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Basels Praesident Bernhard Burgener gruesst in die Raenge vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Sion im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 8. Dezember 2019. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bernhard Burgener ist nicht mehr Präsident des FC Basel, Bild: KEYSTONE

Baumgartner löst Burgener ab – das sind die wichtigsten Erkenntnisse der skurrilen FCB-GV

Erst um 21.32 Uhr veröffentlicht der FC Basel gestern auf seiner Homepage eine Videobotschaft von Bernhard Burgener. Der Eigentümer und abdankende Präsident erklärt darin in 2:15 Minuten die wichtigsten Ergebnisse aus der schriftlich durchgeführten GV. Doch er wirft auch Fragen auf, die vorerst unbeantwortet bleiben.

jakob weber / ch media



Was wir wissen:

Baumgartner ist der neue Präsident

Bernhard Burgener verkündet im Video, was zu erwarten war. Nämlich, dass Reto Baumgartner mit grosser Mehrheit zum Präsidenten gewählt wurde. Der gebürtige Aargauer schnürte in den 1990er-Jahren selbst für den FCB die Fussballschuhe. Sein Highlight war der Aufstieg in die NLA im Jahr 1994. Seit 2009 ist Baumgartner im Vereinsvorstand. Jetzt haben ihn die Mitglieder zum neuen Vereinspräsidenten gewählt.

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Reto Baumgartner ist der neue Präsident des FC Basel. bild: fcb.ch

Somit tritt Baumgartner die Nachfolge von Burgener an. Dessen Stimmanteile waren in den vergangenen drei Jahren stetig gesunken und lagen 2019 nur noch bei 65 Prozent. In diesem Jahr war Burgener wie auch CEO Roland Heri und Peter von Büren gar nicht mehr zur Wahl angetreten. Offiziell wegen der unnötigen Personalunion von Vereins- und Verwaltungsratspräsident. Inoffiziell aber wohl auch, um seiner eigenen Abwahl zuvorzukommen.

Burgener bleibt gleichwohl der starke Mann beim FC Basel. Er ist seit Sommer 2017 Hauptaktionär der FC Basel Holding AG und Verwaltungsratspräsident der AG.

2589 Mitglieder haben abgestimmt

Die Stimmen wurden über das Wochenende und bis Montagmittag ausgezählt. Das sind zwar deutlich mehr als an einer physischen GV, 2019 waren es beispielsweise 1515. Insgesamt hat der FCB aber mehr als 8000 Mitglieder. Mehr als zwei Drittel von ihnen haben sich entschieden, nicht zu wählen. Vielleicht auch, weil das auf dem schriftlichen Weg doch etwas zu komplex war.

Donzé und Kaiser bleiben im Vorstand

Neben Reto Baumgartner sitzen in Zukunft nur noch zwei weitere Mitglieder im Vorstand. Die bisherigen Benno Kaiser und Dominik Donzé. Burgener sagt im Video: «Alle anderen Kandidaten haben das absolute Mehr nicht erreicht.» Damit schafft es kein einziges Mitglied des Fünfertickets von «Yystoo» in den Vorstand. Silvia Schenker, Jo Vergeat, Patrick Fassbind, Tobias Adler und Daniel Schreier gehen ebenso leer aus wie die Spontanbewerber Dieter Bürge, Jean-Claude D. Gerber, Peter Hablützel, Felix Sutter und Peter Walker.

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Die Bewegung «Ystoo für e FCB» wird von den Mitgliedern kritisch beäugt. bild: yystoo.ch

Neue FCB-Statuten werden abgelehnt

Im Gegensatz zur Wahl des Vereinsvorstands folgen die FCB-Mitglieder hier der Empfehlung der Bewegung «Yystoo». Die unter der Leitung von Roland Heri überarbeitet und modernisierten Statuten wurden abgelehnt. Burgener sagt hierzu: «Viele Mitglieder wünschen sich die Behandlung dieses Traktandums an einer physischen GV.» Hier muss der FCB nochmals über die Bücher. Gemäss Burgener sollen überarbeitete Statuten an der nächsten GV, voraussichtlich im Frühsommer 2021, erneut zur Abstimmung vorgelegt und dann angenommen werden.

Baumgartner ist auch der Delegierte

Da die neuen Statuten abgelehnt wurden und offenbar auch der Antrag von Patrick Fassbind, ist der neue Präsident Reto Baumgartner gleichzeitig auch der Delegierte. Er vertritt die Interessen des Vereins im Verwaltungsrat der AG. Burgener freut sich nach eigener Aussage auf die Zusammenarbeit mit Reto Baumgartner, den er aus gemeinsamen Jahren im Vereinsvorstand gut kennt.

Burgener und Heri nicht zur Wahl empfohlen

Die Mitglieder empfehlen dem Delegierten in der AG, nicht für Bernhard Burgener als Präsident und Roland Heri als Verwaltungsrat zu stimmen. Lediglich Massimo Ceccaroni soll wiedergewählt werden. Durch dieses Votum entziehen die FCB-Mitglieder Eigentümer Burgener und CEO Heri das Vertrauen. Sie werden zwar auch ohne die Stimme des Delegierten wieder in den Verwaltungsrat gewählt werden. Doch die Mitglieder zeigen damit, dass sie mit der aktuellen Führung unzufrieden sind.

Bernhard Burgener, Praesident FC Basel, links, Roland Heri, rechts, CEO FC Basel nach dem Schweizer Fussball Cupfinalspiel zwischen dem FC Basel und dem FC Thun, am Sonntag 19. Mai 2019, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Auch CEO Heri wurde das Vertrauen entzogen. Bild: KEYSTONE

Was wir nicht wissen:

Genaue Zahlen

Der FCB verkündete gestern bis auf die Anzahl abstimmender Mitglieder keinerlei genaue Zahlen. So bleibt unter anderem offen, mit wie viel Prozent die Vorstandsmitglieder gewählt oder nicht gewählt wurden und wie viel Prozent der Mitglieder gegen die neuen Statuten waren. Diese Informationen will der Verein heute Dienstag kommunizieren.

Was sagen Gewinner und Verlierer?

Der neue Vereinspräsident Reto Baumgartner wird sich erst am Dienstag zu seiner Wahl äussern. Auch von «Yystoo» ist bislang noch keine Reaktion zu vernehmen.

Die Mannschaft des FC Basel bejubelt ein Tor vor rund 9750 Fans im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den FC Basel und dem FC Luzern am Sonntag, 4. Oktober 2020, im St. Jakob Park Stadion in Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Auf dass sich die dunklen Wolken am Basler Fussball-Himmel bald verziehen. Bild: keystone

Was ist mit «Yystoo»?

Etwas merkwürdig ist es dann doch. Bei den Statuten und der Wahlempfehlung für den Delegierten gegen Burgener und Heri folgen die FCB-Mitglieder den Empfehlungen der Bewegung «Yystoo». In den Vorstand wird dann aber keiner der fünf «Yystoo»-Kandidaten gewählt. Hier wird das grundsätzliche Misstrauen der Mitglieder deutlich.

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Die turbulente FCB-Zeit unter Präsident Burgener

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