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Nach dem 3:1 durch Pascal Schürpf feiern die Luzerner die Vorentscheidung im Cupfinal.
Nach dem 3:1 durch Pascal Schürpf feiern die Luzerner die Vorentscheidung im Cupfinal.Bild: keystone

Der FC Luzern gewinnt gegen St. Gallen und ist nach 29 Jahren zum dritten Mal Cupsieger

29 Jahre sind genug: Der FC Luzern beendet am Pfingstmontag dank einem 3:1-Sieg im Cupfinal gegen St. Gallen eine lange Durststrecke. Die Zentralschweizer belohnen sich im Wankdorf auch für ihre Geduld.
24.05.2021, 17:59

Der FC Luzern war über Jahre ein Klub der Unruhe. Seit Februar waren vom Zentralschweizer Klub allerdings kaum mehr Misstöne zu hören; die Lösung des Aktionärsstreits und die Inthronisierung der Luzerner Legende Stefan Wolf als Präsident befriedeten den Klub. Am Pfingstmontag pflückte der FCL nun die Lorbeeren des Umbaus auf Führungsebene, früher als gedacht. Erstmals seit fast drei Jahrzehnten feiert die Zentralschweiz wieder einen Titel seines Fussballklubs. Zuletzt hatte der FCL mit Stefan Wolf als Spieler 1992 den Cup gewonnen, seither in vier Finals jedoch nie mehr reüssiert.

In einem emotional und offensiv geführten Cupfinal brachte sich das Team von Trainer Fabio Celestini dank einer Doublette nach einer halben Stunde auf Titelkurs. Auch der selbstverschuldete St. Galler Anschlusstreffer durch Chukwubuike Adamu (42.) brachte das Team in der Folge nicht mehr vom Kurs ab. Nach 70. Minuten war Pascal Schürpf, der bereits das 1:0 von Ibrahima Ndiaye (27.) vorbereitet hatte, für die vorzeitige Entscheidung besorgt. Luzern hatte im Final zwischenzeitlich zwar gewankt, der Ausgleich fiel aber nicht.

Luzern zeigte Nerven und Klasse

Wie erwartet kannten beide Teams im Wankdorf keine Abtastphase. Nach 70 Sekunden musste Luzerns Keeper Marius Müller erstmals eingreifen, nachdem Nicolas Lüchinger aus 20 Metern zum Abschluss angesetzt hatte. Es war die Ouvertüre zu einem selten im Mittelfeld geführten Cupfinal. Luzern und St. Gallen, St. Gallen und Luzern. Beide Mannschaften mochten auch im letzten Spiel der Saison nicht verbergen, dass sie sich in der gegnerischen Platzhälfte wohler fühlen als in der eigenen.

Dass mehr als ein Tor fallen würde, war bei den taktischen Vorgaben der beiden Trainer anzunehmen. Wie die Tore dann fielen, war trotzdem speziell. Das 1:0 durch Ibrahima Ndiaye in der 27. Minute leitete Filip Ugrinic mit einem Absatztrick auf Pascal Schürpf ein, beim 2:0 drei Minuten darauf assistierte Louis Schaub dem Niederländer Jordy Wehrmann noch sehenswerter. Der 26-jährige Österreicher lupfte den Ball aus dem Fussgelenk über die St. Galler Abwehr in Wehrmanns Lauf, der den Ball mit der Brust an Miro Muheim vorbei legte und alleine vor Zigi einschoss.

Christian Schwegler (l.) und David Zibung stemmen den Pokal gemeinsam in die Höhe.
Christian Schwegler (l.) und David Zibung stemmen den Pokal gemeinsam in die Höhe.Bild: keystone

Alles zu den Feierlichkeiten und den Stimmen zum Spiel

Die offensive Ausrichtung hatte dem FCSG in der Startphase mehr entsprochen. Das Team von Peter Zeidler agierte im Gegenpressing griffiger, weshalb die zweiten Bälle fast ausschliesslich beim FCSG landeten. Zeitweise hinterliess der FCL den Eindruck, unter dem Druck des Finalspiels die Betriebstemperatur nicht zu erreichen, liess sich einschnüren und agierte fehlerhaft. Im nächsten Moment lösten sich die Zentralschweizer fast spielerisch aus der St. Galler Umklammerung, kombinierten sich stilsicher und sehenswert vor das gegnerische Tor wie bei den beiden Toren.

Zum wankelmütigen Luzerner Auftritt passte der St. Galler Anschlusstreffer durch Chukwubuike Adamu drei Minuten vor der Pause, den der zuvor gefeierte Torschütze Wehrmann mit einem katastrophalen Rückpass einleitete.

Krönung der Kontinuität

Letztlich wurde der FCL am Pfingstmontag aber auch für seine Kontinuität in Bezug auf die sportlichen Entscheidungsträger und seine Geduld belohnt. Nie schien Trainer Celestini an der Seitenlinie nervös zu werden. Der Waadtländer hatte schon nach missglücktem Saisonstart mit sieben sieglosen Spielen in Folge stets die Ruhe bewahrt. Celestini glaubte an sein System und sein Team – und Präsident Wolf liess die sportliche Leitung auch nach seiner Übernahme weiterarbeiten. Der Präsident verstand sich als Sparring-Partner, nicht als Alleinherrscher. 29 Jahre nachdem er sich als FCL-Spieler unsterblich gemacht hat, ist er es auch als Präsident.

Das Telegramm:

St. Gallen - Luzern 1:3 (1:2)
Wankdorf, Bern. - SR Tschudi.
Tore: 27. Ndiaye (Schürpf) 0:1. 31. Wehrmann (Schaub) 0:2. 42. Adamu 1:2. 70. Schürpf (Tasar) 1:3.
St. Gallen: Zigi (65. Watkowiak); Lüchinger (46. Guillemenot), Stergiou (65. Cabral), Fazliji, Muheim; Görtler, Stillhart, Quintilla, Ruiz; Adamu (74. Babic), Youan (74. Duah).
Luzern: Müller; Schwegler, Burch, Knezevic, Frydek; Schaub (87. Grether), Wehrmann, Ugrinic, Ndiaye (55. Tasar); Schürpf, Sorgic.
Bemerkungen: St. Gallen ohne Kräuchi (verletzt). Luzern ohne Alabi, Binous, Ndenge und Schulz (alle verletzt).
Verwarnungen: 44. Ndiaye (Foul). 81. Guillemenot (Foul). 81. Knezevic (Unsportlichkeit). 92. Frydek (Foul).

(nih/sda)

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120 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Osteinwohner
24.05.2021 15:57registriert Mai 2018
Verlierer heute: SRF
30min Berichterstattung vor dem Spiel. Davon sieben Minuten über Huggel und den FCB. Halbzeitinterview über den SFV und den Cupfinal, anstelle ausführlicher taktischer Analyse.
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PB2102
24.05.2021 16:42registriert Februar 2020
Der VAR in der Schweiz ist ein Witz. Der Zuschauer sollte nachvollziehen können, warum der VAR so entscheidet. In der Premier League funktioniert es ja bestens, der Zuschauer sieht jeden Schritt des VAR und warum es zu dieser Entscheidung führt.
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mafussen
24.05.2021 14:45registriert November 2014
Ich tippe auf Sion... ja ja im Moment findet ihr das lustig, watet nur bis CC sich die Teilnahme und dann den Sieg gerichtlich holt ;-)
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