Danke für diese geile Hockey-Show!
Vor zwei Jahren schrieb ich schon einmal eine Story mit exakt diesem Titel. Auch damals vor Spiel 7 in einem Playoff-Final zwischen den ZSC Lions und Lausanne. Damals wie heute begeistert die Finalserie die Massen. Wieder werde ich regelmässig von Leuten auf die Spiele angesprochen, die sonst nicht regelmässig Eishockey schauen.
Kein Wunder, die Serie zwischen dem HC Davos und Fribourg-Gottéron ist absolut packend. Nur schon die Ausgangslage: Kann sich der HCD endlich aus dem Schatten Arno del Curtos lösen und den ersten Titel seit dem Rücktritt des grossen Bandengenerals holen? Oder holt sich Fribourg-Gottéron in der letzten Saison von Captain und lebender Legende Julien Sprunger den allerersten Titel der Klubgeschichte? So oder so sind grosse Emotionen vorprogrammiert.
Und dann stimmt eben auch das Produkt auf dem Eis. Die beiden besten Teams der Regular Season zelebrieren auch in den wichtigsten Spielen der Saison fantastisches Eishockey. Beide Mannschaften können den Gegner phasenweise richtig in der Zone einschnüren. Die Spieler zeigen ihr Tempo, ihre Präzision und immer wieder auch ihre feine Technik und ihre Spielintelligenz. Der Final wird zudem auch sehr physisch gespielt – beide Teams setzen auf aggressives Forechecking und immer wieder auch kernige Checks. Die Grenze wurde dabei nur je einmal überschritten – bei den Aktionen von Brendan Lemieux und Lucas Wallmark in den Spielen 1 und 3. Geiles Hockey von A bis Z.
Die Fans tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Die Kulisse ist stets meisterlich – sämtliche Spiele im Final waren natürlich ausverkauft. Wobei das in Freiburg so oder so seit über 100 Spielen selbstverständlich ist. Die Gottéron-Fans machten die BCF-Arena zu einem Hexenkessel, während der Davoser Anhang quasi in jedem Heimspiel mit kreativen Choreografien auffiel.
Zwar tritt Fribourg-Gottéron am Donnerstagabend auswärts in Davos an, im über 9000 Personen fassenden Stadion des Klubs findet jedoch ein «Mega Public Viewing» statt. Am Mittwochmittag waren gemäss Website des Vereins bereits keine Tickets mehr verfügbar. Vor der Arena wird die Partie auf einem grossen Bildschirm gezeigt.
Der Kanton rechnet im Falle eines Sieges der Freiburger Mannschaft mit spontanen Menschenansammlungen, insbesondere im Sektor Saint-Léonard, wie er am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt. «Zur Begleitung dieser Festlichkeiten» dürften Gaststätten auf dem gesamten Kantonsgebiet die ganze Nacht über ohne zeitliche Begrenzung geöffnet bleiben. Sollte Fribourg-Gottéron den Titel gewinnen, findet am kommenden Samstag in Freiburg zudem eine Parade statt, wie der Kanton weiter schrieb. (abu/sda)
Der diesjährige Playoff-Final ist zudem unberechenbar. Zum ersten Mal in der Geschichte der National League startete eine Finalserie mit vier Auswärtssiegen in Serie. Auf die Defensivschlacht beim 1:0-Auswärtssieg der Bündner in Freiburg folgte das 5:4-Spektakel nach Verlängerung ohne defensive Fesseln in Davos. Und immer wenn ein Team schon am Boden schien – wie Gottéron nach der bitteren Niederlage in Spiel 5 und dem zwischenzeitlichen Ausfall von Marcus Sörensen – rappelte es sich wieder auf und schlug zurück.
So stehen wir heute Abend vor dem ultimativen Showdown. Spiel 7 im Playoff-Final. Siegen oder fliegen. Oder anders ausgedrückt: Alles, was in den letzten 234 Tagen seit Saisonstart passiert ist, ist völlig egal, wenn du heute Abend dieses eine letzte Spiel verlierst.
Für uns Hockey-Fans – zumindest jene, die nicht ganz so emotional mit Davos oder Gottéron verbunden sind – gibt es nur noch eines zu tun: zurücklehnen und diese letzte Show der National-League-Saison 2025/26 geniessen. Denn es wird grossartig.
