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YB Trainer Uli Forte macht sich seine Gedanken, aufgenommen am Samstag, 1. August 2015, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen gegen die Berner Young-Boys in der AFG Arena in St. Gallen. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Seine Zeit in Bern ist abgelaufen: Uli Forte. Bild: KEYSTONE

«Ich verstehe die Entscheidung des Vereins nicht» – Trainer Uli Forte bei YB entlassen

Uli Forte ist nicht mehr Trainer der Young Boys. Die Verantwortlichen der Berner haben sich per sofort vom 41-Jährigen getrennt. Der Coach hätte jedoch gerne bei YB weitergearbeitet. 



Ein Nachfolger Fortes ist noch nicht bekannt. Bis auf weiteres übernimmt Assistenztrainer Harald Gämperle die Leitung der ersten Mannschaft. Bereits am kommenden Sonntag steht für YB das wichtige Berner Derby gegen den FC Thun an.

Die Young Boys sind nach drei Runden in der Super League zwar noch ungeschlagen. Der Meisterschaftsanwärter wartet jedoch immer noch auf den ersten Saisonsieg und hat in der Tabelle bereits sechs Punkte Rückstand auf Titelverteidiger und Leader Basel. In der Qualifikation zur Champions League waren die Berner zuletzt chancenlos geblieben. YB unterlag Monaco in der dritten Runde mit dem Gesamtskore von 1:7 (1:3, 0:4). 

«Ich hätte sehr gerne bei YB weitergearbeitet.»

Uli Forte

Für Uli Forte kommt dieser Schritt zu früh, er kann den Entscheid der Klubleitung nicht verstehen: «Ich hätte sehr gerne bei YB weitergearbeitet. Aber leider ist dies nicht mehr möglich. Ich verstehe die Entscheidung des Vereins nicht, muss sie aber akzeptieren.»

Der Entscheid, sich so früh in der Saison vom Trainer zu trennen, fiel den Young Boys nicht leicht. Fast zwei Tage verstrichen seit dem 0:4 im Fürstentum Monaco bis zur Freistellung. Die ausführliche Analyse hatte den Verantwortlichen zum Schluss gebracht, dass die auf die neue Saison hin verstärkte Mannschaft neue Impulse braucht. «Wir sind mit grossen Hoffnungen in die neue Saison gestiegen, mussten aber erkennen, dass wir von unserem Weg abgekommen sind», sagte Sportchef Fredy Bickel. «Wir stehen vor sehr wichtigen Spielen und sind überzeugt, dass das Team frischen Wind braucht. Uli Forte war für uns der richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt. Aber jetzt müssen wir die Leitung in andere Hände geben.»

Weiter hält Bickel fest: «Im Sommer hatte ich noch ein gutes Gefühl, besonders in der ganzen Vorbereitung. Die ersten Zweifel kamen schon mit den ersten Spielen. Es gab dann sofort auch laute Töne in der Mannschaft. Vor dem jetzigen Entscheid haben wir mit allen gesprochen, auch mit den Spielern. Nach dem Entscheid haben wir die Spieler per SMS informiert, es ging nicht anders.»

Interimistisch übernimmt Harald Gämperle, Fortes Assistent, ab Freitag die Mannschaft. Unterstützung erhält Gämperle von Erich Hänzi, dem aktuellen U15-Trainer der Young Boys. Wie lange die Übergangslösung gültig sein wird, ist noch offen. Gämperle steht vor dem Erwerb der UEFA-Pro-Lizenz und wäre berechtigt, ein Super-League-Team zu führen.

Grosser Verschleiss

Seit jeher ist der Trainerstuhl in Bern unsicher, wenn auch nicht so unsicher wie jener in Sitten. Die Liste der Trainer der letzten zehn Jahre umfasst der Reihe nach die Namen Hans-Peter Zaugg, Gernot Rohr, Martin Andermatt, Vladimir Petkovic, Christian Gross, Martin Rueda, Bernard Challandes und Uli Forte. Die längste Amtszeit eines YB-Trainer seit Anfang der Siebzigerjahre umfasst vier Jahre. So lange geduldet wurden Kurt Linder (1973 bis 1977), Meister- und Cupsiegertrainer Alexander Mandziara (1984 bis 1988), Martin Trümpler (1994 bis 1998) und Marco Schällibaum (1999 bis 2003).

Zwischen 1997 und 1999, in den wilden Zeiten des zweimaligen Abstiegs in die damalige Nationalliga B, drückten sich elf Trainer und Trainergespanne im Wankdorf die Türfalle in die Hand. Zu ihnen zählten das YB-Urgestein Martin Weber sowie der Amateur Robert Schober, damals Gemeindeschreiber im oberaargauischen Ochlenberg. (si)

(si/cma)

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