Sport
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epa07670130 Dutch Former World Champion Maarten van der Weijden swims during his second attempt to swim along the Elfstedentocht, a journey of over 200 kilometers in Leeuwarden in a circular route, in Dokkum, The Netherlands, 24 June 2019. In August 2018 the swimmer raised more than five million euros for cancer research, even though he did not finish the journey. Originally, the Elfstedentocht is a long-distance skating event.  EPA/VINCENT JANNINK

Maarten van der Weijdens Einsatz stiess auf grosse Begeisterung. Bild: EPA/ANP

Holland ist aus dem Häuschen, weil diesem Schwimmer gerade Historisches gelang

Die Elfstedentocht ist in Holland legendär. Doch weil die Kanäle nicht mehr gefrieren, fand das Ausdauerrennen auf Schlittschuhen zuletzt 1997 statt. Ein Olympiasieger hat die Strecke nun schwimmend zurückgelegt.



Holland hat einen neuen Helden. Wie Superman und Spiderman trägt er einen engen Ganzkörperanzug. Aber Maarten van der Weijden fliegt nicht. Er schwimmt. Weit, sehr weit. 195 Kilometer durch die Provinz Friesland.

«Seht her! DAS ist ein echter Superheld!»

Rund drei Tage lang benötigte der Olympiasieger von 2008 für diese Strecke. Nach 74 Stunden im Wasser, nachts schlief er jeweils einige Stunden im Begleitboot, erreichte er am Montagabend das Ziel bei Leeuwarden. Dort empfing ihn eine begeisterte Menge. Schon unterwegs herrschte phasenweise Volksfeststimmung, wenn van der Weijden vorbeischwamm.

epa07671570 Dutch Former World Champion Maarten van der Weijden (C) at the finish in Leeuwarden after his second attempt to swim the Elfstedentocht, The Netherlands, 24 June 2019. In August 2018 the swimmer raised more than five million euros for cancer research, even though he did not finish the journey. Originally, the Elfstedentocht is a long-distance skating event.  EPA/VINCENT JANNINK

Geschafft! Van der Weijden lässt sich feiern. Bild: EPA/ANP

«Ich habe vier Jahre lang trainiert, und dass es endlich geklappt hat, darüber bin ich sehr glücklich», sagte er, und dass es ihm recht gut gehe. Das grosse Interesse seiner Landsleute habe ihn beflügelt: «Ich habe es wirklich genossen. Und zwar vor allem deshalb, weil ich die enorme Begeisterung gespürt habe. Heute war ein Arbeitstag, aber in Dokkum beispielsweise war die ganze Stadt auf den Beinen, um mich anzufeuern. Es hat lange gedauert, aber es war sehr schön.»

epa07667043 Dutch Former World Champion Maarten van der Weijden is passing Hindeloopen during his second attempt to swim along the Elfstedentocht, a journey of over 200 kilometers in Leeuwarden, The Netherlands, 22 June 2019. In August 2018 the swimmer raised more than five million euros for cancer research, even though he did not finish the journey.  EPA/VINCENT JANNINK

In jedem Dorf und in jeder Stadt wurde van der Weijden frenetisch bejubelt. Bild: EPA/ANP

Im zweiten Anlauf erfolgreich

Im vergangenen August hatte der Schwimmer schon einmal den Versuch unternommen, die Elfstedentocht schwimmend zurückzulegen. Damals schaffte er es noch nicht, er musste nach 165 Kilometern aufgeben. Van der Weijden zog jedoch die richtigen Lehren aus dem Scheitern: Er trug dieses Mal einen dickeren Anzug und er legte mehr Ess- und Schlafpausen ein. Zudem durfte er in diesem Jahr von anderen Schwimmern begleitet werden, was im vergangenen Sommer wegen der miesen Wasserqualität nicht erlaubt war.

Die Strecke nördlich des Ijsselmeers in Friesland.

Mit seiner Aktion sammelte der 38-Jährige viel Geld für die Krebsforschung. Bis zu seiner Zielankunft kamen beinahe vier Millionen Euro zusammen, der Betrag dürfte sich noch erhöhen. Van der Weijden war im Alter von 22 Jahren selber an Leukämie erkrankt. Die Karriere des Talents schien vorbei zu sein. Doch er konnte geheilt werden, gab sein Comeback und wurde 2008 Weltmeister und Olympiasieger im Schwimmen in offenen Gewässern.

Begeistertes Königspaar

Der nationale TV-Sender NOS streamte die «Elfstedenzwemtocht» live. Ministerpräsident Mark Rutte liess den Schwimmer wissen, dass die ganzen Niederlanden stolz auf ihn seien. Und auch das Königspaar fieberte «mit Spannung und Bewunderung» mit. «Was für eine Höchstleistung! Unsere herzlichsten Glückwunsche», schrieben König Willem-Alexander und Königin Maxima.

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Die schönsten Impressionen von unterwegs. Video: YouTube/NOS

Der König, damals noch Prinz, hatte 1986 unter einem Pseudonym als Schlittschuhläufer am Rennen teilgenommen. Wann die echte Elfstedentocht das nächste Mal stattfinden kann, steht in den Sternen. Seit 1997 waren die Flüsse und Kanäle nicht mehr genügend zugefroren, dass ein Wettkampf stattfinden konnte. Längst haben die holländischen «Schaatsers» deshalb in Österreich eine neue Heimat gefunden. Auf dem Weissensee in Kärnten, weit weg von Friesland, tragen sie seit Jahren eine alternative Elfstedentocht aus.

Der Twitter-Account «Geht es los?» fragt seit 2013 täglich, ob das Rennen stattfinden kann. Logische Antwort heute, Ende Juni: «Nee.»

Wenn ein Weisser Hai plötzlich neben dir schwimmt ...

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Paupera 25.06.2019 14:28
    Highlight Highlight Hup Holland Hup 💚
  • Big-Blue 25.06.2019 13:18
    Highlight Highlight Danke für diesen Beitrag!!!

    Gestern per Zufall im Internet den Live Stream auf YouTube entdeckt und die Zielankunft geschaut. Schön schafft es so ein Bericht immerhin hier in die Medien; nebst den 95% Fussball und Tennis die sonst überall sind.
  • Der_Infant 25.06.2019 11:23
    Highlight Highlight Krasser Typ!
    Irgendwie haben die Holländer schon einen sehr schönen Zusammenhalt dem besonders in solchen Szenen wieder ziemlich zur Geltung kommt.

«Ich mache es ja nicht extra» – der FCB hofft auf das nächste Phänomen

Der FC Basel empfängt am Donnerstag Apoel Nikosia zum Rückspiel in den Europa-League-Sechzehntelfinals.

Wer im Duden das Wort «Phänomen» nachschlägt, dem werden ein paar Erläuterungen aufgelistet. Ein Phänomen sei «etwas, was sich beobachten, wahrnehmen lässt», oder aber eine «bemerkenswerte Erscheinung». Seinen Ursprung hat das Wort im Griechischen, «Phainomenon» hiess es bei den Hellenen und war gar vergleichbar mit einer Himmelserscheinung.

Nun, so weit wollen wir nicht gehen. Aber es ist schon passend, dass am vergangenen Donnerstag neuerlich ein kleines Phänomen, eine bemerkenswerte …

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