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Tyson Fury, of England, celebrates during a WBC heavyweight championship boxing match against Deontay Wilder Saturday, Feb. 22, 2020, in Las Vegas. (AP Photo/Isaac Brekken)

Tyson Fury jubelt über seinen Sieg gegen Deontay Wilder. Bild: AP

Was für ein Sieg! Fury entthront Wilder als WBC-Schwergewichts-Weltmeister



Tyson Fury ist neuer WBC-Schwergewichts-Weltmeister. Der 31-jährige Engländer entthronte in Las Vegas den langjährigen amerikanischen Titelhalter Deontay Wilder (34) durch technischen K.o. in der 7. Runde.

Der Kampf wurde abgebrochen, da aus der Ecke des bedrängten Wilder mittels Handtuchwurf die Aufgabe erfolgte. Unabhängig davon hatte zum praktisch identischen Zeitpunkt der Ringrichter den klar unterlegenen Champion auch aus dem Kampf nehmen wollen.

Ein dominanter Fury hatte Wilder in der 3. und 5. Runde je einmal niedergeschlagen. Zudem war Wilder wiederholt «weggerutscht». Das erste Duell der beiden bis anhin ungeschlagenen Boxer hatte vor 14 Monaten in Los Angeles unentschieden geendet.

Wilder war beim Kampfabbruch mit dem Handtuchwurf nicht einverstanden. «Warum habt ihr das getan?», fragte er in Richtung seiner Ringecke. Doch aufgrund des einseitigen Kampfverlaufs war der Gesundheitsschutz von Wilder nachvollziehbar.

Denn der ungemein wendige Fury deklassierte Wilder vom ersten Gong an. Der entschlossene Herausforderer deckte den Titelhalter mit zahlreichen Schlagserien ein und kassierte selbst nur wenig Gegentreffer. Wilder vermochte seine gefürchtete rechte Schlaghand nicht einmal ansatzweise zu platzieren.

Für Fury ist der Triumph eine Rückkehr auf den Schwergewichs-Thron. Im November 2015 hatte er mit dem Ukrainer Wladimir Klitschko bereits einen anderen langjährigen Schwergewichts-Weltmeister entthront und sich damals die Gürtel nach WBA-, WBO- und IBF-Version umschnallen dürfen.

Titelvereinigung oder Trilogie

Depressionen, Drogen und eine Dopingsperre hielten Fury gut zweieinhalb Jahre vom Ring fern. Er verlor seine Gürtel, die aktuell Furys Landsmann Anthony Joshua hält. Ein Duell Joshua gegen Fury für die Titelvereinigung müsste nun die logische Folge sein. «Dieser Fight wird in Grossbritannien so gross, dass sie dafür ein neues Stadion bauen müssen», urteilt die amerikanische Trainer-Legende Teddy Atlas.

Allerdings lässt Fury wegen einer weiteren Rückkampf-Klausel auch die Möglichkeit zu einer Trilogie gegen Wilder offen. «Wenn er einen dritten Fight will, dann können wir das tun. Denn Wilder bleibt ein grosser Puncher.»

Fury schrieb Geschichte

Der 2,06 m grosse Fury verbesserte mit dem erneuten Titelgewinn seinen Kampfrekord auf 30 Siege (21 vorzeitig) und einem Remis. Wilder (2,01 m) hält nun bei 42:1 Erfolgen bei einem Remis. Fury schrieb mit dem erneuten Titelgewinn auch Geschichte. Er ist der erste Profiboxer, der gleich zwei Regentschaften von Weltmeistern mit über zehn Titelverteidigungen beendete. Für Wladimir Klitschko war es 2015 die Nummer 19 gewesen, für Wilder die elfte.

Fury hatte für den Rückkampf gegen Wilder einen Trainerwechsel vollzogen, der sich auszahlte. Anstelle von Ben Davison zeichnete neu Javan ‘Sugarhill’ Steward, der Neffe der vor einigen Jahren verstorbenen Trainer-Legende Emanuel Steward (ex-Coach von Wladimir Klitschko), für die Ring-Performance verantwortlich. «Wir wollen uns nicht auf die Punktrichter verlassen», hatte Steward angekündigt. Und Recht behalten.

Der Fight stand im MGM Garden im Programm, wo unter anderem am 5. November 1994 eine der grössten Sensationen der Boxgeschichte geschrieben wurde. George Foreman entthronte seinerzeit im Alter von 45 Jahren und 10 Monaten den fast zwei Jahrzehnte jüngeren Michael Moorer durch K.o. in der 10. Runde und avancierte zum zweiten Mal nach 1973/1974 zum Schwergewichts-Weltmeister. (cbe/sda)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TheKen 24.02.2020 09:01
    Highlight Highlight Die Schwergewichtsklasse ist momentan wieder enorm interessant. Die naechste Generation steht bereit. Daniel Dubois gegen den Juggernaut Joe Joyce das naechste Highlight in diesem Jahr. Dann ist da noch der Nigerianer Efe Ajagba. Kampf der Kolosse. Der Unterschied zu Wilder, sie koennen Boxen, haben Technik, Amateurkaempfe und verfuegen alle troztdem ueber One Punch KO Power. Fury vs AJ : seit langem wieder ein undisputed Champ im HW.
  • Füürtüfäli 23.02.2020 17:53
    Highlight Highlight Total überlegene Vorstellung von Fury - verdienter Sieg.
    Grats dem Gipsy King

    Die lächerlichen Proteste in Form entgeisterter Minen von Wilder nach dem TKO - er sollte lieber Dankbarkeit zeigen, dass gröberer gesundheitlicher Schaden von ihm abgewendet wurden, denn nur dieser wäre bei Fortsetzung des Kampfes zu erwarten gewesen.
  • WHU89 23.02.2020 10:51
    Highlight Highlight was für ein kampf! ein hoch auf den gipsy king 🙌🏻
  • Dark Circle 23.02.2020 10:48
    Highlight Highlight Fury hat den Fight von Beginn weg dominiert und Wilder machte für mich einen ratlosen Eindruck. Er wusste nicht, wie er an Fury herankommt. Absolut verdienter Sieg! Ich hoffe, Wilder wird wieder zurückkommen und freue mich nun auf AJ - Fury!
  • Nelson Muntz 23.02.2020 10:36
    Highlight Highlight AJ vs Fury im Wembley, Cardiff oder OT wär was!
  • LeBandiereaux 23.02.2020 10:00
    Highlight Highlight Vor dem Kampf war ich unentschlossen und hoffte für das frühe Aufstehen belohnt zu werden. Nach dem Einmarsch wollte ich nur noch Wilder verlieren sehen.
  • LifeIsAPitch 23.02.2020 09:40
    Highlight Highlight Grandioser Kampf eines überragenden Tyson Fury! Wenn es denn nun endlich zum Gigantenduell mit Anthony Joshua kommen sollte, kann es nur einen Sieger geben: the Gypsy King.
  • bcZcity 23.02.2020 08:06
    Highlight Highlight Wow! Da war das Maul von Wilder grösser als sein Boxen! Müssen wir eben doch noch länger auf einen neuen Big Champion aus den USA warten. Ob ihm ein starkes Gomeback gelingt?

    Gratuliere an Fury, kein Boxer der mir als Mensch gefällt, aber die Taktik war perfekt!
    • chr1zz 23.02.2020 10:00
      Highlight Highlight Naja das was Wilder macht hat sehr wenig mit Boxen zu tun! Null Technik hat der Typ. Einfsch ein riesen Punch auf den er sicher verlässt. Es hat der besser Boxer von den zwei gewonnnen.
    • Kapitän Haddock 24.02.2020 07:02
      Highlight Highlight Ich geb zu ich weiss gar nix über das Boxen. Aber die beiden heissen wirklich Fury und Wilder? Das ist gut, das ist sehr gut!

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