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YBs Guillaume Hoarau verlaesst enttaeuscht den Platz im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Thun, am Mittwoch, 8. Juli 2020, im Stadion Wankdorf in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Guillaume Hoarau muss das Feld verletzt verlassen und bricht in Tränen aus. Bild: keystone

Auweia! Basel verliert auch in Sion, welches den 1. Sieg 2020 holt – YB gewinnt locker

Der FC Basel dürfte sich endgültig aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet haben. Während Meister YB die Pflicht im Berner Derby gegen Thun souverän mit 4:0 erfüllte, kassierten die Basler in Sitten (0:1) den nächsten Dämpfer.



Sion – Basel 1:0

Sion hat mit einem 1:0-Heimsieg gegen Basel drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg geholt. Derweil ist für die Gäste der Meisterzug wohl endgültig abgefahren.

35 Meisterschaftsspiele in Folge hatte Sion gegen Basel nicht mehr gewonnen, die drei Partien in dieser Saison gingen mit einem Torverhältnis von 1:10 verloren. Der letzte Walliser Sieg in der Super League datierte vom 30. November 2019 – ein 2:1 gegen Thun. In diesem Jahr unterlag Sion in sieben von zehn Ernstkämpfen, unter dem während der Corona-Pause zurückgeholten Trainer Paolo Tramezzani schaute in fünf Partien bloss ein Punkt heraus. Insofern sprach wenig bis nichts für die Gastgeber.

Sion zeigte jedoch, dass die Mannschaft intakt ist und ging in der 29. Minute verdient in Führung, wobei es nicht einer gewissen Logik entbehrte, dass Pajtim Kasami für den letztendlich entscheidenden Treffer verantwortlich zeichnete. Der offensive Mittelfeldspieler traf mit einer Direktabnahme, nachdem Jean Ruiz einen Eckball von Anto Grgic per Kopf verlängert hatte. Kasami, der ausserdem 71 Prozent der Zweikämpfe gewann, war zum zehnten Mal in der laufenden Meisterschaft erfolgreich.

Basel kam kurz vor der Pause dem Ausgleich zweimal sehr nahe, doch rettete Sions Verteidiger Jan Bamert sowohl gegen Valentin Stocker als auch gegen Fabian Frei auf der Linie. Ab der 55. Minute konnten die Gäste mit einem Mann mehr spielen, da Birama Ndoye mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz musste. Zwar hatte der FCB in der Folge sehr oft den Ball, wirklich gefährlich wurde er aber nicht. Die beste Möglichkeit zum 1:1 vergab Cabral in der 84. Minute, als er nach einem Rückpass von Stocker aus aussichtsreicher Position neben das Tor schoss.

Deception du le defenseur balois Jasper Van Der Werff lors de la rencontre de football du Championnat Suisse de Super League entre le FC Sion et le FC Basel 1893 le mercredi 8 juillet 2020 au stade de Tourbillon a Sion. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Jasper Van Der Werff kann es nicht fassen. Bild: keystone

Sion verteidigte die Führung mit sehr viel Leidenschaft und verdrängte Thun vom 8. Tabellenplatz. Der Vorsprung auf das Schlusslicht Neuchâtel Xamax beträgt nun vier Punkte. Für die Basler war die zweite Niederlage in den letzten drei Spielen wohl der entscheidende Rückschlag im Kampf um den Meistertitel. Sie liegen nun neun Zähler hinter Leader Young Boys, den der FCB am Samstag empfängt. St. Gallen kann die Differenz zu Basel mit einem Vollerfolg am Donnerstag in Lugano gar auf elf Punkte ausbauen.

Sion - Basel 1:0 (1:0)
1000 Zuschauer. - SR Schnyder. -
Tor: 29. Kasami (Ruiz) 1:0.
Sion: Fickentscher; Maceiras, Bamert, Ruiz (85. Kabashi), Facchinetti; Kasami, Ndoye, Grgic, Lenjani (67. Toma); Uldrikis, Stojilkovic (56. Zock).
Basel: Omlin; Widmer, Isufi (81. Marchand), Van der Werff, Petretta; Frei, Ramires (61. Oberlin), Campo (81. Ademi), Pululu (81. Riveros); Stocker, Cabral.
Bemerkungen: Sion ohne Baltazar (gesperrt), Raphael, Cavaré und Luan. Basel ohne Zuffi, Cömert, Xhaka, Van Wolfswinkel (alle verletzt) und Alderete (gesperrt). 55. Gelb-Rote Karte gegen Ndoye. Verwarnungen: 34. Ramires (Foul). 36. Uldrikis (Foul) 42. Ndoye (Foul). 56. Stojilkovic (Spielverzögerung). 65. Zock (Foul). 88. Toma (Foul).

Young Boys – Thun 4:0

Am Donnerstagabend erinnerte wenig an das nur zwei Wochen zurückliegende Berner Derby in Thun, das der Aussenseiter mit 1:0 hatte gewinnen können. Meister YB drückte der Partie im Wankdorf von Beginn weg den Stempel auf, während die Thuner von einem ähnlich mutigen Auftritt wie in ihrer Spielstätte sehr weit entfernt waren. Zwei Penaltytore durch Nicolas Moumi Ngamaleu (45./Hands) und Miralem Sulejmani (51./Foul) und eine Gelb-Rote Karte gegen Thuns Hassane Bandé sorgten für eine frühe Vorentscheidung des Spiels.

Nachdem die Gäste aus Thun während einer Halbzeit offensiv nicht in Erscheinung getreten waren, erwies sich Schiedsrichter Lukas Fähndrich just in dem Moment als Spielverderber, als die Thuner den gegnerischen Strafraum entdeckt hatten. Vier Minuten nach dem Wiederanpfiff taxierte der 35-Jährige einen Intervention von Bandé gegen YB-Captain Fabian Lustenberger im Thuner Strafraum als penaltywürdig, verwies den 21-jährigen Angreifer nach der zweiten Gelben Karte des Feldes und eröffnete Sulejmani das 2:0. Der Aktion um Bandé und Lustenberger war eine ähnliche Aktion im Berner Strafraum vorangegangen.

Aufgrund der geringen Erfolgsaussichten, zu zehnt beim heimstarken Meister ein 0:2-Handicap zu korrigieren, fokussierte Schneider in den verbleibenden vierzig Minuten bereits auf die nächste Aufgabe der Thuner. Im Hinblick auf die im Abstiegskampf wegweisende Heimpartie am Sonntag gegen Neuchâtel Xamax, schonte Schneider seine wichtigsten Kräfte und wechselte durch. Erneut Sulejmani (71.) und Gianluca Gaudino (90.) nutzten dies zu weiteren Treffern.

Einen ähnlichen Plan wie Schneider verfolgte nach dem 2:0 auch YB-Coach Gerardo Seoane, der bis zur 76. Minute sämtliche fünf Wechsel vollzog. Ein erstes Mal war er jedoch schon nach einer halben Stunde zum Wechseln aufgefordert. Guillaume Hoarau musste in seinem erst neunten Einsatz in der Startformation in dieser Saison früh aufgrund einer Verletzung durch den späteren Doppeltorschützen Sulejmani ersetzt werden. Unter Tränen verliess der 36-jährige Franzose, dessen Vertrag Ende Saison ausläuft, den Platz.

Young Boys - Thun 4:0 (1:0)
1000 Zuschauer. - SR Fähndrich. -
Tore: 45. Moumi Ngamaleu (Handspenalty) 1:0. 50. Sulejmani (Foulpenalty) 2:0. 71. Sulejmani (Elia) 3:0. 90. Gaudino (Elia) 4:0.
Young Boys: Von Ballmoos; Bürgy, Lustenberger (59. Elia), Zesiger; Lotomba (59. Janko), Aebischer (76. Martins), Sierro, Lefort; Fassnacht, Hoarau (34. Sulejmani), Moumi Ngamaleu (59. Gaudino).
Thun: Faivre; Glarner, Havenaar, Stillhart, Nias Hefti (73. Kablan); Bertone (59. Fatkic); Karlen (59. Tosetti), Hasler; Castroman (73. Ahmed); Bandé, Munsy (66. Chihadeh).
Bemerkungen: Young Boys ohne Nsame (gesperrt), Lauper, Sörensen, Garcia und Petignat (alle verletzt). Thun ohne Roth (gesperrt), Salanovic, Rapp und Sutter (alle verletzt). 35. Hoarau verletzt ausgeschieden. 50. Gelb-Rote Karte gegen Bandé (Foul). Verwarnungen: 16. Bandé (Foul). 34. Sierro (Foul). 45. Glarner (Hands). 68. Chihadeh (Foul).

Servette – Luzern 2:0

Servette hat sich in der 29. Runde den 3. Platz der Super League zurückerobert. In Genf bezwang der Aufsteiger den FC Luzern trotz 45-minütiger Unterzahl 2:0.

Drei Sekunden genügten Alex Schalk, um sich in Genf vom Mann des Spiels zum Deppen der ersten Halbzeit zu machen. Gemeinsam mit Miroslav Stevanovic hatte der 27-jährige Niederländer (1 Tor/1 Assist) den Gast aus Luzern während 45 Minuten vorgeführt, ehe er sich in der letzten Aktion vor der Pause einen Aussetzer leistete. Ein überhartes Einsteigen von Marco Bürki gegen Teamkollege Stevanovic quittierte Schalk mit einem so heftigen Rempler, dass ihn Schiedsrichter Lionel Tschudi dafür mit Rot vom Feld schickte.

Luzern's players (white) and Servette's players react, during the Super League soccer match of Swiss Championship between Servette FC and Luzern, at the Stade de Geneve stadium, in Geneva, Switzerland, Wednesday, July 8, 2020. All Super League soccer matches of Swiss Championship are played to behind the semi closed doors (only 1000 persons can be present in the stadium) due to preventive measure against a second wave of the coronavirus COVID-19. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Viele Emotionen in der Partie zwischen Servette und Luzern. Bild: keystone

Eine Aktion, aus der die Luzerner zum Glück für den Genfer Offensivkünstlers keinen Profit schlagen konnten. Das beste Super-League-Team der Rückrunde konnte trotz der langen Überzahl nicht wiederholen, was ihm vor zehn Tagen gegen denselben Gegner geglückt war: Zählbares aus einem 0:2-Pausenrückstand mitnehmen. Die Genfer verdienten sich ihren ersten Sieg seit dem Meisterschaftsneustart mit einer bärenstarken ersten Halbzeit, in der sie Schalk bereits nach fünf Minuten in Front brachte und Stevanovic – auf Pass von Schalk – kurz vor der Pause verdientermassen auf 2:0 erhöht hatte.

Servette - Luzern 2:0 (2:0)
1000 Zuschauer. - SR Tschudi. -
Tore: 4. Schalk (Iapichino) 1:0. 44. Stevanovic (Schalk) 2:0.
Servette: Frick; Sauthier, Routis, Rouiller (79. Sasso), Iapichino (79. Maccoppi); Stevanovic, Cognat (79. Koné), Ondoua, Tasar (37. Imeri); Kyei (67. Cespedes), Schalk.
Luzern: Müller; Lucas, Knezevic, Bürki (46. Kakabadse); Grether (80. Binous), Schulz, Emini (87. Marleku), Schürpf; Matos, Margiotta, Eleke.
Bemerkungen: Servette ohne Gonçalves und Severin (beide verletzt). Luzern ohne Schwegler, Bruch, Males, Ndenge und Ndiaye (alle verletzt). 37. Tasar verletzt ausgeschieden. 45. Rote Karte gegen Schalk (Tätlichkeit). 45. Rote Karte gegen Geiger (Trainer Servette/Reklamieren). 95. Rote Karte gegen Knezevic (Foul). 80. Lattenkopfball Schürpf. Verwarnungen: 45. Bürki (Foul). 83. Kakabadse (Foul).

Die Tabelle

(zap/sda)

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