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19.10.2016; Paris; Fussball Champions League - PSG Paris - FC Basel;
Mannschaftsbild hinten: Torhueter Tomas Vaclik (Basel), Seydou Doumbia (Basel), Michael Lang (Basel), Marek Suchy (Basel), Birkir Bjarnason (Basel) und Matias Delgado (Basel)
vorne: Geoffroy Serey Die (Basel), Adama Traore (Basel), Renato Steffen (Basel), Eder Balanta (Basel) und Taulant Xhaka (Basel)
 (Urs Lindt/freshfocus)

Für diesen FC Basel ist die Königsklasse eine Nummer zu gross. Bild: Urs Lindt/freshfocus

Kommentar

Der FC Basel in der Königsklasse – oder wenn das gewisse Etwas fehlt

Hätte, hätte, Fahrradkette – der FC Basel verliert gegen Paris mit 0:3. Dieser Auftritt in der Champions League hat gezeigt, was dem Schweizer Meister für glorreiche Fussballabende in der Königsklasse fehlt.



Es war ein zwiegespaltener Abend gestern im Prinzenpark von Paris. Nach wenigen Spielminuten ist erkennbar, dass der FC Basel ein anderes Gesicht zeigen will als gegen Arsenal. Die «Bebbi» kommen gut auf Touren, halten den übermächtig scheinenden Gegner in Schach und haben die besseren Torchancen. Michael Lang trifft aus kurzer Distanz mit seinem Kopfball nur die Latte, Renato Steffen läuft alleine auf PSG-Goalie Alphonse Aréola, scheitert aber an diesem, und Seydou Doumbia weiss dann mit dem Nachschuss auch nur wenig anzufangen.

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Die Grosschance mit Steffen und Doumbia. Video: streamable

So steht es zur Pause 1:0 für Paris, nach dem Tor von Angel Di Maria. Der Spieler, der alleine fast soviel wert ist, wie die ganze FCB-Mannschaft. Dem Argentinier fällt der Ball im Strafraum vor die Füsse und er haut das Ding einfach in die Maschen:

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Di Maria mit dem Stich ins FCB-Herz. Video: streamable

Dieser Vollspannschuss trifft voll in das mit Hoffnung gefüllte Basler-Herz. Bitter, aber irgendwie nicht überraschend.

Super, aber keine Champions

Wieso nicht? Der Schweizer Meister hat während dem komfortablen Gang durch die Super League die Kaltblütigkeit verloren. Typisches Beispiel ist das Spiel gegen den FC Luzern vom letzten Samstag: Zwar gewann der FCB gegen schwache Innerschweizer klar mit 3:0, doch die letzte Überzeugung und Effizienz fehlte. 

Football Soccer - Paris St Germain v FC Basel - UEFA Champions League Group Stage - Group A - Parc des Princes - Paris,France - 19/10/16. Paris St Germain's Lucas celebrates with team-mates after scoring against FC Basel.  REUTERS/Charles Platiau

FC Basel: Champions League ist, wenn der Gegner jubelt. Bild: CHARLES PLATIAU/REUTERS

In der Super League kann das den Baslern egal sein. Trotz ausgelassenen Chancen und müden Auftritten – wie gegen Lausanne oder Thun – gab es für das Team von Urs Fischer trotzdem immer Punkte. 

Ist der Spagat zwischen Super League und Königsklasse für den FCB nicht machbar?

Unter den Champions aber kriegt man weniger Chancen auf Tore. Gegen ein formstarkes Topteam wie Arsenal nahezu keine, gegen Paris in der aktuellen Verfassung immerhin ein paar wenige. Bleiben diese ungenutzt, ist das in der Königsklasse dein Todesurteil. Gestern konnte der FCB froh sein, dass PSG am Ende in den Schongang wechselte und gute Torchancen gegen einen starken Thomas Vaclik ausliess. Was beim FCB in der heimischen Liga reicht, das genügt bei Paris eben in der Königsklasse. Apropos Klasse ...

Es fehlt der Glanz

Die individuelle Klasse, der fussballerische Glanz – das fehlt der aktuellen Ausgabe des FC Basel. Vor Namen wie Marek Suchy, Serey Die, Taulant Xhaka oder Renato Steffen fürchtet sich zwar so manches Schienbein, doch der tödliche Pass oder die Zuckerflanke stehen nicht auf der Visitenkarte. 

Football Soccer - Paris St Germain v FC Basel - UEFA Champions League Group Stage - Group A - Parc des Princes - Paris,France - 19/10/16 FC Basel's Adama Traore (L) in action with Paris St Germain's Lucas.  REUTERS/Charles Platiau

Der Einsatz stimmt, doch dem FCB fehlt das gewisse Etwas. Bild: CHARLES PLATIAU/REUTERS

Dafür stehen eher Spieler wie Birkir Bjarnason, Matias Delgado oder Seydou Doumbia. Der Isländer lässt momentan den letzten Zwick vermissen, Regisseur Delgado ist zwar bemüht, doch sein Können blitzt zu selten auf. Neuzugang Doumbia hatte es als alleinige Spitze schwer, liess aber nicht nur beim genialen Pass auf Steffen etwas Glanz durchschimmern. 

Bild

Die Aufstellung des FC Basel lässt nicht gerade auf Kreativität hoffen. twitter: fcbasel

Im Endeffekt ist das viel Arbeit – ohne Ertrag. Der FC Basel ist weit weg von glorreichen Fussballabenden auf der grossen Bühne, in den grossen Stadien. Vielmehr beginnt nach dem Match der Phrasensturm: 

«Wir hätten noch zwei Stunden spielen können und hätten das Tor nicht gemacht.»

Renato Steffen, FCB-Spieler

«Wir sind solidarisch aufgetreten, haben uns aber leider nicht belohnt.»

Urs Fischer, FCB-Trainer

epa05590812 FC Basel head coach Urs Fischer attends a press conference at the Parc des Princes stadium in Paris, France, 18 October 2016. FC Basel will face Paris Saint Germain on 19 October in an UEFA Champions league group A match in Paris.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Dieser Blick von Urs Fischer sagt einiges zum FCB in der Champions League. Bild: EPA/KEYSTONE

«Dieses PSG wäre heute zu schlagen gewesen.»

Marco Streller, SRF-Experte

«Wer die Tore nicht macht, der bekommt sie.»

Die ganze Fussballschweiz

Fazit: Für diesen FC Basel ist die Königsklasse eine Nummer zu gross. Die Realität heisst Ludogorez Rasgrad. Im Auswärtsspiel gegen die unangenehmen Bulgaren wird sich zeigen, ob der Schweizer Meister immerhin noch die Europa League aufmischen kann. Ansonsten bleibt der Super-League-Schongang auf der Pontaise bei Lausanne oder im Cornaredo von Lugano. 

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