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Umstrittene Szene: Nach VAR-Intervention gab es keinen Penalty für Lausannes Turkes.
Umstrittene Szene: Nach VAR-Intervention gab es keinen Penalty für Lausannes Turkes.Bild: keystone

Welsch ein Sonntag! Lausanne, Servette und Sion gewinnen

Um Vaduz, das Schlusslicht der Super League, wird es langsam einsam. Im Direktduell distanzierte sich auch der Zweitletzte FC Sion, der nun fünf Punkte vor den Liechtensteinern liegt.
20.12.2020, 20:18

Lausanne – Luzern 2:1

«Es kann nicht sein, dass ihr in der Schweiz nur einen einzigen guten Schiedsrichter habt! Das kotzt mich einfach an, das ist ein Witz», ärgerte sich Luzerns Goalie Marius Müller im SRF. Der Deutsche war ausser sich, denn Lausannes Ausgleich hätte aus Luzerner Sicht nicht fallen dürfen. Evann Guessand traf für die Waadtländer nach einem Eckball, der fälschlicherweise gepfiffen wurde, wie die Fernsehbilder klar belegten. Eckball-Entscheide dürfen vom VAR gemäss Reglement nicht korrigiert werden, weshalb es an der Rechtmässigkeit des Treffers nichts zu rütteln gibt.

Noch grösser wurde die Frustration im Team von Fabio Celestini, als der Norwerger Rafik Zekhnini fünf Minuten später gar das entscheidende 2:1 erzielte.

Die Luzerner waren nach 35 Minuten und einem missglückten Abschlag von Lausanne-Keeper Mory Diaw durch Pascal Schürpf in Führung gegangen, hatten in der Folge aber weitere günstige Chancen verstreichen lassen. Die beste Möglichkeit vergab Louis Schaub in der 65. Minute als er alleine vor dem Tor am stark reagierenden Diaw scheiterte.

Luzerns Ugrinic macht Puertas die Türe zu.
Luzerns Ugrinic macht Puertas die Türe zu.Bild: keystone

FCL-Keeper Müller kritisierte deshalb nicht nur die Unparteiischen. Er sagte auch: «Wir haben es uns selber zuzuschreiben. Wir haben die Ecke, die daraus resultiert scheisse verteidigt.» Zudem hätten sie ihre Chancen wie schon in den Wochen zuvor nicht richtig auszunützen gewusst.

Lausanne-Sport - Luzern 2:1 (0:1)
5 Zuschauer. - SR Piccolo.
Tore: 35. Schürpf (Schaub) 0:1. 52. Guessand (Flo) 1:1. 57. Zekhnini (Flo) 2:1.
Lausanne-Sport: Diaw; Boranijasevic, Monteiro, Nanizayamo (73. Loosli), Flo; Kukuruzovic, Barès (90. Trazié Thomas); Puertas; Zekhnini (79. Zohouri), Turkes, Guessand (90. Brazão).
Luzern: Müller; Sidler (71. Schwegler), Lucas (83. Emini), Knezevic, Frydek; Schulz; Ugrinic, Schulz, Schaub (70. Alounga); Tasar (62. Ndiaye), Schürpf; Sorgic.
Bemerkungen: Lausanne-Sport ohne Falk und Geissmann (beide verletzt). Luzern ohne Binous, Burch, Ndenge (alle verletzt). 8. Lattenschuss Schürpf. Verwarnungen: 24. Boranijasevic (Foul). 52. Müller (Reklamieren). 84. Emini (Foul).

Sion – Vaduz 2:1

Ein Match, der lange auf ein sicheres 0:0 hinauslief, brachte in den letzten 20 Minuten drei gerecht verteilte Tore. Sion besiegte Vaduz 2:1, weil es das weniger schwache Team war.

Die Vaduzer erzielten nach 76 Minuten durch Gabriel Lüchinger das wunderbar herausgespielte 1:1. Das Tor, so schön es war, kam aus heiterem Himmel, aber immerhin konnte die Mannschaft von Trainer Mario Frick damit eine torlose Zeit beenden, die 464 Minuten lang gedauert hatte. Mehr lag für die Liechtensteiner nicht drin. Denn sie spielten gegen den Zweitletzten der Super League kaum besser, als sie es bei ihren letzten vier Niederlagen getan hatten.

Endstation Benjamin Büchel: Sions 18-jähriges Talent Yamato Watatsuki.
Endstation Benjamin Büchel: Sions 18-jähriges Talent Yamato Watatsuki.Bild: keystone

Die Sittener konnten trotz des Sieges nicht an ihre überzeugende Leistung beim jüngsten 1:1 in Genf gegen Servette anknüpfen. Für die drei Punkte, dank denen sie den Rückstand auf das achtplatzierte Luzern auf zwei Punkte verkleinerten, reichte es dennoch.

Trotz der Überlegenheit hatten die Walliser grosse Mühe, sich gute Chancen zu erarbeiten. Vielleicht bezeichnenderweise trafen zwei Spieler, die vorher im Tenü des FC Sion noch nie getroffen hatten: Christian Zock und Ayoub Abdellaoui. Der algerische Verteidiger erzielte in der 90. Minute mit einem haltbar scheinenden Weitschuss das 2:1.

Trauer im Ländle
Liechtensteins Ex-Nationaltrainer Dietrich Weise ist tot. Der Deutsche starb am Sonntag im Alter von 86 Jahren, wie seine Ehefrau bestätigte. Mit Eintracht Frankfurt gewann Weise als Trainer in den Siebzigerjahren zweimal den DFB-Pokal. Unter ihm bestritt Liechtenstein 1994 das erste Qualifikationsspiel der Geschichte. (ram/sda)

Sion - Vaduz 2:1 (0:0)
SR Dudic.
Tore: 72. Zock (Wakatsuki) 1:0. 76. Lüchinger (Obexer) 1:1. 90. Abdellaoui (Theler) 2:1.
Sion: Fayulu; Bamert, Ruiz (46. Zock), Abdellaoui; Serey Die, Theler, Araz, Grgic (78. Khasa), Iapichino; Wakatsuki (78. Doldur), Uldrikis.
Vaduz: Büchel; Schmied, Schmid, Simani; Dorn, Cicek, Wieser, Prokopic (75. Gajic), Hug (72. Obexer); Lüchinger; Santin (64. Djokic).
Bemerkungen: Sion ohne Ndoye (gesperrt), Clemenza, Hoarau, Luan, Andersson und Kabashi (alle verletzt). Vaduz ohne Sutter und Coulibaly (beide verletzt). Verwarnungen: 5. Prokopic (Foul), 17. Ruiz (Foul), 29. Wieser (Foul), 51. Lüchinger (Foul). 58. Grgic (Foul), 84. Zock (Foul).

FC Zürich – Servette 0:1

Wie bei der 1:2-Niederlage in Genf hat der FC Zürich gegen Servette auch die Revanche im Letzigrund in den letzten Minuten verloren. Timothé Cognat schoss Servettes 1:0 nach 86 Minuten.

Ab durch die Mitte: Zürichs Antonio Marchesano.
Ab durch die Mitte: Zürichs Antonio Marchesano.Bild: keystone

Die Gefährlichkeit der Zürcher beschränkte sich die meiste Zeit auf Aktionen von Aiyegun Tosin. Der junge Nigerianer erspielte sich mit die beste Torchance der Partie nebst dem Treffer. Kurz vor der Pause umspielte er Servettes Goalie Jérémy Frick. Er hätte sofort einschieben können, aber er vertändelte den Ball und traf diesen aus spitzem Winkel nicht mehr richtig.

Das nach wie vor Positive in der Zürcher Mannschaft unter Trainer Massimo Rizzo ist die Defensivleistung, zu der auch der von der Quarantäne zurückgekehrte Becir Omeragic in der Innenverteidigung beitragen konnte. Dennoch konnte der FCZ die «Null» nicht halten. Die Servettiens starteten weit mehr Angriffe als die Zürcher, aber gefährlich durchspielen konnten sie sich kaum je. So wäre denn ein 0:0 das logische Ergebnis dieses wenig ansehnlichen Spiels gewesen.

Von der Tribüne aus verfolgt FCZ-Rückkehrer Blerim Dzemaili seine neuen Kollegen.
Von der Tribüne aus verfolgt FCZ-Rückkehrer Blerim Dzemaili seine neuen Kollegen.Bild: keystone

Servettes Trainer Alain Geiger wird froh darüber sein, dass die Winterpause naht, denn die Liste der bedeutenden Absenzen wird immer länger. In Zürich konnte er weder auf den Schlüsselspieler Miroslav Stevanovic noch auf die ebenfalls verletzten Alex Schalk (Doppeltorschütze beim Sieg gegen YB), Kastriot Imeri oder Koro Koné zählen. Zudem gab Geiger dem überbelasteten Innenverteidiger Steve Rouiller eine Pause.

Zürich - Servette 0:1 (0:0)
SR Fähndrich.
Tor: 86. Cognat (Diallo) 0:1.
Zürich: Brecher; Wallner, Sobiech, Omeragic, Aliti; Domgjoni (46. Hekuran Kryeziu), Doumbia; Tosin, Marchesano (77. Rohner), Schönbächler (86. Gnonto); Ceesay (64. Kramer).
Servette: Frick; Sauthier, Vouilloz, Severin, Clichy; Ondoua; Cognat, Valls (93. Holcbecher); Diallo, Kyei (70. Mendy), Antunes (36. Fofana).
Bemerkungen: Zürich ohne Nathan (gesperrt), Kololli, Britto (beide verletzt) und Janjicic (krank). Servette ohne Cespedes (gesperrt), Stevanovic, Schalk, Imeri, Koné, Sasso, Ricky und Henchoz (alle verletzt). Antunes verletzt ausgeschieden. Verwarnungen: 18. Kyei (Foul), 31. Tosin (Foul), 36. Ondoua (Foul), 50. Ceesay (Foul), 73. Vouilloz (Foul), Sauthier (Foul).

Die Tabelle

(ram/sda)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Norman Sutter
20.12.2020 18:17registriert Juni 2019
Hoffe Marius Müller erhält keine Strafe für das Aussprechen der Wahrheit. Wenn man sich schon nur ansieht was für Fehlentscheidungen es dieses Wochenende wieder gab...
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Cupsieger Maxi
20.12.2020 18:06registriert Dezember 2014
Schade hat die Schweiz nur einen guten Schiri.... GRANDE MÜLLER!
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