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Dijana Djokovic im Interview mit Channel 7.
Dijana Djokovic im Interview mit Channel 7.

Djokovics Mutter: «Er ist doch kein Mörder»

12.01.2022, 04:55

Im Tauziehen um Novak Djokovics Teilnahme an den Australian Open hat sich die Mutter des Tennis-Weltranglisten-Ersten zu Wort gemeldet. Dijana Djokovic forderte die australische Regierung am Mittwoch auf, das Visum ihres Sohnes nicht noch in letzter Minute aufzuheben.

In einem Interview mit dem Sender Channel 7 bat sie darum, ihren Sohn das Turnier spielen zu lassen:

«Werfen Sie ihn nicht raus. Er ist kein Politiker, er ist ein Tennisspieler – der beste in der Welt. Er ist kein Krimineller, er ist doch kein Mörder.»

Dem 34-Jährigen war in der vergangenen Woche die Einreise nach Down Under verweigert worden, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und den Behörden die Dokumentation seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht ausreichte.

Im Abschiebehotel gelandet

Am Wochenende war er deswegen in einem Abschiebehotel in Melbourne untergebracht. Nach Ansicht eines Gerichts gestanden die Grenzbeamten Djokovic allerdings nicht die vereinbarte Zeit zur Klärung zu. Daher wurde die Entscheidung am Montag gekippt.

Doch könnte Einwanderungsminister Alex Hawke das Visum des Serben noch immer aufheben. Eine Entscheidung könnte im Laufe des Tages fallen. Dijana Djokovic betonte, es sei nicht fair, dass Hawke allein über das Bleiberecht ihres Sohnes bestimmen dürfe:

«Ich finde das nicht fair. Richter Kelly hat entschieden, dass Novak frei ist. Ich verstehe nicht, wie ein Mann noch eine andere Entscheidung treffen kann. Aber ich kenne die Gesetze in Ihrem Land, also ich verstehe es wirklich nicht.»

Falsche Angaben bei Reisen

Der Tennis-Profi war durch weitere Details aus einem Einreiseformular erneut in Bedrängnis geraten: Djokovic soll entgegen seiner Angaben in dem Dokument in den 14 Tagen vor dem Flug nach Australien auf Reisen gewesen sein.

Durch in sozialen Netzwerken veröffentlichte Fotos und Videos lässt sich nachvollziehen, dass Djokovic sich im fraglichen Zeitraum sowohl in seiner Heimat Serbien wie auch in Spanien zum Training aufgehalten hat.

Djokovics Mutter erklärte, sie könne wegen des ganzen Stresses kaum noch schlafen. Es sei wie ein Albtraum, es fühle sich an wie im Film. «Wenn er gesund ist und sein PCR-Test negativ ist, warum kann er nicht spielen?», fragte sie. «Wir beten alle, dass er bleiben darf.» Dass ihr Sohn nicht gegen Corona geimpft sei, sei seine eigene Lebensphilosophie.

«Ich meine, erst ist 34, 35, auch ich als Mutter kann ihn nicht unter Druck setzen. Er hat seine eigene Lebensphilosophie. Wenn er so denkt, kann ich nur sagen ‹okay›. Ich weiss, dass Novak der gesundeste Mensch der Welt ist. Er kümmert sich um sein Leben und seinen Körper.»

Jeder Mensch auf der Welt habe die Möglichkeit, diese Wahl zu treffen. «Das ist ein Menschenrecht». (saw/sda/tennis)

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