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Ceesay (l.) gelingt in der 95. Minute der Siegtreffer – der FCZ und seine Fans sind aus dem Häuschen.
Ceesay (l.) gelingt in der 95. Minute der Siegtreffer – der FCZ und seine Fans sind aus dem Häuschen.
Bild: keystone

Sion-Goalie bei 1:1 in St. Gallen angeblich rassistisch beleidigt +++ FCZ siegt in Derby

Am Samstag gab es in beiden Partien der Super League einen späten Treffer zu bejubeln. Ceesay schoss den FCZ im Derby gegen Aufsteiger GC zum Sieg, während Guillaume Hoarau in St. Gallen spät zum Ausgleich traf. Nach dem Spiel kam es zu einer Auseinandersetzung – Sion-Goalie Fayulu sei von den Fans rassistisch beleidigt worden.
21.08.2021, 23:0522.08.2021, 09:58

St. Gallen – Sion 1:1

Dank einem Kopfballtor von Altmeister Guillaume Hoarau zum 1:1 in der 93. Minute holt der FC Sion in St. Gallen einen nicht mehr erhofften Punkt. Nicolas Lüchinger brachte die Ostschweizer nach 64 Minuten voran.

Ein anständiges Spiel, in dem die St. Galler mit ihrer guten Leistung in der zweiten Halbzeit den Sieg verdient gehabt hätten, wurde nach dem Spiel unanständig. Es gab Palaver und Knäuel, Gelbe und Rote Karten gegen Funktionäre. Die Unparteiischen werden alles protokolliert haben. Dem Vernehmen nach entzündete sich alles daran, dass Sions Torhüter Timothy Fayulu von Ostschweizer Fans rassistisch beleidigt worden war.

«Falls es stimmt, ist das eine Frechheit von unseren Fans.»
Nicolas Lüchinger über die angeblichen Beleidigungen

Torschütze Lüchinger sprach im SRF-Interview über den Vorfall, als er von Serey Die unterbrochen wurde. Der Ivorer erzählte dem St. Galler von Beleidigungen und Affenlauten gegen Fayulu. Lüchinger reagierte schockiert: «So etwas geht gar nicht. Falls es wirklich so gewesen sein sollte, ist das unterste Schublade und eine Frechheit von unseren Fans.»

Zum Sportlichen: Die St. Galler gaben auch in ihrem zweiten Heimspiel der Saison in der Nachspielzeit einen sicher geglaubten Sieg aus der Hand. Gegen Luzern fingen sie auf diese Weise das 2:2 ein, gegen Sion nun das 1:1.

Die Highlights der Partie.

St. Gallens vermeintlicher Siegestorschütze war keiner, der aus Gewohnheit trifft. Nicolas Lüchinger wurde die längste Zeit von Verletzungen zurückgeworfen. Als er zurückgekehrt war, musste er auf der rechten Abwehrseite hinter anderen zurückstehen. Hinter Silvan Hefti und nach dessen Wechsel zu YB hinter Alessandro Kräuchi oder Euclides Cabral. Kräuchi ist jetzt seinerseits verletzt, und Lüchinger nutzte seine Chance im Match gegen Sion vollauf.

Lüchinger (r.) traf zur zwischenzeitlichen Führung der Gastgeber.
Lüchinger (r.) traf zur zwischenzeitlichen Führung der Gastgeber.
Bild: keystone

Mit diesem Tor steigerte sich die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler stark und dominierte in der letzten halben Stunde. Chancen für eine vorzeitige klare Entscheidung waren reichlich vorhanden.

«Wir hätten den Sieg verdient gehabt.»
FCSG-Coach Peter Zeidler

Eine schwache Rolle spielte der Videoschiedsrichter Fedayi San. Er schaltete sich nach einem offenen Foul von Nicolas Lüchinger an Sions Stürmer Filip Stojilkovic kurz nach der Pause im Fünfmeterraum nicht ein. Lüchinger hatte mit dem Fuss das Bein des Gegenspielers weggezogen und diesen aus dem Gleichgewicht gebracht. Schiedsrichter Lukas Fähndrich konnte es möglicherweise nicht sehen, aber San hatte die Fernsehbilder aus der besten Perspektive vor sich – und unternahm nichts. Auch in Sions Strafraum kam es in der zweiten Halbzeit zu einer strittigen Szene, bei der die St. Galler gerne einen Penalty gesehen hätten.

Die Sittener freuen sich über den späten Ausgleich.
Die Sittener freuen sich über den späten Ausgleich.
Bild: keystone

St. Gallen - Sion 1:1 (0:0)
11'927 Zuschauer. SR Fähndrich.
Tore: 64. Lüchinger (Youan) 1:0. 93. Hoarau (Cavaré) 1:1.
St. Gallen: Ati-Zigi; Lüchinger, Stergiou, Fazliji (53. Stillhart), Kempter; Diakité; Görtler, Youan (72. Duah); Ruiz (79. Staubli); Babic (46. Schubert), Besio (72. Guillemenot).
Sion: Fayulu; Cavaré, Saintini, Ndoye, Cipriano; Serey Die (69. Berdayes); Tosetti (69. Hoarau), Grgic (60. Zuffi), Baltazar (78. Araz), Bua; Stojilkovic (78. Theler).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Kräuchi (verletzt). Fazliji mit Verdacht auf Hirnerschütterung ausgeschieden. Sion ohne Itaitinga, Khasa, Iapichino, Doldur, Martic und Rodrigues (alle verletzt).
Verwarnungen: 43. Ruiz (Foul), 53. Grgic (Foul), 66. Baltazar (Foul), 68. Stillhart (Foul), 77. Stojilkovic (Foul), 80. Görtler (Foul).

FC Zürich – GC 2:1

Wenige Sekunden fehlen den Grasshoppers im Zürcher Derby, und sie hätten dem FCZ die ersten Punktverluste der Saison beigebracht. Aber Assan Ceesay erzielt beim letzten Angriff in der 95. Minuten das 2:1. Die Hoppers mussten fast die ganze zweite Halbzeit wegen eines Platzverweises gegen Amir Abrashi zu zehnt spielen.

«Ein solches Derby so zu gewinnen macht einfach Spass.»
Moritz Leitner nach seinem Debüt für den FCZ

Zürich und GC begannen das 275. Zürcher Derby so, als wollten sie den Fans sogleich alles bieten, was sie in den zwei Jahren und fast fünf Monaten ohne Derby verpasst hatten. In den ersten zehn Minuten fielen schon zwei Tore. Georg Margreitter nutzte in der 7. Minute die Situation, als der FCZ-Goalie Yanick Brecher einen Corner unzureichend abgewehrt hatte. Nur drei Minuten später war Antonio Marchesano nach einer Hereingabe von Assan Ceesay schneller zur Stelle als die Gegenspieler.

In der attraktiven Kadenz an Torszenen ging es indessen nicht weiter. Das Derby normalisierte sich zu einem Kampf, in dem man sich nichts schenkte. Ab der 47. Minute jedoch war nichts mehr wie vorher. Abrashi leistete sich innerhalb von weniger als einer Minute zwei törichte Fouls. Beim zweiten trat er seinen Gegenspieler – offenbar mit Absicht – auf den Rist. Schiedsrichter Urs Schnyder konnte nicht anders, als Abrashi Gelb-rot zu zeigen. Abrashis Verhalten war unwürdig, erst recht für den Mannschaftscaptain.

In Unterzahl zogen sich die Hoppers verständlicherweise zurück, wie sie es beim 0:0 bei YB über 90 Minuten getan hatten. Und wie in Bern konnte Trainer Giorgio Contini die Mannschaft so einstellen, dass sie – diesmal beinahe – ohne Gegentor über die Runden kam. Die FCZler machten wenig aus der zahlenmässigen Überlegenheit, obwohl Trainer André Breitenreiter verschiedene offensive Kräfte einwechselte. Ceesays Siegestor war nicht das Ergebnis einer Druckperiode.

«Es war nicht unser bestes Spiel, doch im Derby geht es nur darum, die Partie zu gewinnen. Wir haben lange in Überzahl gespielt, wo uns die Kreativität gefehlt hat. Wir haben zu statisch gespielt, aber wir haben bis zum Schluss daran geglaubt und uns am Ende belohnt.»
FCZ-Trainer André Breitenreiter

Wenn man ihre Leistung in der ersten Halbzeit heranzieht, darf man sagen: Die Hoppers 2.0 in der noch jungen Saison haben keine Ähnlichkeit mehr mit der desolaten Abstiegsmannschaft der Saison 2018/19. Basel, YB, FCZ - allen drei namhaften Gegnern haben sie in den ersten vier Runden alles abverlangt. Hinzu kommt der 3:1-Heimsieg gegen Lausanne-Sport.

Die weiteren Stimmen:

«Diese Emotionen gibt es nur bei den Derbys. Wir haben schon die ganze Woche gespürt, dass es ein besonderes Spiel wird. Nun in der 95. Minute noch zu gewinnen ist hervorragend. Es war ein schwieriges Spiel, GC ist viel gerannt und hat stark gekämpft. Doch am Ende zählt nur der Sieg, egal wie er zustande gekommen ist.»
Goalie Yannick Brecher (FCZ)
«Es war ein Fehler, das weiss Amir Abrashi sicher auch selbst. Doch wir haben auch in Unterzahl weiter gekämpft und am Ende unglücklich verloren. Das ist natürlich bitter. Das müssen wir jetzt erst einmal verarbeiten, doch dann geht es weiter.»
Petar Pusic (GC)

Zürich - Grasshoppers 2:1 (1:1)
14'896 Zuschauer. SR Schnyder.
Tore: 7. Margreitter (Herc) 0:1. 10. Marchesano (Ceesay) 1:1. 95. Ceesay (Gnonto) 2:1.
Zürich: Brecher; Omeragic, Mirlind Kryeziu, Aliti; Rohner (85. Gnonto), Doumbia, Leitner (61. Pollero), Guerrero; Marchesano; Krasniqi (70. Gogia), Ceesay.
Grasshoppers: Moreira; Arigoni, Margreitter, Toti; Bolla, Diani, Abrashi, Hoxha (78. Cvetkovic); Pusic (61. Kawabe), Herc (89. Gjorgjev); Campana (78. Momoh).
Bemerkungen: Zürich ohne Dzemaili, Tosin, Khelifi und Koide (alle verletzt). Grasshoppers ohne Bonatini, Demhasaj, Morandi, Nadjack (alle verletzt), Lenjani (krank) und Loosli (nicht spielberechtigt). 48. Gelb-rote Karte gegen Abrashi (Foul).
Verwarnungen: 16. Leitner (Foul), 47. Abrashi (Foul), 49. Mirlind Kryeziu (Unsportlichkeit), 49. Campana (Unsportlichkeit). (nih/sda)

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