Schweiz
International

Trump lästert schon wieder über die Schweiz

Video: twitter/atrupar

«Wirkt ultra-perfekt, aber ist es gar nicht»: Trump lästert wieder über die Schweiz

US-Präsident Donald Trump hat die Schweiz als Beispiel für die Logik hinter seiner Zollpolitik benutzt. Das Land sei nur wegen den USA erfolgreich.
11.02.2026, 03:3111.02.2026, 09:15

Der Wohlstand von Ländern wie der Schweiz begründe darauf, dass es die USA zulasse, «dass sie uns ausnehmen», sagte er zum US-Sender Fox Business. Bei der Schweiz denke man an ein «ultra perfektes» Land, sagte Trump in dem am Dienstagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview. Das sei sie jedoch nur, weil die USA es ihr erlaube, viel Geld zu machen, sagte der US-Präsident. Er könne 40 weitere Länder nennen, bei denen dies auch der Fall sei.

Video: twitter/atrupar

Im Gespräch erwähnte Trump erneut das Handelsdefizit mit der Schweiz von 40 Milliarden Dollar. Auch das Telefongespräch von vergangenem Sommer mit der damaligen Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter griff Trump einmal mehr auf. Er glaube, es sei die «Premierministerin» gewesen, mit der er gesprochen habe, sagte der US-Präsident.

Wie bereits bei seiner Rede am Weltwirtschaftsforum in Davos GR im Januar erwähnte er, wie repetitiv Keller-Sutter gewesen sei. Sie habe mehrfach betont, dass die Schweiz ein kleines Land sei. «Ich bekam sie nicht vom Telefon weg», sagte Trump. Statt einer Reduktion habe er so die US-Importzölle auf 39 Prozent angehoben.

Finanzdepartement vertraut auf Einordnung der Bevölkerung

Im Herbst führten erneute Verhandlungen zu einer Entspannung der Situation. Unter anderem ein umstrittener Besuch Schweizer Wirtschaftsvertreter, die Trump teure Geschenke mitbrachten, führten zu einer Senkung der Zölle auf 15 Prozent.

President Donald Trump speaks about TrumpRx in the South Court Auditorium in the Old Eisenhower Executive Office Building on the White House campus, Thursday, Feb. 5, 2026, in Washington. (AP Photo/Al ...
Benutzt die Schweiz mittlerweile gerne als Beispiel: Donald Trump.Bild: keystone

Am WEF sagte der US-Präsident dazu, er habe den Zollsatz gesenkt, weil er den Menschen in der Schweiz nicht schaden wolle. Ähnlich wie im Interview mit dem US-Sender betonte er am WEF, dass die Schweiz ohne die USA «gar nichts» verdienen würde. Auf eine damalige Nachfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA teilte das Eidgenössische Finanzdepartement unter der Leitung von Keller-Sutter mit, es gehe davon aus, dass die Schweizer Bevölkerung Trumps Rede richtig einordnen werde.

Investitionen sind Teil des Zoll-Deals

Für den US-Präsidenten selbst geht seine Zollpolitik offenbar auf. Seither hätten viele Firmen, die die Zölle nicht bezahlen wollten, ihre Produktion in die USA verlagert, sagte er zu Fox Business. Auch die Schweizer Pharmakonzerne Roche und Novartis wollen in den USA zum Beispiel Milliarden in neue Werke investieren.

Die Investitionen sind Teil des mit der Trump-Regierung im November erzielten Zoll-Deals, der auch 200 Milliarden Dollar an Investitionen von Schweizer Firmen in den USA vorsieht. Im Gegenzug soll der US-Strafzoll auf zahlreiche Güter von 39 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden.

Die negativen Folgen der Politik, wie die anhaltende Inflation oder erschwerte Bedingungen für bereits in den USA ansässige Unternehmen, scheint Trump hingegen auszublenden.

(sda/con)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
277 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
ELMatador
11.02.2026 05:47registriert Februar 2020
Wenn Trump so viel über jemand oder etwas motzt, heisst dies in der Regel, dass man einiges Richtig macht.

Ich hoffe der Bundesrat knickt bei diese illegalen Zöllen nicht ein.
4723
Melden
Zum Kommentar
avatar
wideglide
11.02.2026 05:21registriert Oktober 2021
40 Länder ? Donnie - kennst Du überhaupt so viele ?
4265
Melden
Zum Kommentar
avatar
Yolo
11.02.2026 05:59registriert Mai 2015
Die USA sind nur deshalb reich, weil wir ihren Mist konsumieren und das zulassen. Wir, also die 40 Länder und der ganze Rest, könnten sonst mal die US-Bonds auf den Markt werfen und eine Runde TACO bestaunen. Eine Wurst hat immer zwei Enden.
3736
Melden
Zum Kommentar
277
Urteil gegen Meta und Google: Der wegweisende Fall in 4 Punkten
Ein Gericht in Los Angeles kam zum Schluss, dass Meta und YouTube fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Suchtrisiken informierten. Es wird als wegweisendes Urteil beschrieben. Aber wie geht es jetzt weiter?
Ein Gericht in Los Angeles hat Meta und Google erstmals für die psychischen Folgen von Social-Media-Sucht haftbar gemacht.
Zur Story