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Der Bieler Trainer Kevin Schlaepfer beim ersten Playoff-Viertelfinalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem EHC Biel-Bienne am Samstag, 28. Februar 2015, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Biel-Trainer Kevin Schläpfer hatte einen «heftigen Disput» mit Berufskollege Marc Crawford. Bild: KEYSTONE

Kevin Schläpfer im Interview

Interview

«Ich werde es wieder tun»

Biels Trainer Kevin Schläpfer über seine Auseinandersetzung mit ZSC-Coach Marc Crawford und die Ausgangslage nach dem 5:0 im Hallenstadion.



watson: 5:0 in Zürich – was ist da passiert? Haben die Zürcher den EHC Biel unterschätzt?
Kevin Schläpfer: Unterschätzt? Das glaube ich nicht. Das wäre dann doch fahrlässig. Wir haben ja gegen die ZSC Lions in der Qualifikation dreimal gewonnen. Es war wohl eher so, dass sich die Zürcher zu viel vorgenommen hatten. Das kann eine hemmende Wirkung haben.

Haben Sie Ihrer Mannschaft diese Leistung zugetraut?
Die Leistung ja, aber das Resultat ist überraschend. Hätte mir jemand gesagt, dass wir 5:0 gewinnen, dann hätte ich das als Spinnerei abgetan. Alle reden jetzt über die schwache Leistung der ZSC Lions. Das ist ungerecht. Wir sollten auch über die gute Leistung unserer Mannschaft sprechen. Wir haben nämlich unsere beste Saisonleistung gezeigt – und das ist für mich überraschend.

Warum überraschend? Nach der wundersamen Playoff-Qualifikation kann doch kaum mehr etwas überraschen.
Wir hatten mit der Playoff-Qualifikation unser Saisonziel erreicht. Eine riesige Last fiel von unseren Schultern und das führt zu einem Spannungsabbau. Wow, geschafft! Es ist fast nicht mehr möglich, noch einmal eine Spannung aufzubauen. Als Trainer kann man dagegen einfach nichts tun. Ich habe nach dem letzten Qualifikationsspiel den Spielern erst einmal frei gegeben und gesagt: Geniessen wir den Augenblick. Aber am Donnerstag beginnen wie wieder neu und bauen die Spannung auf. Das ist uns ganz offensichtlich gelungen.

Ist auch im zweiten Spiel ein Sieg möglich?
Es wäre arrogant, jetzt zu verkünden, dass wir auch Spiel zwei gewinnen. Aber ein Sieg ist möglich, und ich bin sehr gespannt, wie die ZSC Lions reagieren werden. Die Nerven spielen eine Rolle. Bei der Analyse des ersten Spiels ist mir aufgefallen, dass die Zürcher ungewohnt viele Fehler gemacht haben. Uns sind dagegen praktisch keine Fehler unterlaufen. Das ist typisch für die Ausgangslage in dieser Serie. Wer unter Druck steht, macht mehr Fehler. Uns ist es in der Qualifikation in Spielen, die wir unbedingt gewinnen mussten, auch so ergangen. Das ist das Schöne an dieser Serie: Wir haben überhaupt keinen Druck, auch dann nicht, wenn wir ein zweites oder drittes Spiel gewinnen sollten. Die ZSC Lions sind und bleiben Favorit.

Wie ist es möglich, dass Torhüter Simon Rytz so stark spielt?
Er war mental schon immer sehr stark und gab nie auf. Seit er nun bei uns die Nummer eins ist, hat er auch noch viel Selbstvertrauen und dieses Selbstvertrauen hat bei ihm einen Leistungsschub bewirkt.​

Was war eigentlich der Grund für Ihre Auseinandersetzung mit Marc Crawford?
Ich hatte mit der Nummer 10 (Henrik Tallinder, die Red.) eine Auseinandersetzung. Er wollte Ahron Spylo provozieren und so aus dem Spiel nehmen und ich habe ihn lautstark wissen lassen, dass das nicht geht. Zumal das Spiel zu diesem Zeitpunkt längst entschieden war.

Hat er darauf reagiert?
Ja, wir hatten einen heftigen Disput. Aus den Augenwinkeln habe ich gesehen, wie auf einmal der ZSC-Trainer zu klettern beginnt und irgendetwas hinüberruft. Ich hatte keine Ahnung, was er wollte. Inzwischen bin ich aufgeklärt worden. In der NHL gehört es sich offenbar nicht, dass der Coach sich verbal mit den gegnerischen Spielern anlegt.

Also werden Sie es nicht mehr tun?
Ich werde es wieder tun. Ich kann nicht schweigen, wenn gegnerische Spieler unsere Schlüsselspieler provozieren oder wenn sie Schwalben machen. 

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Der Zwist zwischen Marc Crawford und Kevin Schläpfer im Video. video: youtube/hans heureka

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