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Kommentar

Amerikanischer Sport ist grossartig! Zum Glück ist die NFL im europäischen Mainstream angekommen

Die Minnesota Vikings und der letztjährige Finalist Seahawks bieten ein packendes Duell bei eisiger Kälte. 
Die Minnesota Vikings und der letztjährige Finalist Seahawks bieten ein packendes Duell bei eisiger Kälte.
Bild: X02835
Kommentar

Amerikanischer Sport ist grossartig! Zum Glück ist die NFL im europäischen Mainstream angekommen

American Football wird seit dieser Saison im deutschen TV ausgestrahlt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch ich mich mit dem NFL-Fieber anstecken liess. Ich werde es wohl bis zum Super Bowl nicht mehr los. 
14.01.2016, 21:0015.01.2016, 12:13
Nik Dömer
Nik Dömer

Irgendwie hat mich der US-Sport vor dem TV schon immer am besten unterhalten. Gigantische Kulissen, grosse Shows, «hochgepushte» Rivalitäten, verrückte Spieler-Persönlichkeiten und nicht zuletzt die gute Vermarktung. Wenn ich mir vor dem Fernseher Sport ansehen möchte, dann will ich bestmöglich unterhalten werden. Denn Sport vor dem Fernseher ist im Endeffekt einfach nur pures Entertainment. 

Star-Quarterback Tom Brady feiert 2015 mit den New England Patriots den Titel beim Super Bowl. 
Star-Quarterback Tom Brady feiert 2015 mit den New England Patriots den Titel beim Super Bowl.
Bild: TANNEN MAURY/EPA/KEYSTONE

Als langjähriger NHL-Fanatiker hat mich American Football nie gross interessiert. Einzig den «Super Bowl» liess ich mir jeweils nicht entgehen. Diesen ersten Sonntag im Februar habe ich bisher immer reserviert, um mir bei Chips und Dosenbier mit den Jungs das Spektakel anzusehen. Vom Rest der Saison hatte ich allerdings noch nie eine Ahnung. Schade eigentlich, denn ich habe offensichtlich all die Jahre etwas verpasst. 

Martavis Bryant mit einem unglaublichen Touchdown – solche Szenen begeistern auch viele Zuschauer in Europa.
streamable

Über eine halbe Million Zuschauer in Deutschland

American Football ist mittlerweile im europäischen Mainstream angekommen. Unter dem Motto «Jeden verdammten Sonntag» kann man sich seit dieser Saison jeden Sonntag zwei Spiele der NFL auf «ProSieben Maxx» anschauen. Die Übertragung beschert dem Sender seither Bestwerte – über 500'000 Fans verfolgten beispielsweise das Spiel zwischen den Seahawks und den Cardinals.

Die Highlights der bisherigen Saison durften auch in Europa bestaunt werden.
YouTube/NFL

Die Partien werden unter anderem von der Moderatoren-Legende Frank Buschmann kommentiert. Das war wohl im Endeffekt auch der Grund dafür, weshalb ich am vergangenen Wochenende plötzlich beim «Durchzappen» vor dem TV bei einem Wild-Card-Spiel (einer Partie um einen der letzten Playoff-Plätze) hängen blieb.

Ich sah eine packende Partie zwischen den Minnesota Vikings und den Seattle Seahawks. Alles oder Nichts. Bei eisiger Kälte von minus 20 Grad führte das Team aus Minnesota nach zwei Vierteln dank zwei Field Goals mit 6:0, ehe die Jungs aus Seattle zur Aufholjagd ansetzten. Und tatsächlich, die Seahawks drehten die Partie und führten bis wenige Sekunden vor Schluss mit 10:9.

Die Zuschauer in Minneapolis trugen teilweise Ski-Brillen um sich vor der Kälte zu schützen. 
Die Zuschauer in Minneapolis trugen teilweise Ski-Brillen um sich vor der Kälte zu schützen.
Bild: X02835

Was dann folgte ... Dramatik pur! 26 Sekunden waren noch zu spielen, die Vikings hatten sich bis auf 27 Yards vorgearbeitet. Die perfekte Ausgangslage für ein Field Goal und somit den sicheren Sieg. Doch Kicker Blair Walsh zeigte Nerven und setzte das Ei links neben die Stange. Schlimmer konnte eine Saison ja wohl wirklich nicht enden. Blankes Entsetzen bei 50'000 Fans, die gerade das drittkälteste Spiel in der Geschichte durchgestanden haben.

Blair Walsh zeigt Nerven.
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Begeistert realisierte ich im Nachhinein erstmals, wie viele Emotionen eigentlich in einem solchen Spiel stecken. Denn wer immer nur den aufgebrezelten Super Bowl mitverfolgt (weil er eigentlich nur Katy Perry sehen möchte), bekommt bei dem ganzen Show-Gelage meistens nur einen Bruchteil von diesem genialen Sport zu sehen.

Kein Rugby-Abklatsch

Mein Fazit: Ich habe mich im vergangenen Herbst anlässlich der WM in England bereits für Rugby begeistern lassen. Erst dachte ich, dass American Football nur ein «Ami-Abklatsch» mit abgeänderten Regeln sowie doppelt so viel Show sei. Doch ich habe mich gewaltig geirrt.

Anders als im Rugby, hat beim Football jeder der elf Spieler eine genaue Aufgabe (Quarterback, Receiver, Runningback etc.). Das macht das Spiel für den Zuschauer spannender, weil er Vergleichsmöglichkeiten mit den Cracks aus anderen Mannschaften hat. Zudem machen die spektakulären Hail-Mary-Pass-Versuche und die verschiedenen taktischen Spielzüge American Football für mich vor dem TV noch unterhaltsamer als Rugby. 

Green-Bay-Packers-Quarterback wirft einen Hail-Mary-Pass.
streamable

Ich mag mich an keinen Blockbuster, keinen Kino-Film und auch an keine Fussballpartie erinnern, die mich an einem Sonntagabend so gut unterhalten hat, wie dieses eine Spiel. Und als ich im Anschluss auch noch erfuhr, dass die vierte und letzte Wild-Card-Partie zwischen den Washington Redskins und den Green Bay Packers ausgestrahlt wird, sagte ich meiner Freundin gute Nacht, holte mir ein paar Bier aus dem Kühlschrank und tauchte ab, in die Welt dieser verrückten Sportart. Ich werde das NFL-Fieber wohl bis zum «Super Bowl» nicht mehr los. 

Katy Perrys Super Bowl Halbzeitshow

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Katy Perrys Super Bowl Halbzeitshow
Auftritt eines Stars: Katy Perry schwebt im Stadion der Universität von Phoenix in Arizona ein.
quelle: epa / larry w. smith
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