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Géromino Rulli erlebte gegen Liverpool ein schwieriges Spiel.
Géromino Rulli erlebte gegen Liverpool ein schwieriges Spiel.Bild: keystone

Rullis schwacher Abend und Klopps «Quadruple-Mist» – das fiel in der Champions League auf

Villarreal träumt gegen Liverpool 45 Minuten lang von der spektakulären Wende. Am Ende setzt sich der Favorit trotzdem durch und zieht in den Champions-League-Final ein.
04.05.2022, 09:2504.05.2022, 13:15

Ein Funken Hoffnung

Vor der Partie setzte kaum jemand viel Geld auf Villarreal. «Das gelbe U-Boot», dessen grösste Stärke das Versenken gegnerischer Angriffe ist, hätte nach dem 0:2 im Hinspiel mit mindestens drei Toren Unterschied gegen das übermächtige Liverpool gewinnen müssen. Eine zu grosse Hypothek?

Doch die Zweifler wurden rasch eines Besseren belehrt. Boulaye Dia traf nach nur drei Minuten zum 1:0 und brachte das Madrigal-Stadion ein erstes Mal zum Kochen. Kurz vor der Pause stellte Francis Coquelin auf 2:0 und plötzlich war alles wieder offen.

Goalie-Ernüchterung

Doch nach der Pause änderte sich das Bild rasch. Plötzlich war Liverpool die spielbestimmende Mannschaft und die «Reds» erhielten Unterstützung von Villarreals Goalie Géronimo Rulli. Beim 1:2 von Fabinho und dem 2:2 von Luis Diaz wurde der 29-Jährige zwischen den Beinen erwischt. Beide Gegentreffer schienen zumindest haltbar.

Noch etwas schlimmer war der 3:2-Siegtreffer von Sadio Mané. Rulli kam weit raus, aber nicht vor dem Liverpooler Stürmer an den Ball. So lief der Villarreal-Keeper ins Leere und für Mané war es ein Leichtes, die Führung zu erzielen.

Es war die Fortsetzung von einer bislang schwierigen Saison für Rulli. Der Argentinier ist in dieser Saison der Goalie, der in den Top-5-Ligen und europäischen Wettbewerben die meisten Fehler begangen hat, die zu einem direkten Gegentor führten. Fünf Mal war dies bei Rulli bislang der Fall.

Penalty oder nicht?

Noch in der ersten Halbzeit, als vorwiegend Villarreal spielte, kam es zu einer strittigen Szene im Liverpool-Strafraum. Nach einem Pass in die Tiefe auf Giovani Lo Celso kam Goalie Alisson aggressiv raus und fällte den Gegner, spielte dabei aber auch den Ball.

Die strittige Szene im Video.Video: streamable

Villarreal wollte natürlich den Penalty, aber sowohl der Schiedsrichter als auch der Video-Assistent blieben stumm. Wohl ein richtiger Entscheid, insbesondere beim VAR. Nicht einmal Ex-Schiedsrichter Urs Meier konnte im «Blue»-Studio eindeutig beantworten, ob das jetzt ein Strafstoss sei oder nicht. Sein Fazit: «Kann man pfeifen, muss man aber nicht.»

Stimmen zum Spiel

Nach dem Schlusspfiff überwog bei Villarreal natürlich die Enttäuschung. Trainer Unai Emery sagte:

«Wir wollten mehr. Wir waren nahe dran an der Sensation, aber am Ende ging uns die Luft aus. Gerard Moreno hatte Schmerzen, konnte nicht sprinten. Dazu noch ohne Danjuma, uns hat einfach zu viel gefehlt.»

Bei Liverpool überwog die Freude über die Wende, auch wenn man lieber nicht über die erste Halbzeit sprechen wollte. «Die sollten wir so rasch wie möglich vergessen», sagte Abwehrchef Virgil van Dijk. Das frühe Gegentor habe ihnen natürlich nicht geholfen und Villarreal einen erheblichen Boost verpasst.

Video: streamable

Jürgen Klopp, Trainer der «Reds», versuchte das Positive zu sehen: «Nach einer schlechten ersten Halbzeit ist es einfach, sich zu steigern. Sie haben aggressiv gespielt und viele Räume offen gelassen, das versuchten wir den Spielern in der Pause zu erklären.»

Von einem möglichen Quadruple, also dem Gewinn von vier Titeln (Premier League, Champions League, FA Cup und Ligapokal) in einer Saison, wollte der Deutsche aber nichts wissen:

«Das mit diesem Quadruple-Mist ist Quatsch. Wir spielen am Samstag in der Meisterschaft gegen Tottenham, das ist im Moment die beste Kontermannschaft der Welt. Das wird eine echte Herausforderung. Wir spielen jedes Spiel, das auf dem Spielplan möglich war – mit Ausnahme der Champions-League-Qualifikation. Es gibt einen Grund, warum noch nie jemand das Quadruple gewonnen hat.»

Rekorde und Statistiken

Das gestrige Spiel war auch wieder der Ursprung einiger Rekordmarken und interessanter Statistiken. Dank Liverpool und Jürgen Klopp ist es etwa das fünfte Jahr in Folge, dass mindestens ein deutscher Trainer im Champions-League-Endspiel steht.

Die «Reds» selbst stehen zum zehnten Mal in ihrer Klubgeschichte im Final der Königsklasse und rücken damit in der internationalen Bestenliste auf Rang vier vor. Vor Liverpool sind nur noch die Bayern und AC Milan (je elf Finalteilnahmen) und Real Madrid (16 Finalteilnahmen).

Und zu guter Letzt schaffte Sadio Mané Historisches. Dank seines Treffers zum 3:2 für Liverpool ist der 30-Jährige jetzt der afrikanische Fussballer mit den meisten Toren (15) in der K.o.-Phase der Champions League. Er überholte Didier Drogba, der in seiner Karriere auf 14 Tore kam.

Der Wunschgegner

Liverpools Gegner im Champions-League-Final vom 28. Mai in Paris wird heute Abend zwischen Real Madrid und Manchester City ausgespielt. Wenn es nach Mohamed Salah ginge, wäre bereits klar, gegen wen die «Reds» antreten sollen: «Wenn es nach mir ginge, würde ich gegen Real Madrid spielen wollen. Ja, ich wünsche mir Real als Gegner.»

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Raembe
04.05.2022 09:58registriert April 2014
Rulli war schon im Hinspiel der klare Schwachpunkt in Villareal's Team. Entweder braucht er einen Mental Coach oder er ist einfach nicht gut genug.
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