätzt und das Duell mit Chwitscha Kwarazchelia verliert. Zur Pause wird der 20-Jährige dann ausgewechselt.
Und als wäre das noch nicht genug, erreicht den Senegalesen nach dem Spiel die nächste Hiobsbotschaft. Der Afrikanische Fussballverband CAF hat dem Senegal den vor zwei Monaten errungenen Titel am Afrika-Cup aberkannt. Sarr stand im skandalösen Final in der Startelf und schrieb nach dem gestrigen Forfait-Entscheid ein kurioses – und inoffizielles – Stück Fussballgeschichte. Er ist der erste Spieler, der am gleichen Tag ein Profispiel seines Klubs und seiner Nationalmannschaft verliert.
Gala-Fans bringen Feuer nach Liverpool
Liverpool und Galatasaray Istanbul treffen erst heute Abend (ab 21 Uhr) aufeinander. Nach der 0:1-Pleite im Hinspiel stehen die Engländer unter Druck und die türkischen Gäste werden auch auswärts von frenetischen Fans unterstützt. Gala-Fans empfingen die eigene Mannschaft gestern Abend bereits mit einem gewaltigen Feuerwerk vor dem Hotel.
Galatasaray fans greet the team bus in Liverpool 🎆 pic.twitter.com/vEc6rY2xu8
— AIFootball (@AIFootballGen) March 17, 2026
