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Keine Final-Reprise von 2021 – Lugano und St.Gallen stehen im Cupfinal

Lugano's players celebrate at the end of the Swiss Cup semifinal soccer match FC Lugano against FC Luzern, at the Cornaredo stadium in Lugano, Thursday, April 21, 2022. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel  ...
Zweimal den Last-Minute-Ausgleich kassiert und doch gewonnen – Lugano steht im Cupfinal.Bild: keystone

Lugano gewinnt Cup-Krimi gegen Luzern nach Penaltys – im Final wartet St.Gallen

Luzern schafft im Cup-Halbfinal gegen Lugano zweimal den Last-Minute-Ausgleich und scheitert dann trotzdem im Penaltyschiessen. Lugano steht zum 9. Mal im Cupfinal, wo man auf den FC St.Gallen trifft. Die Ostschweizer setzten sich bei Challenge-Ligist Yverdon souverän mit 2:0 durch.
21.04.2022, 23:0921.04.2022, 23:25
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Yverdon – St.Gallen 0:2

Mit Zürich und Lausanne waren in dieser Saison schon zwei Super-League-Teams in Yverdon gescheitert – St.Gallen war also gewarnt. Trotzdem fanden die Ostschweizer nur langsam ins Spiel. Das 1:0 fiel erst in der 52. Minute: Nach einer Hereingabe von Kwadwo Duah traf Guillemenot vor dem leeren Tor zunächst nur den Pfosten, von dort kam der Ball zurück in seine Füsse und im zweiten Versuch war er dann erfolgreich.

Peter Zeidler:

«Wir waren sehr nervös in der ersten Halbzeit. Auch der Start in die zweite Halbzeit gelang uns nicht optimal. Das 1:0 war dann eine Befreiung.»

So umständlich der Ball den Weg zum 1:0 ins Tor fand, so schwer tat sich der FC St. Gallen beim Zweitletzten der Challenge League. Der Favorit wirkte nervös und unsicher. Nie konnte er dauerhaft Druck erzeugen. Die wenigen guten Torchancen in der ersten Halbzeit vereitelte Yverdons Goalie Kevin Martin mit viel Klasse bei einem abgefälschten Schuss von Quintilla und mit Glück im Duell gegen Duah.

Nach der Pause war St.Gallen effizienter und belohnte sich für seine mit Abstand beste Phase: Jordi Quintilla traf sechs Minuten nach dem ersten Tor und drei Minuten nach dem Lattenschuss von Patrick Sutter zum 2:0. Der von Basel zurückgekehrte Mittelfeldspieler zirkelte einen Freistoss perfekt an der nicht optimal gestellten Mauer vorbei.

Die Anspannung des in diesem Jahr so überzeugenden FC St. Gallen löste sich auch mit dem Zweitore-Vorsprung nicht. Yverdon mit seinen vielen routinierten Spielern und seinem Trainer Uli Forte, Cupsieger mit dem FCZ und GC, tat sein Möglichstes und drückte in der der letzten halben Stunde auf den Anschlusstreffer, ohne dabei aber zu den ganz gefährlichen Torchancen zu kommen. Vor der Kulisse von 4500 Zuschauern – so vielen wie seit 16 Jahren nicht mehr – blieb die grosse Spannung schliesslich aus.

Peter Zeidler:

«Es ist ein grosser Moment für die Spieler, das Team und die Fans. Wir haben uns nach der Niederlage gegen Luzern im letzten Jahr gesagt, wir wollen die Final-Qualifikation wiederholen, wenn Fans ins Stadion dürfen. Wir freuen uns auf ein Fest.»

St.Gallen steht am 15. Mai zum sechsten Mal in einem Cupfinal. Nur einmal konnte man auch den Titel holen (1969). Im letzten Jahr unterlag die Mannschaft von Peter Zeidler dem FC Luzern.

Yverdon - St.Gallen 0:2 (0:0)
4500 Zuschauer. - SR Fähndrich.
Tore: 54. Guillemenot (Duah) 0:1. 60. Quintilla 0:2.
Yverdon: Martin; Sauthier, Hajrovic (46. Eleouet), Rodrigues, Gétaz; Ninte (11. Malula), Zock (60. Lusuena), Silva; Fargues (71. Kabacalman); Koné, Beleck (60. Beyer).
St.Gallen: Watkowiak; Sutter, Stergiou, Maglica, Schmidt (86. Cabral); Görtler, Quintilla, von Moos; Ruiz (74. Fazliji); Guillemenot (74. Toma), Duah (86. Schubert).
Bemerkungen: Yverdon ohne Salvi und Le Pogam (beide verletzt). St. Gallen ohne Münst, Stillhart und Witzig (alle verletzt). 57. Lattenschuss von Sutter. Verwarnungen: 29. Schmidt (Foul). 50. Fargues (Foul). 67. Lusuena (Foul). 70. Gétaz (Unsportlichkeit).

Le milieu st-gallois Lukas Goertler, gauche, et ses coequipiers celebrent la victoir avec leurs fans a la fin de la demi-finale de la Coupe de Suisse de football entre le club de Challenge League Yver ...
Zum zweiten Mal in Serie im Cupfinal: St.Gallen ist zum Cup-Monster geworden.Bild: keystone

Lugano – Luzern 6:5 n.P.

Luzern kann sich ab sofort auf den Abstiegskampf fokussieren. Der Titelverteidiger scheitert im verrückten und hoch spannenden zweiten Halbfinal des K.o.-Wettbewerbs in Lugano im Penaltyschiessen. Für Lugano ist es die erste Titelchance seit 2016.

Was für ein Auf und Ab, was für Stehauf-Qualitäten des FC Luzern, was für ein Happy-End für das Heimteam und die 6390 Zuschauer in dem (dank Spezialpreis) zum ersten Mal seit langer Zeit in einem Pflichtspiel ausverkauften Cornaredo. Lugano führte sowohl kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit als auch kurz vor Ende der Verlängerung. Zweimal flatterten aber die Nerven, zweimal belohnten sich die Gäste für ihren Kampfgeist, den sie nicht zum ersten Mal in den letzten Wochen an den Tag legten.

In der 89. Minute rettete Silvan Sidler die Innerschweizer in die Verlängerung. Später schaffte der Titelverteidiger das 2:2 in der 119. Minute und kam so ins Penaltyschiessen. In diesem verwertete Zan Celar den entscheidenden Versuch zum 4:3. Der Slowene hatte zuvor Lugano zweimal in Führung gebracht.

Getragen Publikum waren die Luganesi über weite Strecken die bessere Equipe auf dem Platz, aber nur so lange sie nicht in Führung lagen. Den ersten vermeintlich erlösenden Treffer erzielte Celar in der 72. Minute per Abstauber, den zweiten mittels Handspenalty zu Beginn der Verlängerung. Luzerns Martin Frydek hatte den Ball mit einer unglücklichen Bewegung an den Arm gekriegt.

Die Luzerner, die in der Meisterschaft zuletzt gegen GC aus einem 0:2 ein 2:2 und gegen St. Gallen aus einem 1:2 ein 3:2 gemacht hatten und mit rund 1500 heimischen Fans im Schlepptau angereist waren, riefen ihre grösste Stärke auch im Tessin ab und gaben sich bis zum Ertönen des Schlusspfiffs nicht geschlagen. Anders als in der Liga gab es für die späten Tore keinen Punkt. Die Zentralschweizer können die Kräfte im Saison-Endspurt nun voll auf den Kampf um den Ligaerhalt bündeln. Aufgrund der völlig missglückten Vorrunde sie in der Super League auf dem Barrageplatz.

Der erneute Finaleinzug wäre angesichts des Geschehens an diesem Donnerstagabend im Tessin auch gar schmeichelhaft gewesen – auch wenn die unter Trainer Mario Frick erstarkte Mannschaft in Rückstand liegend jeweils zu mehreren Ausgleichschancen und schliesslich aus den Ausgleichstoren kam. Unter anderem hatte Varol Tasar, im Vorjahr noch Luzerns Halbfinal-Held gegen Aarau, sechs Minuten vor Ende der turbulenten Verlängerung aus bester Position an die Latte geschossen. Am Ende waren aber Filip Ugrinic und Pascal Schürpf mit ihren vergebenen Penaltys die tragischen Figuren.

Lugano - Luzern 2:2 (1:1, 0:0) n.V., 4:3 i.P.
6390 Zuschauer. - SR San.
Tore: 72. Celar 1:0. 89. Sidler (Schürpf) 1:1. 93. Celar (Handspenalty) 2:1. 119. Abubakar 2:2.
Penaltyschiessen (Luzern beginnend): Schulz 0:1, Maric (Latte); Campo 0:2, Lovric 1:2; Ugrinic (Saipi hält), Yuri 2:2; Schürpf (Saipi hält), Ziegler 3:2; Tasar 3:3, Celar 4:3.
Lugano: Saipi; Daprelà, Maric, Ziegler; Lavanchy, Lovric, Rüegg, Valenzuela (75. Da Silva); Da Costa, Bottani (87. Durrer); Celar.
Luzern: Müller; Dräger (76. Sidler), Burch, Simani, Frydek; Ugrinic, Jashari (76. Tasar); Ndiaye (76. Schürpf), Schulz, Cumic (62. Abubakar); Sorgic (62. Kvasina).
Bemerkungen: Lugano ohne Sabbatini (gesperrt), Luzern komplett. 114. Lattenschuss Tasar. Verwarnungen: 32. Lovric (Foul). 39. Croci-Torti (Trainer Lugano/Reklamieren). 88. Abubakar (Foul). 91. Durrer (Reklamieren). 96. Valenzuela (Foul). 102. Lavanchy (Foul). 112. Schulz (Foul). (pre/sda)

Luzern's Player Asumah Abubakar right, celebrates the 2-2 goal, during the Swiss Cup semifinal soccer match FC Lugano against FC Luzern, at the Cornaredo stadium in Lugano, Thursday, April 21, 20 ...
Zweimal jubelte der FC Luzern in letzter Sekunde – am Ende doch vergebens.Bild: keystone
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Alle Schweizer Cupsieger seit 1990
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Alle Schweizer Cupsieger seit 1990
2022: FC Lugano – FC St.Gallen 4:1.
quelle: keystone / alessandro della valle
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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ᴉlǝqǝǝuɥɔs@Frau Schneebeli
21.04.2022 23:08registriert Juli 2020
Lieber Pascal Schürpf, vor dem Elfmeter sollte man nicht züngeln. Das bringt nur Unglück.

Herzlichst
Marco Streller
433
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Etzsegiglichöpis
21.04.2022 17:32registriert September 2020
Mag es zwar den Underdogs im Normalfall gönnen wenn ihnen eine Überraschung gelingt. Aber de FcSg hatte die Finalrevanche vom letzten Jahr verdient. ⚽Möge der Bessere gewinnen💪
285
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Nur Silber, aber trotzdem einige Bestnoten – wie bewertest du die Nati-Silberhelden?
Die Hockey-Nati verpasst den ganz grossen Wurf in Prag und gewinnt «nur» Silber. Bei den Silberhelden Ausgabe 2024 stechen die NHL-Spieler und ein Goalie ganz besonders heraus.

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