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Serie-A-Klubs und Atlético steigen aus – auch Agnelli glaubt nicht an Super-League-Zukunft



Nach den sechs englischen Klubs sind mit Atlético Madrid, Inter Mailand und der AC Milan am Mittwochmittag drei weitere Klubs aus der European Super League (ESL) ausgestiegen. Für Atlético sei die «Eintracht zwischen allen Angehörigen der rotweissen Familie das Wichtigste», hiess es in einem Statement.

Auch Inter erklärte den Schritt: Man wolle den Fans stets das beste Fussballerlebnis bieten. Die «Nerazzurri» seien der Ansicht, dass der Fussball ein Interesse daran haben müsse, seine Wettbewerbe ständig zu verbessern, um Fans aller Altersgruppen auf der ganzen Welt im Rahmen zu begeistern, stand in ihrer Erklärung.

«Wir haben die Einladung der Super League mit der echten Absicht angenommen, den bestmöglichen europäischen Wettbewerb für Fussballfans auf der ganzen Welt zu schaffen», hiess es Milan-Statement. «Veränderungen sind nicht immer einfach, aber für den Fortschritt ist Evolution notwendig. Die Stimmen und die Besorgnis der Fans auf der ganzen Welt waren jedoch deutlich und der AC Mailand muss sensibel für die Stimme derer sein, die diesen wunderbaren Sport lieben. Wir werden weiterhin hart daran arbeiten, ein nachhaltiges Modell für den Fussball zu liefern.»

Etwas anders handhabt Juventus Turin das Scheitern der Super League. In seinem Communiqué betont der italienische Rekordmeister, dass man zwar weiterhin von der Solidität der sportlichen, kommerziellen und rechtlichen Voraussetzungen des Projekts überzeugt sei, die Chancen, es in seiner ursprünglich geplanten Form durchzubringen, derzeit jedoch begrenzt seien. Juve sei aber weiterhin bestrebt eine «langfristige Wertschöpfung für das Unternehmen und die gesamte Fussballbranche zu erzielen».

Agnelli konsterniert

Während die Super League immer weiter in ihre Einzelteile zerfällt, hat Mitbegründer und Juve-Präsident Andrea Agnelli erklärt, dass die Liga nach dem Rückzug der acht Vereine nicht mehr weitergeführt werden kann. Auf die Frage, ob das Projekt nach den Ausstiegen noch stattfinden könnte, sagte Agnelli gegenüber einem Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters: «Um offen und ehrlich zu sein, nein, das ist offensichtlich nicht der Fall.»

Mit bestenfalls fünf oder sechs Klub könne die Idee nicht umgesetzt werden, so Agnelli. «Ich bleibe aber überzeugt von der Schönheit dieses Projekts. Doch ich muss zugeben, dass dieses Projekt jetzt nicht mehr läuft.»

Noch am Mittwochmorgen berichtete «La Repubblica», dass der Juve-Boss weiter an die neue Superliga glaube: «Zwischen unseren Klubs gibt es eine Blutsbrüderschaft, wir machen weiter», wurde Agnelli dort zitiert.

Juventus president Andrea Agnelli reacts prior to the Serie A football match between AC Milan and Juventus FC at stadio San Siro in Milan  Italy , July 7th, 2020. Play resumes behind closed doors following the outbreak of the coronavirus disease. Photo Federico Tardito / Insidefoto federicoxtardito

Juve-Boss Agnelli. Bild: www.imago-images.de

Auch Real-Präsident Florentino Perez denkt nicht ans Aufgeben. In einem Communiqué sprach der Initiator der Eliteliga lediglich davon, das Projekt umgestalten zu wollen: «Trotz des angekündigten Abzugs der englischen Klubs, die diese Entscheidung aufgrund des öffentlichen Drucks treffen mussten», sei man überzeugt davon, dass die Super League eine Zukunft habe.

«Wir wollen uns Gedanken machen, wie wir das Projekt restrukturieren können. Dabei haben wir immer das Ziel, den Fans die bestmögliche Unterhaltung zu bieten, während wir zeitgleich mittels Solidaritätszahlungen der gesamten Fussballgemeinschaft helfen.» (pre)

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