Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Argentina's Lionel Messi signs an autograph for a fan who invaded the pitch during their international friendly soccer match against Hong Kong in Hong Kong October 14, 2014. Argentina won 7-0. REUTERS/Tyrone Siu (CHINA - Tags: SPORT SOCCER)

Sicher ist sicher: Dieser Flitzer holt sich die Unterschrift von Lionel Messi noch während dem Spiel. Bild: TYRONE SIU/REUTERS

Den Stars ganz nahe

Sie wollen eine Umarmung von Ronaldo oder eine Unterschrift von Messi? Dann versuchen Sie es doch mal als Flitzer!

Flitzer stürmen das Spielfeld, unterbrechen Partien und erhalten als Belohnung Unterschriften oder Umarmungen ihrer Vorbilder. Sie tun damit den Fussballern einen Gefallen – denn diese können vor Millionen Zuschauern beste Imagearbeit leisten.



Beim Freundschaftsspiel zwischen Kolumbien und Kanada stürmt Mitte Woche in der 82. Minute ein Flitzer das Feld. Die Platzordner sind sofort da, als der Störenfried zu Superstar James Rodriguez rennt. 

abspielen

James Rodriguez erfüllt einem Flitzer seinen Traum.  youtube/ITAxXGamerXx

Und was macht der Kolumbianer? Er winkt ab, hält den Flitzer am Arm, gibt ihm eine Unterschrift und knuddelt ihn sogar noch kurz. Das Publikum jubelt ihm zu, Millionen Fans vor dem Fernseher sind begeistert. James Rodriguez, der Mann mit dem grossen Herz!

Einheitlicher Umgang von Superstars mit den Flitzern

Rodriguez ist mit seiner Aktion bei Weitem nicht alleine. Fast täglich tauchen Videos von Fussballern auf, die sich auf dem Feld verständnisvoll und total nahbar zeigen. Vor zwei Wochen war es Ronaldinho, welcher einem Flitzer mitten auf dem Spielfeld das T-Shirt signierte. Ronaldinho, der Mann mit dem grossen Herz!

abspielen

Ronaldinho signiert während der Partie das T-Shirt eines Fans.  youtube/goal

Besonders herzlich im Umgang mit Flitzern ist Cristiano Ronaldo. Der Weltfussballer umarmte vor Jahresfrist einen Fan auf dem Spielfeld, liess ihn sogar erstaunlich lange etwas ins Ohr flüstern und erntete dafür von allen Seiten viel Respekt. Cristiano Ronaldo, der Mann mit dem grossen Herz!

abspielen

Die innige Umarmung von Cristiano Ronaldo mit einem Fan. youtube/Trendingsportnews

Sind die Superstars also allesamt einfach nur nett und haben vollstes Verständnis für die Störenfriede? Selbstverständlich nicht. Ohne den Fussballern ihre Menschlichkeit abzusprechen, ihr Verhalten ist vor allem eines: gut fürs Geschäft.

Natürlich wissen Ronaldo und Co., dass in diesen Momenten hunderte von Kameras auf sie gerichtet sind. Eine bessere Plattform, um am eigenen Image zu schleifen, gibt es praktisch nicht. Superfussballer, Menschen mit grossen Herzen!

abspielen

Von Lionel Messi gibt es ein ganzes Best-of Video zu seinem Umgang mit Flitzern. youtube/Messi theboss

Die Kehrseite der Medaille

Auch wenn der herzliche Umgang der Profis mit den Flitzern noch so schön anzusehen ist und schon so manchem Fan der Lebenstraum erfüllt wurde: Dass das «Platz-stürmen-und-Unterschrift-holen» tatsächlich klappt, fördert den Anreiz für weitere Fans, die internationalen Fussballplätze zu stürmen. Wo soll das enden?

Die Vorstellung, Fussballstars seien tatsächlich derart freundlich, ist zwar romantisch, aber auch sehr naiv. Versuchen Sie mal, abseits von Kameras eine Umarmung eines Superstars zu erhalten – es dürfte sehr schwierig werden. Sie müssen also schon aufs Ganze gehen und ein Spielfeld stürmen.

Nicht jeder Flitzer hat Glück

Die Idee, selbst über einen Platz zu flitzen, sollten sie trotzdem schnell wieder vergessen. Da drohen Ihnen nicht nur hohe Geldbussen, sie können auch mit den Fussballern Pech haben: Radoslav Kovac von Spartak Moskau stoppt einen Flitzer mit einer blitzsauberen Grätsche – und bekommt dafür die Gelbe Karte gezeigt. 

abspielen

Kovac macht kurzen Prozess. youtube/FootBlog

Sogar Rot sah der Alkmaar-Keeper Esteban Alvarad, als er sich gegen einen Angreifer tatkräftig wehrte. Die Partie gegen Ajax wurde anschliessend abgebrochen, da Alkmaar-Trainer Gertjan Verbeek den Platzverweis nicht akzeptierte.

abspielen

Selbst Schuld: Dieser Flitzer hat wohl nicht mit den Kampfkünsten von Esteban Alvarad gerechnet.  youtube/silentalarmactiv8

Um die wohl beste Reaktion auf einen Flitzer zu sehen, müssen wir allerdings die Sportart wechseln. Der Rugby-Spieler Olly Barkley zeigt ein blitzsauberes Tackling. Ich bin sicher: Dieser Mann hat ein ganz grosses Herz!

abspielen

Olly Barkley fackelt nicht lange und haut den Flitzer auf den Boden. youtube/dunc wise

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Unvergessen

Bei der Tragödie im Heysel-Stadion werden 39 Fussballfans zu Tode getrampelt

29. Mai 1985: Als alles vorbei ist, werden 39 Todesopfer gezählt. 454 Menschen sind teils schwer verletzt. Die Massenpanik im Brüsseler Heysel-Stadion erschüttert die Fussballwelt in ihren Grundfesten.

Es ist ein herrlich milder und sonniger Frühsommertag in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Beste äussere Bedingungen für ein grosses Spiel zwischen Liverpool und Juventus Turin im Europacup der Landesmeister. Alles deutet auf einen Final in ruhigen, geordneten Bahnen hin.

Niemand kann die Eskalation der Gewalt erahnen, die am Abend auf den Stehplatzrängen der altehrwürdigen Heysel-Arena zu einer der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte des Sportes führen sollte.

Was geschah damals? Wie …

Artikel lesen
Link zum Artikel